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B64: Ersatzneubau der Brücke Borchener Straße

Foto: Brücke Borchener Straße
Die Brücke Borchener Straße (Quelle: Straßen.NRW)

Die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Sauerland-Hochstift plant den Neubau der Brücke im Zuge der B64 über die L755 (Borchener Straße) am Südrand der Stadt Paderborn. Das bestehende Brückenbauwerk weist Tragfähigkeitsdefizite auf.

Die Gründe dafür sind vielfältig, unter anderem sind die Defizite auf die deutliche Zunahme des Verkehrsaufkommens und der Steigerung der Achslasten in Güterverkehr zurückzuführen. Hinzu kommt eine erheblich gestiegene Anzahl von genehmigungspflichtigen Schwertransporten. Zudem ist die Konstruktion der Brücke sehr filigran.

Aufgrund dieser Defizite musste die Verkehrsführung im Bereich des Bauwerks verändert werden, um die einwirkenden Lasten zu verringern. Die derzeitig bestehenden Maßnahmen zur Lastreduzierung sind aber keine Dauerlösung. Eine dauerhafte Verstärkung der Brücke ist nicht möglich. Somit kommt aus konstruktiven und wirtschaftlichen Gründen nur ein Ersatzneubau in Frage.

Die Baumaßnahme ist im November 2021 gestartet. Derzeit befindet sich die Maßnahme in der ersten Bauphase, der Verstärkung des nördlichen Teilbauwerks (Fahrtrichtung Rheda-Wiedenbrück). Der Neubau der Brücke soll voraussichtlich 2024 abgeschlossen sein.

Die bestehende Brücke

Die im Jahre 1967 errichtete Brücke besteht aus zwei voneinander getrennten Teilbauwerken, auf denen je Fahrtrichtung zwei Fahrstreifen sowie eine Auf- beziehungsweise Abfahrt geführt werden. Zusammen genommen ist die Brücke zwischen den Geländern 34 Meter breit. Das Bauwerk erstreckt sich über drei Felder mit einer Gesamtlänge von 52,56 Metern.

Täglich nutzen rund 37.000 Pkw und 2.000 Lkw die Brücke. Die unterhalb liegende L755 befahren etwa 19.000 Pkw und 1.500 Lkw.

Der geplante Ersatzneubau

In Abstimmung mit dem Bundesverkehrsministerium und im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung wurden mehrere Varianten vorgestellt. Die unten dargestellte Variante eines Drei-Feld-Bauwerks ist nun die Variante, die gebaut werden soll. Im Vergleich zum bestehenden Bauwerk wird die zukünftige Brücke aus statischen Gründen mit 59,80 Metern rund sieben Meter länger, während die Breite der Brücke je Überbau um 1,25 Meter reduziert wird. Die neuen Brückenpfeiler erhalten denselben Abstand zum Fahrbahnrand der L755 wie die bisherigen Pfeiler.

Ansicht der Brücke
Quelle: Straßen.NRW
Ansicht der Brücke
Quelle: Straßen.NRW

Bauablauf

Aufgrund der zentralen Lage des Kreuzungspunktes im Gewerbebereich von Paderborn sollen die bauzeitlichen Verkehrseinschränkungen möglichst gering gehalten werden.

Der Ersatzneubau der Brücke soll daher in drei Hauptbauphasen durchgeführt werden:

1. Verstärkung des nördlichen Teilbauwerks (Fahrtrichtung Rheda-Wiedenbrück)

2. Abbruch und Neubau des südlichen Teilbauwerks (Fahrtrichtung Höxter)

3. Abbruch und Neubau des nördlichen Teilbauwerks (Fahrtrichtung Rheda-Wiedenbrück)

Während der Dauer der Verstärkungsmaßnahme müssen einzelne Fahrbeziehungen der Anschlussstelle zeitweise gesperrt werden. Die B64 und die L755 bleiben dennoch durchgängig befahrbar.

Im Anschluss an die Verstärkung ist zwar weiterhin mit bauzeitlichen Einschränkungen auf der B64 und auf der L755 zu rechnen, beide Straßen bleiben aber durchgängig befahrbar.

Lediglich für den Abbruch des Bestandsbauwerks und das Verlegen der Spannbetonfertigteile muss die L755 an insgesamt vier Wochenenden gesperrt werden.

Projektstand

Seit vergangener Woche sind die Maßnahmen zur Verstärkung am nördlichen Träger des Brückenbauwerks in Richtung Salzkotten abgeschlossen. In dieser Woche konnte der Verkehr auf die äußeren Fahrspuren des Bestands-Bauwerks umgelegt werden. Jetzt können die Flächen der Brücke am südlichen Träger der Brücke in Fahrtrichtung Salzkotten – sowohl von Seiten der B64 als auch der L755 – für den anschließenden Einbau der zusätzlich verstärkenden Betonstahlbewehrung freigelegt und vorbereitet werden.

Voraussichtlich im Juni 2022 werden die Maßnahmen zur Verstärkung am nördlichen Brückenbauwerk abgeschlossen sein.

Arbeitsgerüst unter der Brücke im Verlauf der L755

Von hier aus wird die Trägerunterseite mittels Hochdruckwasserstrahlen vorbereitet, Bohrungen zum Einbau der zusätzlichen Bewehrung ausgeführt und anschließend der Spritzbeton aufgetragen.

Eingehauster Abschnitt auf dem Bestands-Brückenbauwerk

Hier wird bereits die oberste Schicht des Betons (ca. 5 cm) mit dem Hochdruckwasserstrahl abgetragen. im Anschluss erfolgen die Bohrungen bevor die die zusätzliche Bewehrung eingebaut wird.

Verkehrsführung während der Bauzeit

Für die gesamte Dauer der Verstärkungsmaßnahme muss die Abfahrt in Fahrtrichtung Rheda-Wiedenbrück zur L755 gesperrt werden. Verkehrsteilnehmer müssen je nach Fahrtziel entweder der Umleitungsstrecke U2 (grün dargestellt) über die Giselastraße, Südring und Warburger Straße in Richtung Höxter oder der Umleitungsstrecke U 3 (braun dargestellt) über die B64 und die Abfahrt Frankfurter Weg/Balhorner Feld in Richtung Paderborn Zentrum folgen.

Darüber hinaus ist das Auffahren von der L755 aus Borchen kommend auf die B64 in Fahrtrichtung Rheda-Wiedenbrück für diesen Zeitraum nicht möglich. Verkehrsteilnehmer folgen der Umleitungsstrecke U1 (blau dargestellt) über die Borchener Straße und den Frankfurter Weg.