B67/B474: Neubau zwischen Reken und Dülmen

Die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Münsterland baut die Neubaustrecke der B67/B474 zwischen Reken und Dülmen. Mit dem Neubau wird die Lücke in dem als durchgehende Kraftfahrstraße geplanten Straßenzug von Isselburg-Werth bis Dülmen geschlossen.

Das Projekt erlangte im März 2018 Baurecht. Knapp 81 Millionen Euro investiert der Bund in die 15,6 Kilometer lange Strecke, wobei 12,5 Kilometer zur B67 gehören und 3,1 Kilometer als B474 neu gebaut werden. Im Sommer 2018 wurde mit den ersten Bauarbeiten begonnen.

Grafik: Verlauf der geplanten Strecke
Quelle: Geobasis.NRW/Straßen.NRW

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Das Projekt
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Die zukünftige B67/B474 wird über drei neue Anschlussstellen mit dem übrigen Straßennetz verknüpft: K48 „Reken – Maria Veen“, „L600 Dülmen-Merfeld“, B474 „Coesfeld-Dülmen“ sowie über die vorhandene A43-Anschlussstelle „Dülmen-Nord“. Es werden 22 Brückenbauwerke errichtet. Dabei handelt es sich um zwölf Straßen- und Wegebrücken, acht Gewässerbrücken und zwei Bahnbrücken.

Die neue Straße wird mit einem Regelquerschnitt 15,5 mit einer befestigten Fahrbahnbreite von 12,5 Meter gebaut. Dabei ist die Bundesstraße zwischen Reken und der alten B474 in ihrer Höhenlage geländenah und im weiteren Verlauf bis zur Anschlussstelle Dülmen-Nord in einer Einschnittslage bis zu einer Tiefe von neun Metern geplant.

Skzze des Fahrbahnquerschnitts

Für den Schnellbus Münster-Bocholt werden am Baustreckenbeginn „Hadenbrock“ und an der Anschlussstelle Merfeld Bushaltestellen angelegt. An der L600 bei Reken wird ein Mitfahrerparkplatz gebaut.

Die Ausgleichsmaßnahmen
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Die Ermittlung des Ausgleichsflächenumfanges erfolgte über vorgegebene Verfahren. Die Verluste von Waldflächen sind durch Ersatzaufforstungen sicherzustellen. Konflikte mit Arten und deren Lebensräumen, die dem europäisch-nationalem Schutz unterliegen, wurden bereits vor Baubeginn durch die Bereitstellung von Ersatzlebensräumen geheilt. Hierbei handelt es sich um eine Größenordnung von 100 Hektar. Das Projekt beansprucht eine Gesamtfläche von 74 Hektar. Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen und auch die Maßnahmen für den Artenschutz umfassen in der Summe eine Fläche von 130 Hektar.

Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang neue, extensiv zu nutzende Feuchtgrünlandkomplexe. Diese wurden durch Umwandlung von Ackerflächen und intensiv genutzten Grünlandflächen geschaffen. Die besonderen Raumansprüche der Wat- und Wiesenvögel, allen voran der Große Brachvogel, waren hier für die Ausrichtung des Maßnahmenkonzeptes ursächlich.

Die Grünlandkomplexe stellen unmittelbare Ergänzungen oder Verbesserungen in oder im Umfeld der Naturschutzgebiete „Schwarzen Venn“ (Heiden) der „Heubachniederung“ (Reken), dem „Letter Bruch“ (Coesfeld) und im Merfelder Kottenbrook (Dülmen) dar.

Daneben werden die erwähnten Ersatzaufforstungen vielfach im Trassennahbereich realisiert. Weitere Maßnahmen sind die Anlage von Hecken und Waldrändern, Heideflächen sowie Uferrand- und Brachestreifen. Um den Bedürfnissen des Fischotters gerecht zu werden, werden im Streckenverlauf ergänzende Leiteinrichtungen und Querungsmöglichkeiten geschaffen.

Logistikkonzept
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Logistikroute Ost

Werden die Tempo-30-Zonen nur mit Schildern gesichert oder kann man auch Bodenschwellen einbauen?

Da die Lkw-Fahrten schon früh morgens beginnen, würden Bodenschwellen zu zusätzlichen Lärmbelästigungen führen.

