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L755: Verstärkung der Weserbrücke in Höxter

Visualisierung des A-Pylons
Visualisierung des A-Pylons

Die Weserbrücke Höxter ist derzeit für Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt. Der Grund ist bekannt: das Bauwerk hat statische Defizite, die den heutigen Ansprüchen des Schwerlastverkehrs nicht mehr standhalten. Zudem weist die Brücke Hohlstellen, Risse und ein ungewöhnliches Schwingverhalten auf. Nach einer Notinstandsetzung im Jahr 2016 hat die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Sauerland-Hochstift den Plan gefasst, das aus dem Jahr 1955 stammende Bauwerk noch vor der Landesgartenschau 2023 in Höxter zu verstärken. Ein Pylon in A-Form, ein ca. 25 Meter hohes Beton-Bauteil oberhalb der Fahrbahn mit Seilverspannung, soll die Brücke für Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen und mehr als zwei Metern Breite in beide Richtungen wieder passierbar machen. Die Baumaßnahmen sollen noch 2021 beginnen.

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Hintergrund
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Eine Nachrechnung des Bauwerkes unter Berücksichtigung der vorgefundenen Schäden hatte ergeben, dass die Brücke unter den heutigen Gegebenheiten verstärkt werden muss. Nach einer umfassenden Untersuchung ermittelten Brückenbau-Experten die einzig umsetzbare Version einer Verstärkung des Bauwerks mit einem Pylon.

Projektstand
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Das Konzept zur Verstärkung der Weserbrücke stammt aus einer Machbarkeitsstudie und wurde Anfang 2020 der Höxteraner Öffentlichkeit vorgestellt. Dabei wurden verschiedene Varianten eines Pylons gezeigt. Hierbei konnten die Bürger ihre Meinung zur Gestaltung des neuen Gesamtbauwerks mit einbringen. Ebenfalls beteiligt waren Stadt und Denkmalbehörde. Das Ergebnis: Eine Verstärkung der Weserbrücke mit einem A-Pylon. Auf dieser Basis wurden die Entwurfs- und Ausführungspläne für das Bauvorhaben erstellt. Parallel dazu mussten Zustimmungen von verschiedenen Behörden und Institutionen wie Bezirksregierung, Wasser- und Schifffahrtsbehörde, Straßenverkehrsbehörde, Polizei und Rettungsdienste eingeholt werden.

Derzeit laufen die Ausschreibungsarbeiten sowie die Prüfung der Ausführungsunterlagen durch einen Prüfingenieur.

Bauablauf
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Straßen.NRW wird mit den Bauarbeiten voraussichtlich noch im vierten Quartal 2021 beginnen. Zunächst werden die Unterbauten am Uferbereich der Weser erstellt. Zu diesem Zeitpunkt kann der derzeitige Verkehr noch über die Weserbrücke geführt werden. Im Anschluss erfolgen die Betonarbeiten für den Pylon. Mit Beginn der Arbeiten am Baukörper der alten Weserbrücke voraussichtlich Anfang 2022 wird zunächst der Kfz-Verkehr von der Brücke genommen und über die Umleitung "Weserbrücke Lüchtringen" geführt. Diese Umleitung wird voraussichtlich neun Monate aufrechterhalten.

Mit Beginn der Arbeiten am Pylon oberhalb der Fahrbahn, kann die Verkehrssicherheit der Verkehrsteilnehmer nicht mehr gewährleistet werden. Entsprechend muss die Brücke dann auch für Fußgänger und Radfahrer gesperrt werden. Diese Sperrung wird voraussichtlich für sechs Monate andauern.

Sowohl die Arbeiten im Gründungsbereich als auch die unterhalb des Bauwerks sind abhängig vom aktuellen Wasserstand der Weser. Es kann somit zu Verzögerungen oder Verschiebungen kommen.

Verkehrsführung
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Der KFZ-Verkehr wird während der Vollsperrung über die seit 2016 bewährte Umleitung für Fahrzeuge über die Weserbrücke Lüchtringen geführt. Die Regionalbus Braunschweig GmbH stellt derzeit einen Ersatzfahrplan auf. Insbesondere wird dabei der Schülertransport aus Boffzen kommend ins Schulzentrum Höxter berücksichtigt. Zudem wurde mit der Kreisleitstelle Höxter das bewährte Rettungskonzept für den Rettungsdienst der letzten Sperrungsphase in 2016 vereinbart. Für den touristischen und allgemeinen Radverkehr werden Alternativrouten zur Überquerung der Weser ausgewiesen.

Historie
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Die Weserbrücke von Höxter verbindet die südöstliche Innenstadt mit dem Brückfeld. Von der Altstadt aus ist sie Teil der Landesstraße 755 (Fürstenberger Straße), deren Abzweigungen südwärts über die niedersächsische Landesstraße 549/550 (Bahnhofstraße) nach Boffzen und als L 549 nach Neuhaus im Solling führt und als Landesstraße 550 nach Fürstenberg (Weser). Nordwärts führt die niedersächsische Landesstraße 550 (Holzmindener Straße) östlich des Höxteraner Stadtteils Lüchtringen und nach Holzminden. Auch die Bahnstrecke Altenbeken–Kreiensen, die in Höxter entlang zwischen Altstadt und Weser verläuft, kreuzt die L 755 in Höhe der Weserbrücke in Nähe des Haltepunktes Höxter–Rathaus.

Das 1955 entstandene Bauwerk ist an einer historisch wichtigen Ort entstanden, hier in der Nähe soll auch Karl der Große die Weser überschritten haben. Durch die Lage auf beiden Seiten der Weser ist der Standort nahezu hochwasserfrei. Die leicht gewölbte Rahmenbrücke in Spannbeton ist 165 Meter lang und etwa 14 Meter breit. Ihr Mittelpfeiler ist so angelegt, dass Treibgut und mögliche Eisschollen möglichst wenig Angriffsfläche bieten.

Die knapp 70 Jahre alte Brücke wurde nach den damals gültigen technischen Regelwerken und prognostizierten Verkehrsbelastungen bemessen. Die heutigen LKW-Verkehre waren nicht vorhersehbar. Erhebliche Fahrbahnschäden in 2016 erforderten als Sofortmaßnahmen eine Notinstandsetzung, infolgedessen nur noch Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht bis 3,5 Tonnen die Brücke passieren dürfen.

Bilder
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