L776: Neubau der Ortsumgehung Bad Fredeburg

Die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Sauerland-Hochstift baut die westlich der Ortschaft Bad Fredeburgs verlaufende L776n. Ziel der Planung ist die Entlastung der Ortsdurchfahrt Bad Fredeburgs (L776) vom Durchgangsverkehr und den damit verbundenen nachteiligen Auswirkungen für die Verkehrssicherheit und die städtebauliche Entwicklung.

Für die circa 2,5 Kilometer lange Ortsumgehung wird das Land Nordrhein-Westfalen nach derzeitiger Schätzung insgesamt 17,5 Millionen Euro investieren. Sechs Ingenieurbauwerke werden für die Umgehungsstraße neu gebaut, darunter eine rund 275 Meter lange und bis zu 17 Meter hohe Hangsicherung.

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Die Geschichte
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Die geschichtliche Entwicklung dieser Planung reicht weit zurück. Die topografischen Verhältnisse stellten und stellen für die Planung und die Baudurchführung eine besondere Herausforderung dar. Bereits 1971 gab es eine erste Abstimmung der Linie, für die 1978 ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet wurde. Diese Planung konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Ein Jahr später erfolgte die Vorlage einer neuen angepassten Planung. 1983 wurde diese Linie dann neu bestimmt.

Mit der Entwicklung der Umweltgesetzgebung wurde dann im Jahr 1999 eine Umweltverträglichkeitsstudie vergeben. Diese bestätigte die bereits linienbestimmte Trasse von 1983 als Vorzugsvariante, so dass kein neues Linienbestimmungsverfahren erforderlich wurde. Die Landesstraßenbedarfsplanfortschreibung von 2007 mit der Einstufung in die Stufe 2* eröffnete die Möglichkeit, das Planfeststellungsverfahren durchzuführen.

Dieses wurde im Dezember 2009 eingeleitet. Nach Erörterung aller Einwendungen und Erarbeitung eines Deckblattes erging im November 2016 der Planfeststellungsbeschluss. Seit dem 31.12.2016 liegt bestandskräftiges Baurecht vor.

Das Projekt
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Quelle: Straßen.NRW

Die Ortsumgehung von Bad Fredeburg wird den Kurort von störendem Durchgangsverkehr entlasten und somit die Aufenthalts- und Erholungsfunktion steigern.

Die L776 ist eine für die Region bedeutende Nord-Süd-Achse und schleust somit überdurchschnittlich viel Verkehr über enge Serpentinen und durch die Ortslage. Die L776 beginnt westlich von Paderborn an der B1 und verläuft bis nördlich von Rüthen in südwestlicher Richtung. Bei Büren ist sie mit der A44 (AS Büren) verbunden. An Rüthen führt die L776 östlich vorbei, direkt durch Bestwig - Nuttlar bis nach Bad Fredeburg, wo sie in den Bundesstraßenzug der B511 mündet.

Die Maßnahme umfasst den Neubau der L776 als westliche Umgehungsstraße des Ortsteiles Bad Fredeburg der Stadt Schmallenberg. Die Neubaumaßnahme wird die vorhandene L776 ersetzen, die durch den Ortsteil führt. Der Neubau der L776 soll den Nord-Süd-Verkehr sicher und schnell an Bad Fredeburg vorbeiführen, zur Strukturverbesserung des Hochsauerlandes beitragen, eine spürbare Entlastung des vorhandenen Straßennetzes bewirken und somit die Anwohner und Gäste in Bad Fredeburg durch eine Verminderung des Durchgangsverkehres von Lärm und Abgasen entlasten. Weiterhin werden Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehres verbessert und eine gefährliche Serpentine nördlich des Ortes entschärft.

Kompensationsmaßnahmen
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Bei der Erstellung des Landschaftspflegerischen Begleitplans (LBP) wurden Fledermausvorkommen durch Netzfänge und Bat-Recorder-Nachweise festgestellt.

Das bauvorbereitende Monitoring ergab im Jahr 2018 neun Arten. Für die Fledermausarten sind im LBP umfangreiche Schutz und Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen, zum Beispiel:

• Dauerhafte Errichtung von Irritationsschutzwänden sowie Überflughilfen

• Schaffung von Fledermaustrinkgewässer und Ersatzquartieren

• Anlage von Kleingewässern

• Umbau von Fichtenwald in Laubwald

• Aufforstung von Windwurfflächen mit Buchen(misch)wald

• Heckenpflanzungen mit vorgelagertem Saum

• Entwicklung von Extensivgrünland

Bau/Bauablauf
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Am 17.Oktober 2018 wurde mit dem 1. Spatenstich feierlich der offizielle Start der Baumaßnahme begangen.

Im Vorfeld sind jedoch einige Arbeiten angelaufen. Dabei war sicherlich der aufwendige Holzeinschlag in der Örtlichkeit am besten zu beobachten. Ebenso wurden Bohrarbeiten für die Erstellung des Baugrundgutachtens durchgeführt. In umweltfachlicher Hinsicht sind Fledermaustränkgewässer als Ersatzquartiere und Kleingewässer erstellt sowie Forst- und Wanderwege angelegt als auch umgelegt worden.

Die nächsten Schritte sind u. a. der kontinuierlich Erwerb von weiteren, noch erforderlichen Grundstücken. Ziel ist es dann die oben genannten Bauwerke nach und nach beginnend im Jahr 2019 zu errichten.

Sobald weitere Fortschritte im Bauablauf anstehen, werden diese hier veröffentlicht.