Jetzt mit
Freunden teilen:

L530: Sanierung des Rathaustunnels in Lüdenscheid

Die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Südwestfalen saniert den Rathaustunnel an der L530 in Lüdenscheid. In dem Tunnel aus den 1970er Jahren ist seinerzeit auch Asbest verbaut worden. Bei der Sanierung des Tunnels testet Straßen.NRW mehrere Varianten und betritt damit bundesweit Neuland.

Wählen Sie aus, welcher Aspekt Sie interessiert:

Die Sanierung
öffnen

Ursprünglich sollte in beiden Tunnelröhren der L530 der Brandschutz verbessert und eine neue Betriebstechnik eingebaut werden. Baustart war im November 2018.

Bei den Arbeiten war Ende April 2019 festgestellt worden, dass möglicherweise beim Bau des Lüdenscheider Rathaus-Tunnels im Jahr 1970 asbesthaltige Materialien verwendet wurden. Dieser Verdacht bestätigte sich im Mai 2019.

Die Instandsetzungsarbeiten wurden daraufhin unterbrochen und die Tunnelportale verschlossen. Nach einer umfangreichen Probenentnahme wurde ein Konzept für eine Probesanierung entwickelt.

Mittlerweile wurde der Auftrag der Asbestsanierung an eine Spezialfirma aus Duisburg vergeben.

Die Sanierungsvarianten
öffnen

Folgende Sanierungsverfahren werden getestet: Sandstrahlen, Sand-Nass-Strahlen, Trockeneis-Strahlen, Trockeneis-Würfel-Strahlen, Glaspuder-Strahlen, Höchstdruck-Wasser-Strahlen, Stemmen.

In einem zwölf Meter langen Tunnelteilstück wurde unter anderem versucht, mit Hilfe eines Trockeneisstrahlers das asbesthaltige Material zu entfernen. Hier hat sich herausgestellt, dass der Abtrag des Materials zu gering ist.

In einem weiteren Testlauf wurde mit Hilfe eines Sandstrahlers das asbesthaltige Material abgetragen. Die enorme Staubentwicklung bei diesem Verfahren machte den Einsatz von stärkeren Filteranlagen notwendig, die erst nach Weihnachten 2019 eingebaut werden konnten. Als weitere Variante wird ein Stemmverfahren ausprobiert.

Momentan ist ein Spezialunternehmen mit der Asbestsanierung beauftragt, wobei die sogenannte HDW-Technik zum Einsatz kommt (Hochdruckwasserstrahlen).

Für einen solchen Auftrag mussten zunächst einige Vorarbeiten stattfinden – zum Beispiel die Reinigung der in der Tunnelröhre zurückgelassenen Gerätschaften. Erst nach dieser Spezialreinigung konnten diese abtransportiert werden. Außerdem müssen die nicht kontaminierten Flächen im Tunnel gegen eine Verunreinigung durch Asbestfasern geschützt werden, wozu es entsprechender Maßnahmen bedarf: die Tunnelwände werden dazu mit Folien abgeklebt und die Entwässerungsrinnen abgedichtet.

Eine weiterer notwendiger Aspekt der Asbestsanierung ist die Querabschottung des ersten Sanierungsbereiches. Für das Personal und auch für das Arbeitsmaterial wurden dafür eine Unterdruckzugangsschleusen aufgebaut und eingerichtet.

Der Zeitplan und Kosten
öffnen

Wie lange die Asbest-Sanierungsarbeiten dauern werden, lässt sich erst nach Abschluss von Probesanierung und Auswertung sowie Abstimmung mit den zuständigen Behörden ermitteln.

Sicher ist allerdings, dass erst nach dem Entfernen der asbesthaltigen Baustoffe die eigentliche Ertüchtigung des Brandschutzes der ersten Tunnelröhre beginnen kann. Für die Brandschutzertüchtigung veranschlagt Straßen.NRW etwa ein Jahr pro Tunnelröhre.

Die Asbestsanierung in der südlichen Tunnelröhre dauert voraussichtlich bis Mitte Juli 2021. Erst wenn dies erfolgreich abgeschlossen ist, wird die eigentliche Sanierung der Tunnelröhre fortgeführt.

Die ursprünglichen Sanierungskosten lagen bei 12,7 Millionen Euro. Wie hoch die Kosten der Asbestsanierung sein werden, muss noch ermittelt werden.

Der Gesundheitsschutz
öffnen

Bei der Asbest-Sanierung hat Straßen.NRW höchste Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Asbestfasern sind in gebundener Form nicht gesundheitsschädlich. Bei der Sanierung werden die Fasern allerdings freigesetzt und könnten eingeatmet werden. Aus diesem Grund ist die Tunnelröhre mit einer Schleuse versehen, die verhindert, dass Luft aus dem Innern nach außen gelangt.

Bildergalerien & Videos
öffnen

Von außen ist nicht viel zu sehen von dem, was da im Rathaustunnel in Lüdenscheid passiert. Doch innen tut sich einiges - eine Spezialfirma aus Duisburg wurde mit der Asbestsanierung beauftragt. Die Arbeiten schreiten stetig voran.

Für einen solchen Auftrag mussten zunächst einige Vorarbeiten stattfinden – zum Beispiel die Reinigung der in der Tunnelröhre zurückgelassenen Gerätschaften. Erst nach dieser Spezialreinigung konnten diese abtransportiert werden. Außerdem müssen die nicht kontaminierten Flächen im Tunnel gegen eine Verunreinigung durch Asbestfasern geschützt werden, wozu es entsprechender Maßnahmen bedarf: die Tunnelwände werden dazu mit Folien abgeklebt und die Entwässerungsrinnen abgedichtet. Eine weiterer notwendiger Aspekt der Asbestsanierung ist die Querabschottung des ersten Sanierungsbereiches. Für das Personal und auch für das Arbeitsmaterial wurden dafür  Unterdruckzugangsschleusen aufgebaut und eingerichtet.

Mit diesen wichtigen Voraussetzungen hat die eigentliche Asbestsanierung nun begonnen, die in vier Teilabschnitten stattfindet. Die Asbestsanierung in der südlichen Tunnelröhre dauert voraussichtlich bis Mitte Juli 2021. Erst wenn dies erfolgreich abgeschlossen ist, wird die eigentliche Sanierung der Tunnelröhre fortgeführt.

 

 

YouTube-Video: Asbest-Sanierung im Tunnel