B54: Ortsumgehung Kierspe

In Kierspe fahren pro Tag rund 12.000 PKW und LKW über die zum Teil sehr enge B237 und die L528 durch den Ort. Sie kommen aus Wipperfürth und Halver und fahren weiter nach Meinerzhagen, zur A45 und umgekehrt. Hinzu kommt der Verkehr innerhalb von Kierspe.

Die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Südwestfalen plant die B54 Ortsumgehung Kierspe, die im aktuellen Bundesverkehrswegeplan 2030 als vordringlicher Bedarf eingestuft ist. Sie soll die Ortsdurchfahrt vom Verkehr entlasten, um die Wohn- und Aufenthaltsqualität zu verbessern, sowie den regionalen und überregionalen Verkehr besser an die umliegenden Städte und das Autobahnnetz anbinden.

Übersichtsplan
Übersichtsplan (Quelle: Straßen.NRW)

Wählen Sie aus, welcher Aspekt Sie interessiert:

Das ist geplant
öffnen

Der Betrachtungsraum für die Ortsumgehung liegt im nördlichen Bereich von Kierspe, wobei eine Linie über den Lauseberg verlaufen kann. In einer älteren Planung wurde die Straße als sogenannter „Lausebergaufstieg“ geplant. Die Länge der Strecke beträgt ca. 3,7 km und wird als zweistreifige Fahrbahn geplant.

Das ist der aktuelle Stand
öffnen

Aktuell befindet sich das Projekt in einer frühen Anfangsphase der Planung, in der Vorplanung. (Planungsschritte zum Bau) In diesem Stadium müssen viele Rahmenbedingungen geklärt und Erkenntnisse gewonnen werden. So finden beispielsweise ökologische Bestandserfassungen, eine Umweltverträglichkeitsstudie und eine Verkehrsuntersuchung statt Es handelt sich um wichtige Aspekte, die bei einer Planung berücksichtigt werden müssen und in die weiteren Überlegungen einfließen. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse werden im nächsten Schritt dann verschiedene Ausbaumöglichkeiten und -varianten untersucht.

Umweltverträglichkeitsstudie
öffnen

Neben dem straßenbautechnischen Entwurf und Verkehrsuntersuchungen ist die Erarbeitung einer Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) unerlässlich. Deren Aufgabe ist, im Umfeld des Planungsbereichs die Betroffenheit diverser Schutzgüter (wie u.a. Menschen und deren Gesundheit, biologische Vielfalt der Pflanzen und Tiere, Wasser, Klima, Luft und Landschaft) zu erfassen und zu bewerten, um eine auf diese schützenswerten Güter bezogene, möglichst konfliktarme Trasse planen zu können. Die UVS ist dabei das Kernstück jeder Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), die bei Bauvorhaben dieser Dimension vorgelegt werden muss.

Zur Erstellung der UVS für die Ortsumgehung Kierspe wurde zunächst eine faunistische Planungsraumanalyse erstellt. Deren Ergebnisse sind die Grundlage für die noch laufende faunistische Kartierung, bei der alle planungsrelevanten Tierarten (z.B. Wildkatze, Haselmaus, Fledermäuse, alle Vogelarten, Geburtshelferkröte) an ausgewählten Orten mit festgelegten Methoden untersucht und kartiert werden. Bei dieser Kartierung erfährt das beauftragte Planungsbüro große Unterstützung und Hilfsbereitschaft der Bevölkerung, deren Beobachtungen und Hinweise auf das Vorkommen von Tierarten gern entgegengenommen und in die Untersuchungen einbezogen werden. Leider sind die Ergebnisse der Kartierung in Bezug auf einige Tierarten im Untersuchungszeitraum 2020 unbefriedigend, da die Witterung für diese Arten im Frühjahr ungünstig war (Amphibien) oder der Untersuchungsraum ausgedehnt werden muss, da keine Individuen gefunden wurden (Schlingnatter).

Sobald alle Ergebnisse in Bezug auf die o.g. Schutzgüter vorliegen, wird an der Fertigstellung der Umweltverträglichkeitsstudie, die bereits in Auftrag gegeben ist, gearbeitet.

Verkehrsuntersuchung
öffnen

Die Verkehrsuntersuchung ist Teil der Vorplanung und somit der vorbereitenden Grundlagenermittlung zur Planung einer neuen Ortsumgehung. Diese Untersuchung startet im März 2021 mit der Bestandserfassung in und um Kierspe herum.

Ziel der Verkehrsuntersuchung ist es, fundierte Ergebnisse darüber zu liefern, wie die verkehrliche Situation im Planungsraum der Ortsumgehung aktuell, aber auch mit einer möglichen Ortsumgehung aussehen wird. Sie gibt Auskunft darüber, welche Strecken entlastet werden bzw. welche Strecken möglicherweise zusätzliche Belastungen erfahren. Außerdem lässt sich mit den Ergebnissen aussagen, wie viel Verkehr die neue Trasse aufnehmen wird.