Ampel Leuster Weg/Merodenweg, Änderung Verkehrsregelung:

Während der Erdmassen-Transporte wird der Verkehr an der Kreuzung mit einer 4-Phasen-Baustellenampel geregelt.

Sobald die Route Ost nicht mehr für die Lkw-Fahrten genutzt wird, wird die Ampel abgebaut. Im Zuge des Merodenwegs werden zwei digitale Geschwindigkeitsanzeigen mit Smileys installiert.

Die Einmündung aus Richtung Betonwerk Lütkenhaus auf die Wirtschaftswege 703 und 712 ist sehr schlecht einsehbar. Ist es möglich, während der Bauzeit einen Spiegel aufzubauen?

Vor Inbetriebnahme der Logistikroute wird dies überprüft. Sollten an dieser oder auch anderen Stellen Nachbesserungen notwendig sein, werden diese kurzfristig umgesetzt. Sollte an o.g. Stelle nach Rückbau der Logistikroute weiterhin ein Verkehrsspiegel gewünscht werden, ist dies mit dem Straßenverkehrsamt der Stadt Dülmen abzuklären.

Sind die rechtlichen Grundlagen für die Wegeverbreiterungen vorhanden?

Die Zustimmung der Stadt Dülmen und der Umweltbehörde sind erforderlich. Straßen.NRW legt gemeinsam mit der Stadt fest, wie weit die Wirtschaftswege nach Beendigung der Arbeiten wieder zurückgebaut werden.

Umschlagplatz liegt direkt am Hof: Es bestehen Bedenken bezüglich der eigenen Wasserversorgung des naheliegenden Hofes. Wie kommt man auf den Umschlagplatz? Wird eine Reifenwaschanlage eingerichtet? Erhält die Anlage einen Ölabscheider? Wie wird die Wasserversorgung der Anlage erfolgen?

Der Umschlagplatz wird zunächst über die Logistikroute erreichbar sein. Nach Herstellung der Zuwegung zur Anschlussstelle Dülmen-Nord erfolgt die Erreichbarkeit über die Anschlussstelle bzw. Autobahn. Straßen.NRW hat als Auftraggeber im Bauvertrag zwei Reifenwaschanlagen inkl. Auf- und Abbau sowie der notwendigen Betriebsmittel (Wasser) ausgeschrieben. Der Betrieb dieser Anlagen durch den AN hat nach den geltenden Vorschriften zu erfolgen. Die Wasserversorgung ist Sache des AN, erfolgt jedoch in Abstimmung mit Straßen.NRW.

Auf dem Wirtschaftsweg 712 bestehen keine Möglichkeiten zur Begegnung von größeren Fahrzeugen. Wie wird das Problem gelöst? Ist angedacht, den Wirtschaftsweg auszubauen?

Es werden acht Ausweichbuchten angelegt. Die genauen Positionen werden zusammen mit den Anliegern festgelegt.

Ein Ausbau des Wirtschaftsweges ist, im Hinblick auf die Nutzungsdauer, nicht geplant. Wenn es sich als notwendig erweist, wird die Zahl der Ausweichbuchten erhöht.

Wie erfolgt die Absprache konkret?

Unsere örtliche Bauüberwachung und die ausführende Firma nehmen Kontakt mit den Anliegern auf.

Wie wird sichergestellt, dass sich die Baufahrzeuge an die Beschilderung halten? Bei den Oberbodentransporten im Winter wurden die Wirtschaftswege, die mit „Anlieger frei“ gekennzeichnet sind, von den Baufahrzeugen benutzt. Die Schilder wurden umgefahren und nicht wieder aufgestellt.

Im Rahmen des Bauvertrages sind die AN verpflichtet die Verkehrssicherungsmaßnahmen regelmäßig zu kontrollieren. Dies wird durch Straßen.NRW geprüft und durchgesetzt.

Warum erfolgen die Materialtransporte in diesem Bauabschnitt nicht über die Trasse? Das wurde in der Planfeststellung vereinbart.

Im Bauvertrag ist die Priorisierung der Trasse als Förderweg festgeschrieben. Eine durchgängige Befahrung ist aufgrund von fehlenden bzw. noch nicht nutzbaren Brücken nicht gegeben. Aus bautechnischen Gründen werden die Brücken zusammen mit dem Erd- und Straßenbau ausgeschrieben und erstellt.

