Innovative Konzepte: Bausteinbrücken und Fertigteilbrücken

Straßen.NRW setzt beim Brückenbau auf unterschiedliche innovative Verfahren. Die mit dem Bau einhergehenden Sperrzeiten für Verkehrsteilnehmer sollen so spürbar verkürzt werden.

Brücke Speelberger Straße bei Emmerich über die A3

Segmentbrücke A3 bei Emmerich Grafik: Max Bögl
Segmentbrücke A3 bei Emmerich Grafik: Max Bögl

Die Brücke Speelberger Straße, die bei Emmerich über die A3 führt, wird in so genannter Segmentbauweise errichtet. Hierzu werden auf den Hauptträgern, die die Autobahn überspannen, fertige Fahrbahnsegmente aufgelegt. Wie bei einer Perlenkette werden durch diese komplett ausgestatteten Elemente anschließend Spannglieder „gefädelt“. Nachdem der Überbau zusammengesetzt und verspannt ist, kann der Verkehr in kürzester Zeit wieder fließen. Besonderheit: Der Konstruktionsbeton kann bei dieser Variante direkt befahren werden, eine zusätzliche Asphaltschicht ist nicht mehr nötig.

Bausteinbrücke Hammacherstraße in Hagen

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YouTube-Video: Brückenabriss am 21./22. April 2018

Quelle/Copyright: Detlev Helmerich

YouTube-Video: Entstehung der Bausteinbrücke Hammacherstraße in Hagen

Fertigteilbrücken an der L518 in Werne

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YouTube-Video: Animation zu den Fertigteilbrücken an der L518 in Werne
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YouTube-Video: Animation zu den Fertigteilbrücken an der L518 in Werne

Quelle/Copyright: Arup Deutschland GmbH, Düsseldorf

Weitere innovative Projekte

  • Erst eine neue Brücke bauen und sie dann an ihren Platz schieben: Das haben sich die Straßen.NRW-Planer an der A45 vorgenommen. Im Fall der Talbrücke Rinsdorf wird das komplette Bauwerk, das mit 485 Metern Länge und einer maximalen Höhe von 60 Metern das Tal überspannt, verschoben. Bei früheren Projekten wurde lediglich ein auf Hilfspfeilern erbauter Überbau verschoben. Nun soll die ganze Brücke samt der hohen Betonpfeiler ihren Platz wechseln. Vorteil auch hier: die Einschränkungen für den Verkehr auf der A45 werden zeitlich reduziert.
  • So genannte „Kunststoff-Bewehrte-Erde“ statt Beton kommt bei einem Mitte 2019 geplanten Brückenneubau an der A3 bei Emmerich-Elten zum Einsatz. Das Bauwerk Stokkumer Straße muss dort ersetzt werden. Um die Widerlager aus bewehrter Erde aufzubauen, werden mit Hilfe von flexiblen Kunststoffnetzen, so genannten Geogittern, Bodenschichten aufgebaut, die so tragfähig sind, dass ein Beton-Querbalken und darauf der Überbau aufgelegt werden können. Zur Straße hin werden die Bewehrte-Erde-Widerlager mit Beton verkleidet. Der Brückenüberbau wird parallel auf einem Parkplatz an der A3 gebaut und anschließend fix und fertig eingehoben. Vorteil auch hier: eine wesentlich verkürzte Bauzeit (80 Tage) sowie nur zwei Vollsperrungen auf der A3 anstatt der sonst üblichen drei Sperrungen.
  • Neben den innovativen Bauverfahren gehören auch neue Korrosionsschutz-Techniken oder die Anwendung von hochfestem Beton zu den Neuerungen beim Brückenbau, die Straßen.NRW gemeinsam mit Unternehmen entwickelt und einsetzt. Letzterer kann vor allem bei im Betonwerk vorproduzierten Fertigteilen eingesetzt werden und garantiert eine längere Lebensdauer und weniger Wartungsaufwand.