Aktueller Stand

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Das ist der aktuelle Stand
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Aktuell befindet sich das Projekt in einer frühen Anfangsphase der Planung, in der Vorplanung. (Planungsschritte zum Bau) In diesem Stadium müssen viele Rahmenbedingungen geklärt und Erkenntnisse gewonnen werden. So finden beispielsweise ökologische Bestandserfassungen, eine Umweltverträglichkeitsstudie und eine Verkehrsuntersuchung statt. Es handelt sich um wichtige Aspekte, die bei einer Planung berücksichtigt werden müssen und in die weiteren Überlegungen einfließen. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse werden im nächsten Schritt dann verschiedene Ausbaumöglichkeiten und -varianten untersucht.

Umweltverträglichkeitsstudie
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Neben dem straßenbautechnischen Entwurf und Verkehrsuntersuchungen ist die Erarbeitung einer Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) unerlässlich. Deren Aufgabe ist, im Umfeld des Planungsbereichs die Betroffenheit diverser Schutzgüter (wie u.a. Menschen und deren Gesundheit, biologische Vielfalt der Pflanzen und Tiere, Wasser, Klima, Luft und Landschaft) zu erfassen und zu bewerten, um eine auf diese schützenswerten Güter bezogene, möglichst konfliktarme Trasse planen zu können. Die UVS ist dabei das Kernstück jeder Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), die bei Bauvorhaben dieser Dimension vorgelegt werden muss.

Zur Erstellung der UVS für die Ortsumgehung Kierspe wurde zunächst eine faunistische Planungsraumanalyse erstellt. Deren Ergebnisse sind die Grundlage für die noch laufende faunistische Kartierung, bei der alle planungsrelevanten Tierarten (z.B. Wildkatze, Haselmaus, Fledermäuse, alle Vogelarten, Geburtshelferkröte) an ausgewählten Orten mit festgelegten Methoden untersucht und kartiert werden. Bei dieser Kartierung erfährt das beauftragte Planungsbüro große Unterstützung und Hilfsbereitschaft der Bevölkerung, deren Beobachtungen und Hinweise auf das Vorkommen von Tierarten gern entgegengenommen und in die Untersuchungen einbezogen werden. Leider sind die Ergebnisse der Kartierung in Bezug auf einige Tierarten im Untersuchungszeitraum 2020 unbefriedigend, da die Witterung für diese Arten im Frühjahr ungünstig war (Amphibien) oder der Untersuchungsraum ausgedehnt werden muss, da keine Individuen gefunden wurden (Schlingnatter).

Sobald alle Ergebnisse in Bezug auf die o.g. Schutzgüter vorliegen, wird an der Fertigstellung der Umweltverträglichkeitsstudie, die bereits in Auftrag gegeben ist, gearbeitet.

Verkehrsuntersuchung
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Die Verkehrsuntersuchung ist Teil der Vorplanung und somit der vorbereitenden Grundlagenermittlung zur Planung einer neuen Ortsumgehung. Diese Untersuchung startet im März 2021 mit der Bestandserfassung in und um Kierspe herum.

Ziel der Verkehrsuntersuchung ist es, fundierte Ergebnisse darüber zu liefern, wie die verkehrliche Situation im Planungsraum der Ortsumgehung aktuell, aber auch mit einer möglichen Ortsumgehung aussehen wird. Sie gibt Auskunft darüber, welche Strecken entlastet werden bzw. welche Strecken möglicherweise zusätzliche Belastungen erfahren. Außerdem lässt sich mit den Ergebnissen aussagen, wie viel Verkehr die neue Trasse aufnehmen wird.

Die Ergebnisse zur Verkehrsuntersuchung sind die entscheidende Grundlage, um die Auswirkungen in Hinblick auf Lärm und Schadstoffe zu ermitteln. Die Verkehrsuntersuchung dient dazu, die verkehrlichen Wirkungen verschiedener hypothetischer Trassenverläufe der Ortsumgehung – der sogenannten Planfälle – zu untersuchen und darzustellen.

Wie läuft die Verkehrsuntersuchung ab?

Voraussetzung für die Verkehrsuntersuchung ist der Aufbau eines Verkehrsmodells, mit dem die Verkehrssituation im Jahr 2030, dem zurzeit maßgeblichen Prognosejahr, ermittelt werden kann. Diese Prognose ermöglicht wiederum den Vergleich von Planfällen, also von Varianten der Trasse Ortsumgehung – und zu der Situation im Jahr 2030 ohne Neubau (Prognose-Bezugsfall).

Grundlage für jedes Verkehrsmodell ist neben einer breiten Datengrundlage (diverse Gutachten und Pläne) und den Ergebnissen der Straßenverkehrszählung SVZ 2015 die Erhebung des Ist-Zustands in Form umfassender Verkehrszählungen. Zunächst werden die aktuellen Verkehrsbelastungen und Verkehrsrouten vom beauftragten Ingenieurbüro erhoben. Für die Ortsumgehung Kierspe werden hierfür an verschiedenen Werktagen und über unterschiedliche Zeiträume Knotenstrom-Zählungen und 24h-Zählungen durchgeführt, einschließlich der Erfassung des Schwerverkehrsanteils. In einem weiteren Schritt wird das Modell mit der Straßenverkehrszählung des Bundes (SVZ 2015) abgeglichen.

Um die Wirkung der o.g. Planfälle korrekt zu erfassen, geht das Netzmodell der Verkehrsuntersuchung über den Raum, in dem die eigentliche Planung von Trassenvarianten stattfinden wird, deutlich hinaus. Die Verkehrsuntersuchung wird die verkehrlichen Wirkungen insbesondere in Bezug auf die Erreichbarkeit der Region und die Anbindung an die umliegenden Ballungsräume feinmaschiger untersuchen.