In der Planfeststellung wurde Folgendes festgelegt: Zitat Beschluss: „Zudem hat der Vorhabenträger darauf zu achten, dass der Baustellenverkehr soweit wie möglich über die zu bauende Trasse zu erfolgen hat[…}.“

In der Planfeststellung wurde festgelegt, dass es zu Beeinträchtigungen in einem erträglichen Maß kommen kann. 200/400 Fuhren pro Tag sind kein erträgliches Maß.

Die sich aus der Inanspruchnahme von Grundeigentum ergebenden Entschädigungsfragen sind im Entschädigungsverfahren geregelt. Dies ergibt sich aus § 19 FStrG i.V.m. EEG NRW bzw. aus § 74 Abs. 2 VwVfG.NRW. i. V. m. §19a FStrG und EEG NRW.

Nach geltendem Recht besteht kein Rechtsanspruch auf das Fortbestehen von Vorteilen, die sich aus einer bestimmten Verkehrslage von Grundstücken ergeben. Entsprechend kann aus einer geänderten Nutzung von Nachbargrundstücken kein Anspruch auf Entschädigung für eine befürchtete Wertminderung von Grundstücken oder Gebäuden resultieren.

Auch nach Verwirklichung der Baumaßnahme bleibt jedes Wohnhaus und jedes Grundstück an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen und kann – wie bisher – von allen Fahrzeugen angefahren werden.

Die durch den Bau einer Straße bedingten Umwege sind von den Betroffenen grundsätzlich hinzunehmen, weil kein Individualanspruch darauf besteht, dass jeweils die kürzeste Wegeverbindung zwischen verschiedenen Zielen unverändert für die Zukunft weiter besteht (Urteil BVerwG – IV C 15.75 – vom 29.04.77, NJW 77, S 1789).

Mit dem Neubau der B 67/ B474 wird eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur geschaffen. Im Einzelfall resultierende Umwege im untergeordneten Wegenetz sind vor dem Hintergrund der Verbesserung der Gesamtstruktur hinzunehmen.

Soweit sich die Wege für betroffene Landwirte erheblich verlängern und damit Rechte der Betroffenen nachteilig berührt werden, haben diese einen Entschädigungsanspruch nach §74 Abs. 2 VwVfG. Dies ist nur der Fall, wenn die zusätzlichen Wegstrecken für den landwirtschaftlichen Betriebsablauf erheblich sind und dieser Nachteil dem Betroffenen billigerweise nicht zugemutet werden kann (vgl. Kühling, Fachplanungsrecht, 1988 Rdnr. 257).

Inwiefern auch schon Einschränkungen während der Bauzeit - hinsichtlich bauzeitlicher Umwege und/oder erhöhtem Verkehrsaufkommen auf öffentlichen Straßen - bereits einen Entschädigungsanspruch auslösen könnten, müsste darüber hinaus jeweils im Einzelfall geprüft werden.

Wird als Umschlagplatz der sogenannte „tote Arm“ im Kreuz Dülmen Nord genutzt? Wie wird er angefahren?

Der Transport der Erdmassen erfolgt nach Fertigstellung der Anbindung zur A 43 über die Autobahn. Sowohl der Bereich der Anschlussstelle (u.a. toter Arm) als auch die Trasse wird als Baustelleneinrichtungsfläche/Lagerfläche/Umschlagplatz genutzt.

Auf dem Leuster Weg besteht viel Schulweg- und Radverkehr. Wie wird das während der einjährigen verstärkten Nutzung des Leuster Weges geregelt?

Im Einmündungsbereich L 580 / Leuster Weg wird eine Fußgängersignalanlage eingerichtet. Diese bleibt solange in Betrieb, bis eine durchgängige Befahrbarkeit des Leuster Weges im Bereich des Bauwerks 21 wieder gewährleistet ist.

In dem Zeitraum, in der die Erdmassen transportiert werden, wird der Kreuzungsbereich Merodenweg / Leuster Weg mit einer 4-Phasen-Signalanlage gesichert. Nach dem Rückbau der Ampelanlage werden an dieser Stelle zwei digitale Geschwindigkeitsanzeiger mit Smileys installiert.

