B64: Ortsumgehung Warendorf

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Die Vorgeschichte der Ortsumgehung
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Schon Anfang der 90er Jahre gab es konkrete Planungen für die Ortsumgehung Warendorf. Damals wurden im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsstudie verschiedene mögliche Streckenverläufe untersucht. 2004 wurde in Abstimmung mit allen zuständigen Behörden die ortsnahe Südumgehung vereinbart.

2011 wurde ein neuer Regionalplan erstellt, der die Ziele und Grundlagen der Flächen rund um Warendorf regelt. Hier wurde an der ursprünglich geplanten Strecke eine Anpassung vorgenommen: Diese wurde an den Ortsrand in Vohren verlegt. Im aktuellen Flächennutzungsplan der Stadt Warendorf ist die Ortsumgehung bereits berücksichtigt. 2014 wurde der oben beschriebene Streckenverlauf abgestimmt und als Grundlage für die Planung der Ortsumgehung festgelegt.

Der 2015 verabschiedete Bundesverkehrswegeplan stuft den Gesamtstreckenzug der B 51/B 64 in den vordringlichen Bedarf ein. Durch die überregionale Bedeutung des Gesamtstreckenzuges ist festgelegt, die B 64 als eine Kraftfahrstraße mit drei Fahrstreifen zu realisieren.

Verlauf der neuen Strecke
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Die geplante Ortsumgehung beginnt etwa 1,4 Kilometer westlich von Warendorf, nahe der Gaststätte Haus Allendorf. Nach einem kleinen Bogen nach Norden überquert sie die bestehende Strecke der B64 und die Eisenbahnlinie (Münster – Rheda-Wiedenbrück) mit einer neuen Brücke. Danach kreuzt sie die Straße Katzheide (Kreisstraße 3) und führt in einem Abstand von rund 70 Metern an der Siedlung Walgernheide entlang.

Im Folgenden führt die Strecke etwa 200 Meter von der südwestlichen Ecke des ‚Hansaviertels‘ vorbei und verläuft dann über knapp zwei Kilometer am Stadtrand entlang, wobei sie die Freckenhorster Straße (L 547) kreuzt und entlang des Südviertels führt. Nachdem im Südosten von Warendorf der Rothenbach überquert wird, soll die Ortsumgehung parallel zur Brücke der Splieterstraße über die B 475 führen. Nach weiteren 1,5 Kilometern überquert sie dann erneut die bestehenden Bahnstrecken und die alte B64 und wird mit dieser wieder zusammengeführt.

Neben den Verbindungen zur alten B64 an den jeweiligen Enden der Ortsumgehung wird diese auch an die Freckenhorster Straße, gemeinsam mit der Ortsumgehung Freckenhorst angebunden. Ein weiterer Anschluss ist an der B 475 geplant.

Die Gründe für die Ortsumgehung
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Die heutige verkehrliche Situation auf der B 64 im Stadtgebiet von Warendorf ist gekennzeichnet durch eine große Anzahl an Kreuzungen, davon 11 mit Ampeln, und Einmündungen auf der gesamten Strecke. Alle Verkehrsteilnehmer müssen im Berufsverkehr oft lange Wartezeiten in Kauf nehmen.

Die große Anzahl der Kreuzungen mit vielen ein- ausfahrenden Fahrzeugen schränken die Leistungsfähigkeit derart ein, dass es regelmäßig zu Rückstaus kommt. Zusätzlich behindert die parallel zur B 64 verlaufende Bahnlinie Münster – Rheda – Wiedenbrück den Verkehrsfluss. Die heutige Ortsdurchfahrt Warendorf ist 15 Meter breit, einschließlich der beidseitig verlaufenden Seitenstreifen. Die Seitenstreifen werden nahezu dauerhaft zum Parken genutzt, so dass Radfahrer die Straße nicht risikofrei nutzen können. Eigenständig geführte Radwege sind in der gesamten Ortsdurchfahrt nicht vorhanden.

Die Planungen von Straßen.NRW sehen vor, dass mit der Ortsumgehung zukünftig etwa die Hälfte des PKW-Verkehrs und 80 Prozent des Schwerlastverkehrs um die Innenstadt herumgeführt wird. Das hat mehrere Vorteile: Die Anwohner im Stadtkern werden zukünftig deutlich weniger unter Lärm und Abgasen leiden, wodurch ihre Wohn- und Lebensqualität erheblich steigt. Außerdem wird die Verkehrssicherheit erhöht, schon allein durch die Abnahme des Verkehrs in der Stadt. Nicht zuletzt bietet die B64 auch der lokalen Wirtschaft im Gewerbegebiet Ost eine deutlich bessere Anbindung, was den Wirtschaftsstandort Warendorf insgesamt aufwertet.

Die alte B64 im Stadtkern kann nach Fertigstellung der Ortsumgehung auf viele verschiedene Weisen umgestaltet werden. So könnten zum Beispiel Radwege und Fußgängerüberwege die Verkehrssituation im Stadtkern deutlich verbessern.

Der aktuelle Stand
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Den sogenannten Vorentwurf hat Straßen.NRW Ende des vergangenen Jahres abgeschlossen. Er muss nun von den Verkehrsministerien des Landes NRW und dem Bund genehmigt werden.

Der nächste Verfahrensschritt, das Planfeststellungsverfahren, dient dazu, die rechtliche Grundlage für das Projekt zu schaffen, also sozusagen eine Baugenehmigung zu erreichen. Hierzu ist es notwendig die Unterlagen so aufzubereiten, dass jeder Bürger erkennen kann, inwieweit er individuell von den Auswirkungen des Straßenbaus betroffen ist.

