B67/B474: Neubau zwischen Reken und Dülmen

Die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Münsterland baut die Neubaustrecke der B67/B474 zwischen Reken und Dülmen. Mit dem Neubau wird die Lücke in dem als durchgehende Kraftfahrstraße geplanten Straßenzug von Isselburg-Werth bis Dülmen geschlossen.

Das Projekt erlangte im März 2018 Baurecht. Knapp 81 Millionen Euro investiert der Bund in die 15,6 Kilometer lange Strecke, wobei 12,5 Kilometer zur B67 gehören und 3,1 Kilometer als B474 neu gebaut werden. Im Sommer 2018 wurde mit den ersten Bauarbeiten begonnen.

Grafik: Verlauf der geplanten Strecke
Quelle: Geobasis.NRW/Straßen.NRW

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Die Ausgangslage
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Mit dem Neubau der B67/B474 als durchgehende Straße zwischen Isselburg und Dülmen werden die Verkehrserschließung des Westmünsterlandes und seine großräumige Verkehrsanbindung wesentlich verbessert. Über die Verknüpfung mit den in Nord-Süd-Richtung verlaufenden A3 und A43 sowie der A31 wird die Verbindung zu den Niederlanden, zum ostfriesischen Raum und dem Ballungsraum Rhein-Ruhr hergestellt. Die vorhandene L600 zwischen Reken und dem Anschluss an die B474 (Dülmen-Coesfeld) kann diesen Anforderungen an eine großräumige Verkehrsverbindung nicht gerecht werden.

Die konkreten Planungen für eine neue Verkehrsverbindung zwischen Isselburg/Bocholt und Dülmen/A43 stammen bereits aus den 1970er Jahren. Im westlichen Münsterland sollte zur Verbesserung der Verkehrsbeziehungen zwischen den einzelnen Regionen und vor allem zur Anbindung an die in Nord-Südrichtung verlaufenden Bundesautobahnen eine neue, leistungsfähige Verkehrsverbindung geschaffen werden. So wurde die B67/B474 zwischen Bocholt/Isselburg und Dülmen/A43 als eine den Mobilitätswünschen und wirtschaftlichen Erfordernissen dieser Region entsprechende Ost-West-Verbindung geplant.

Die B 67n ist als Kraftfahrstraße seit 1971 im Bedarfsplan für Bundesfernstraßen enthalten. Der erste Bauabschnitt in dem insgesamt circa 60 Kilometer langen Neubauabschnitt der B67/B474 wurde bereits 1980 zwischen Borken und Reken fertiggestellt. Weitere Abschnitte folgten 1993 zwischen Isselburg und Bocholt, 2006 zwischen Bocholt und Rhede sowie 2010 zwischen Rhede und Borken.

Das Projekt
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Die zukünftige B67/B474 wird über drei neue Anschlussstellen mit dem übrigen Straßennetz verknüpft: K48 „Reken – Maria Veen“, „L600 Dülmen-Merfeld“, B474 „Coesfeld-Dülmen“ sowie über die vorhandene A43-Anschlussstelle „Dülmen-Nord“. Es werden 22 Brückenbauwerke errichtet. Dabei handelt es sich um zwölf Straßen- und Wegebrücken, acht Gewässerbrücken und zwei Bahnbrücken.

Die neue Straße wird mit einem Regelquerschnitt 15,5 mit einer befestigten Fahrbahnbreite von 12,5 Meter gebaut. Dabei ist die Bundesstraße zwischen Reken und der alten B474 in ihrer Höhenlage geländenah und im weiteren Verlauf bis zur Anschlussstelle Dülmen-Nord in einer Einschnittslage bis zu einer Tiefe von neun Metern geplant.

Skzze des Fahrbahnquerschnitts

Für den Schnellbus Münster-Bocholt werden am Baustreckenbeginn „Hadenbrock“ und an der Anschlussstelle Merfeld Bushaltestellen angelegt. An der L600 bei Reken wird ein Mitfahrerparkplatz gebaut.

Der rechtliche Sachstand
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Für die B67/B474 zwischen Reken und Dülmen wurde erstmals im Jahre 1981 ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet. Gegen die damalige Verfahrenstrasse wurden aber so gravierende Naturschutzbedenken erhoben, dass das Planfeststellungsverfahren nicht weitergeführt werden konnte.

Im Jahre 2004 erfolgte die Linienbestimmung für die abgestimmte neue Verfahrenstrasse. Das Planfeststellungsverfahren wurde 2010 eingeleitet. Der Planfeststellungsbeschluss wurde im Dezember 2017 erlassen. Klagen vor dem Oberverwaltungsgericht wurden hiergegen nicht erhoben, so dass der Planfeststellungsbeschluss seit dem 1. März 2018 unanfechtbar ist.

Die Ausgleichsmaßnahmen
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Die Ermittlung des Ausgleichsflächenumfanges erfolgte über vorgegebene Verfahren. Die Verluste von Waldflächen sind durch Ersatzaufforstungen sicherzustellen. Konflikte mit Arten und deren Lebensräumen, die dem europäisch-nationalem Schutz unterliegen, wurden bereits vor Baubeginn durch die Bereitstellung von Ersatzlebensräumen geheilt. Hierbei handelt es sich um eine Größenordnung von 100 Hektar. Das Projekt beansprucht eine Gesamtfläche von 74 Hektar. Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen und auch die Maßnahmen für den Artenschutz umfassen in der Summe eine Fläche von 130 Hektar.

Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang neue, extensiv zu nutzende Feuchtgrünlandkomplexe. Diese wurden durch Umwandlung von Ackerflächen und intensiv genutzten Grünlandflächen geschaffen. Die besonderen Raumansprüche der Wat- und Wiesenvögel, allen voran der Große Brachvogel, waren hier für die Ausrichtung des Maßnahmenkonzeptes ursächlich.

Die Grünlandkomplexe stellen unmittelbare Ergänzungen oder Verbesserungen in oder im Umfeld der Naturschutzgebiete „Schwarzen Venn“ (Heiden) der „Heubachniederung“ (Reken), dem „Letter Bruch“ (Coesfeld) und im Merfelder Kottenbrook (Dülmen) dar.

Daneben werden die erwähnten Ersatzaufforstungen vielfach im Trassennahbereich realisiert. Weitere Maßnahmen sind die Anlage von Hecken und Waldrändern, Heideflächen sowie Uferrand- und Brachestreifen. Um den Bedürfnissen des Fischotters gerecht zu werden, werden im Streckenverlauf ergänzende Leiteinrichtungen und Querungsmöglichkeiten geschaffen.

Der Bauablauf
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Dem ersten Spatenstich gingen umfangreiche, vorbereitende Arbeiten voraus. Zwei überplante Hofstellen wurden umgesiedelt und abgerissen. Die Eingriffe in Natur und Landschaft werden mit Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen in einer Gesamtgröße von 130 Hektar kompensiert. Davon wurden Artenschutzmaßnahmen im Umfang von 100 Hektar bereits funktionsgerecht hergestellt. In der Ortslage Maria Veen wurden im größeren Umfang Leitungsverlegungen durchgeführt. Voraussetzung für die ersten Bautätigkeiten ist das Freimachen des Baufeldes. Dazu zählen die Überprüfung der Trassenflächen nach Kampfmitteln sowie die Holzeinschlagsarbeiten in den Wintermonaten. Umfangreiche archäologische Untersuchungen sind vorab und baubegleitend im gesamten Baufeld erforderlich.

Die gesamte Baustrecke ist in vier Bauabschnitte unterteilt

erster Bauabschnitt

Der erste Bauabschnitt erstreckt sich vom Bahnübergang der L600 östlich von Dülmen-Merfeld bis zur Anschlussstelle an der A43 Dülmen-Nord. Die bodendenkmalpflegerischen Arbeiten in diesem Untersuchungsraum begannen im Frühjahr 2019. Diese archäologischen Untersuchungen vor Ort sind auf allen Flächen des ersten Bauabschnittes abgeschlossen.

Das Brückenbauwerk der alten B474 über die neue Bundesstraße an der Anschlussstelle Coesfeld-Dülmen wurde Anfang 2020 fertiggestellt. Die Straßenbauarbeiten für die Rampen zur Brücke beginnen im September 2020. Nach Fertigstellung der Rampen wird die heutige B474 über diese neue Brücke geführt.

Im September 2020 starteten ebenfalls die Erdarbeiten für den Straßenbau im Zuge des ersten Bauabschnittes. Die herzustellende Trasse liegt in diesem Bereich in einer Tiefe bis zu neun Metern unter der heutigen Geländehöhe. Dies erfordert ein Logistikkonzept für die Transporte der abzutragenden Erdmassen, welches seitens Straßen.NRW ausgearbeitet wurde.

Über die sogenannten Logistikrouten Ost und West werden die Erdmassen zu den Bereichen befördert, wo für die spätere Neubaustrecke Straßendämme entstehen. Die übrigen Erdmassen werden über das Autobahnkreuz der A43 Anschlussstelle Dülmen-Nord abtransportiert.

Die beiden Brückenbauwerke (Überführung Haverlandweg und Überführung Leusterweg) befinden sich in der Bauvorbereitung. Der Baubeginn der beiden Bauwerke ist für Frühjahr 2021 geplant.

Ansprechpartner Vorort für die aktuellen Bauarbeiten:

Bauüberwachung, Straßen.NRW: Dominik Schuurmann, Mobil: 0152 01668431

Bauleitung, Baufirma: Stefan Herking, Mobil: 0151 56806612

Die weiteren Bauabschnitte

Der zweite Bauabschnitt beginnt an der zukünftigen Anschlussstelle Dülmen-Merfeld (L600) und endet am Bahnübergang. Die Arbeiten in diesem Teilabschnitt begannen im Frühjahr 2019 mit der Umlegung von Versorgungsleitungen. Im Spätsommer 2019 erfolgte der Baubeginn für die Arbeiten für die Brücken über den Kottenbrocksbach. Diese beiden Bauwerke sind fertiggestellt. Die Brückenbauarbeiten für die Unterführungen des Mühlenbaches, der Landesstraße 600 sowie der DB-Gleise befinden sich aktuell im Bau. Die archäologischen Untersuchungen wurden abgeschlossen und im September 2020 für den Bau freigegeben.

Zeitgleich befinden sich die weiteren Abschnitte in der Bauvorbereitung.

Bildergalerie (Quelle: Straßen.NRW)
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YouTube-Video: Drohnenflug

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