Wird der Wirtschaftsweg 703, während des gesamten 1. Bauabschnittes mit 50 km/h beschildert? Heutzutage ist er mit „Anlieger frei“ beschildert.

Der Wirtschaftsweg 703 wird für die gesamte Bauzeit mit 50 km/h beschränkt. Bis zur Einmündung in den Haverlandweg wird der Querschnitt vergrößert und eine noch festzulegende Anzahl an Ausweichstellen installiert. Die bestehenden Beschilderungen bleiben erhalten.

Brücke Leuster Weg: Wege für die landwirtschaftlichen Betriebe verlängern sich deutlich. Querungen sind regelmäßig erforderlich. Die Wege für die landwirtschaftlichen Betriebe werden somit 2 -3 mal länger. Muss das so akzeptiert werden? Auch der Schulweg entlang der Billerbecker Str. verlängert sich deutlich?

Zur Sicherung der Schulwege werden alle notwendigen Maßnahmen ergriffen. (s.o.)

Ist der Haverlandweg als Umleitungsweg geeignet?

Der Haverlandweg wird ertüchtigt und ist damit Teil der Logistikroute. (s.o.)

In den Seitenbereichen des Wirtschaftsweges 703 liegen einige Versorgungsleitungen (auch eine privatverlegte Abwasserleitung). Wenn während der Bauzeit die Leitungen beschädigt werden, wie erfolgt eine Entschädigung?

Straßen.NRW wird mit der Stadt und den Anliegern entsprechende Beweissicherungsverfahren durchführen. Eine mögliche Entschädigung erfolgt über das Verursacherprinzip.

Logistikroute West

Der Kannebrocks Weg ist von der Roruper Straße (L600) ist zum heutigen Zeitpunkt für den LKW-Verkehr gesperrt. Wird das während der Bauzeit geändert?

Der Kannebrocksweg bleibt weiterhin für den Durchgangsverkehr gesperrt. Ein Teil der Logistikroute wird über den Kannebrocksweg/Alter Sandweg/Lolloweg geführt.

Sind Varianten geprüft worden? Hinweise: Sandweg oder Sperrung der kompletten L600 für den Durchgangsverkehr und diese Strecke als Logistikroute nutzen?

Die Varianten wurden geprüft. Der Bereich des alten Sandweges wird in die Logistikroute mit aufgenommen.

Ist geprüft worden, ob der Kannebrocks Weg im Bereich Bauernschaft 15 – 18 auf 5,50 Meter Breite ausgebaut werden kann?

Die Verbreiterung in diesem Bereich wäre technisch möglich gewesen. Die Logistikroute verläuft über den Lolloweg/Alter Sandweg/Kannebrocksweg.

Ist die Verstärkung der vorhandenen Brücke Kannebrocksbach geprüft worden?

Straßen.NRW prüft derzeit die technischen Möglichkeiten und wird eine Abwägung aus technischer und wirtschaftlicher Sicht durchführen.

Wann werden die gemessenen Grundwasserstände veröffentlicht?

Die Ergebnisse werden auf der Projektseite im März 2020 veröffentlicht.

Wie werden die Beweissicherungen von Gebäuden und Flächen durchgeführt? Wie werden Schäden dokumentiert?

Ein externer Gutachter wird, soweit erforderlich, gemeinsam mit der Stadt Dülmen, Straßen.NRW und den Eigentümern die Beweissicherung durchführen.

Wann wird die genaue Logistikroute vertraglich festgelegt?

Die Logistikroute ist Bestandteil des Vertrages der Baufirma.

Wie wird der Grundwasserspiegel während des Bodenabtrags im Einschnittsbereich kontrolliert?

Die Sicherung und ggf. Umverlegung der Grundwassermessstellen ist im Bauvertrag des 1. Bauabschnitts geregelt.

Ist es möglich, über Newsletter aktuelle Informationen zu erhalten?

Straßen.NRW wird zeitnah über die Projektseite eine Anmeldung für den Newsletter ermöglichen. Damit besteht die Möglichkeit, aktuelle Informationen abzurufen.

Bildergalerie (Quelle: Straßen.NRW)
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