Bürgerbeteiligung
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Straßen.NRW hat gemeinsam mit dem Büro DIALOG BASIS die ersten Beteiligungsformate gemeinsam mit den Akteuren vor Ort durchgeführt. Die in den Vorgesprächen mit der lokalen Politik und Verwaltung, mit Bürgerinitiativen, Vereinen, Verbänden und Anliegerinnen und Anliegern aufgenommen Fragen wurden, soweit möglich, von Straßen.NRW beantwortet.

In den Veranstaltungen wurden diese Fragen und Antworten bereits präsentiert. An Thementischen wurden weitere Anregungen und Fragen festgehalten. Es ist wichtig, das Wissen vor Ort in der Planung zu berücksichtigen und gemeinsam gute Lösungen zu entwickeln.

Um die Vorgespräche und die Dialogveranstaltungen zu flankieren, wurde diese Projekthomepage aufgebaut. Hier können sich Interessierte zum Projekt und seinen Teilabschnitten informieren. Online können Fragen und Anregungen zum Projekt eingebracht werden.

Informationsveranstaltungen

Bürgerinfo Warendorf (5. Juli 2019)
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An sechs Stationen informierte Straßen.NRW in Warendorf zum Stand der Planung für die Ortsumgehung Warendorf. Im Mittelpunkt stand die neue Visualisierung und ein acht Meter langer Planungstisch, an dem sich die Bürgerinnen und Bürger informieren können und Anregungen aufgenommen werden.Wie sieht die Ortsumfahrung einmal aus, wenn sie fertig ist? Wie groß ist der Knoten wirklich? Oder wie kann ich die Straße sicher mit dem Fahrrad oder zu Fuß überqueren? Der Leiter der Regionalniederlassung Münsterland Manfred Ransmann und Projektleiter Bernhard Epmann von Straßen.NRW haben im Erdgeschoss der DEULA alle Hände voll zu tun. Sie erläutern in Warendorf die Visualisierung der neuen Umgehungsstraße, die Teil der Ost-Münsterland-Verbindung 4zu1 ist. Die Ortsumgehung soll helfen, den überregionalen Verkehr aus dem Ortskern zu halten. Dort bilden sich werktags an Ampeln und Bahnübergang lange Staus. Weil die Ampelschaltungen der Hauptachse Vorrang geben, können die Warendorfer die B64 zu den Stoßzeiten kaum vernünftig queren. Dies ist vor allem für Schüler ein großes Problem. Die neue Ortsumgehung soll eine schnelle und möglichst kreuzungsfreie Verbindung der Oberzentren Bielefeld und Münster ermöglichen. Die Innenstadt wird deutlich entlastet.

Mit den Bürgerinnen und Bürgern fahren die Straßenbauer am interaktiven Visualisierungsstand die virtuelle Strecke ab. Punkte oder Häuser werden angesteuert, damit die Bürgerinnen und Bürger sehen können, wie die neue Straße von ihrem Grundstück betrachtet aussehen würde. Für andere Bürger steht das Landschaftsbild im Vordergrund. Viele der Brückenbauwerke sind zum Beispiel mit Buschwerk bepflanzt und gliedern sich in die Landschaft ein. Auf kritische Fragen hin, ob das wirklich so umgesetzt wird, erläutert Epmann, dass dies der vorgeschriebene Fledermausschutz ist. „Wir verbinden hier den Arten- und Naturschutz mit den Anforderungen an das Landschaftsbild.“ Die Brücken dienen aber zugleich Fußgängern und Radfahrern als Querungsmöglichkeit.

Wiederholt wurde die viel diskutierte Ob-Frage noch einmal begründet und weitere Fragen zur Planung beantwortet. Diese Fragen stammen vor allem aus den bereits geführten Vorgesprächen und werden fortlaufend ergänzt, beantwortet und im Internet transparent veröffentlicht. Am Umweltstand werden weitere Hinweise aufgenommen und auf den ausliegenden Karten verortet. Hierbei geht es auch um die wichtige Frage der Ausgleichsflächen.

Im Obergeschoss wird an mehreren Stationen mit einem acht Meter langen Planungstisch gearbeitet. „Wir wollen auch in dieser Phase die noch offenen Handlungsspielräume nutzen und die Bürgerinnen und Bürger mitgestalten lassen“, betont Straßen.NRW. Hinweise aus der Landwirtschaft zum Ersatzwegenetz, für Rad- und Fußwege und den ÖPNV werden hier aufgenommen und dokumentiert. Ein wichtiger Punkt ist z.B. die Weiterführung des Römerwegs, der von vielen Anliegern als Radweg benutzt wird. An allen Stationen stehen Mitarbeitende der Straßenbauverwaltung für Fragen und Antworten zur Verfügung.

Bereits 2017 wurde in einer großen Veranstaltung in Warendorf die Planung vorgestellt und diskutiert. Inzwischen liegt der Entwurf im Ministerium vor. Nach einem „Gesehen“-Vermerk, erfolgt die Aktualisierung naturschutzfachlicher Daten für den Landschaftspflegerischen Begleitplan. Zusätzlich wird ein gesonderter Fachworkshop mit der Landwirtschaft durchgeführt, um z.B. Ausgleichsflächen und Ersatzwegenetze gemeinsam festzulegen. Im Anschluss werden die Planfeststellungsunterlagen zusammengestellt und das eigentliche Bewilligung-Verfahren beginnt.