23.10.2020

Pilotprojekt in Bad Berleburg: Neuartige Maschinen ermöglichen Fahrbahnerneuerung an der B480 ohne langfristige Vollsperrung

Fertiger mit Kamera (Quelle: Straßen.NRW)

Erfolgreiches Pilotprojekt: Mit dem Oktober endet in diesen Tagen ebenso die Erneuerung des Fahrbahnoberbaus auf der B480 zwischen Bad Berleburg und Winterberg. Damit liegt die Maßnahme nicht nur im Zeitplan, auch eine neuartige Herangehensweise bei der Sanierung hat den Praxistest bestanden.

Bundesweit zum ersten Mal waren kombiniert spezielle Maschinen zum Einsatz gekommen, durch die Straßen.NRW eine Vollsperrung der Bundesstraße in diesem Abschnitt – trotz geringer Fahrbahnbreiten – vermeiden konnte. Der Vorteil: Während einerseits die Bauarbeiten sicher und zügig erledigt wurden, konnten die Verkehrsteilnehmer die Strecke weiterhin halbseitig befahren. Eine herkömmliche Bauweise hätte hingegen eine Vollsperrung notwendig gemacht – und damit eine rund 40 Kilometer lange Umleitungsstrecke zwischen Bad Berleburg, Bad Berleburg-Raumland und Winterberg.

Kameras und Japanfräse

Die im Pilotprojekt erprobten Verfahren zielen vor allem darauf ab, möglichst die Beschäftigten im Baufeld – so genannte Mitgänger – auf der dem Verkehr zugewandten Seite einzusparen. Denn der Mitgänger, der zum Beispiel Fräs- und Asphaltierarbeiten neben dem Gerät begleitet und dabei auch Feinjustierungen vornimmt, ist die gefährdetste Person im Arbeitsfeld. Das wiederum macht entsprechende Sicherheitsabstände zum Verkehr unerlässlich. Ist die Fahrbahn schmal, bleibt häufig nur die Vollsperrung als probates Mittel. Beim Pilotprojekt an der B480 indes übernahmen unter anderem Kameras an der Fräse die Aufgaben des Mitläufers. Auch beim Fertiger setzte man in Bad Berleburg mit Kameras und Ultraschallsensoren testweise auf neue Technik. Durch diese hatten die Arbeiter im Cockpit das Arbeitsfeld sicher im Blick, auf das menschliche Auge des Mitläufers konnte verzichtet werden. Von den z.T. eingesetzten Asphaltfertigern gibt es weltweit derzeit nur zwei Exemplare. Testweise kam bei den Fräsarbeiten darüber hinaus eine so genannte Japanfräse zum Einsatz. Europaweit nur drei Mal gibt es dieses hochmoderne Gerät, das sein Fräsenblatt seitwärts bis zu 40 Zentimeter ausfahren kann. Erneut konnte dadurch der Mitläufer entfallen – und mit ihm große Sicherheitsabstände.

Anstelle einer Vollsperrung konnte die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Südwestfalen somit an der B480 eine Wanderbaustelle mit vier Teilabschnitten einrichten. Gearbeitet wurde unter fließendem Verkehr, geregelt über eine Baustellenampel. Für den überregionalen Durchgangsverkehr wurde eine Alternativroute ausgeschildert. Lediglich für den Einbau der Asphaltdeckschicht muss der Streckenabschnitt noch für ein Wochenende (23. bis 25. Oktober) voll gesperrt werden.

Die Arbeiten an der B480

Seit dem 14. September erneuert die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Südwestfalen den Oberbau der B480 auf einem rund 1,2 Kilometer langen Abschnitt. Dieser beginnt am Ortsausgang von Bad Berleburg und endet auf der freien Strecke kurz vor dem Bad Berleburger Ortsteil Wemlighausen. Erneuert wurden jeweils ca. 9.000 Quadratmeter Asphalttrag-, Asphaltbinder- und Asphaltdeckschicht.Straßen.NRW investiert in das Pilotprojekt rund 1,3 Millionen Euro aus Bundesmitteln.