Die Ergebnisse zur Verkehrsuntersuchung sind die entscheidende Grundlage, um die Auswirkungen in Hinblick auf Lärm und Schadstoffe zu ermitteln. Die Verkehrsuntersuchung dient dazu, die verkehrlichen Wirkungen verschiedener hypothetischer Trassenverläufe der Ortsumgehung – der sogenannten Planfälle – zu untersuchen und darzustellen.

Wie läuft die Verkehrsuntersuchung ab?

Voraussetzung für die Verkehrsuntersuchung ist der Aufbau eines Verkehrsmodells, mit dem die Verkehrssituation im Jahr 2030, dem zurzeit maßgeblichen Prognosejahr, ermittelt werden kann. Diese Prognose ermöglicht wiederum den Vergleich von Planfällen, also von Varianten der Trasse Ortsumgehung – und zu der Situation im Jahr 2030 ohne Neubau (Prognose-Bezugsfall).

Grundlage für jedes Verkehrsmodell ist neben einer breiten Datengrundlage (diverse Gutachten und Pläne) und den Ergebnissen der Straßenverkehrszählung SVZ 2015 die Erhebung des Ist-Zustands in Form umfassender Verkehrszählungen. Zunächst werden die aktuellen Verkehrsbelastungen und Verkehrsrouten vom beauftragten Ingenieurbüro erhoben. Für die Ortsumgehung Kierspe werden hierfür an verschiedenen Werktagen und über unterschiedliche Zeiträume Knotenstrom-Zählungen und 24h-Zählungen durchgeführt, einschließlich der Erfassung des Schwerverkehrsanteils. In einem weiteren Schritt wird das Modell mit der Straßenverkehrszählung des Bundes (SVZ 2015) abgeglichen.

Um die Wirkung der o.g. Planfälle korrekt zu erfassen, geht das Netzmodell der Verkehrsuntersuchung über den Raum, in dem die eigentliche Planung von Trassenvarianten stattfinden wird, deutlich hinaus. Die Verkehrsuntersuchung wird die verkehrlichen Wirkungen insbesondere in Bezug auf die Erreichbarkeit der Region und die Anbindung an die umliegenden Ballungsräume feinmaschiger untersuchen.

Beteiligung der Öffentlichkeit
öffnen

Die Planer*innen möchten alle Interessierten über einen Dialog aktiv einbinden und so Transparenz herstellen. Dazu zählt, die Öffentlichkeit frühzeitig zu informieren, Hinweise zu erhalten und Nachvollziehbarkeit über Zwischenschritte und Ergebnisse der Planung herzustellen.

Ziel ist es, die Planung mit Hilfe aller Hinweise zu optimieren. Als Ergebnis arbeitet Straßen.NRW eine sogenannte Vorzugsvariante für die B54 Ortsumgehung Kierspe heraus.

Das Büro IKU_Die Dialoggestalter ist von Straßen.NRW mit dem planungsbegleitenden Dialog beauftragt. Zur Vorbereitung des Dialogs führt IKU aktuell Gespräche mit Kommunen, Verbänden, Institutionen und Vereinen. Sie dienen dazu, erste Hinweise zu Chancen und Herausforderungen der Planung zu erhalten und auch zu erfahren, welche Erwartungen die verschiedenen Interessengruppen an den planungsbegleitenden Dialog haben. Die Ergebnisse dieser Interessenanalyse fließen in die Ausgestaltung von Informations- und Dialogformaten ein. Geplant sind beispielsweise öffentliche Veranstaltungen wie Infomessen, Exkursionen oder Info-Mobil, sowie nicht-öffentliche Treffen eines Dialogforums.

Aktuelle Termine
öffnen

Diese Projektwebsite ist die zentrale Anlaufstelle, wenn es um Informationen zum Planungsstand und um den planungsbegleitenden Dialog geht. Sie erfahren nicht nur, welche Veranstaltungen es geben wird, wo und wann diese stattfinden, sondern finden im Anschluss daran auch die entsprechenden Dokumentationen hier auf dieser Website.

Frühjahr 2021 – 1. Dialogforum (Interessensgruppen und Zufallsbürger*innen)

Kontakt
öffnen

Für Fragen zur Planung
Straßen.NRW Regionalniederlassung Südwestfalen
Untere Industriestraße 20, 57250 Netphen
Kevin Lass (Projektleiter)
Kevin.lass@strassen.nrw.de

Für Fragen zum Dialog
IKU GmbH
Olpe 39, 44139 Dortmund
Jürgen Anton
anton@dialoggestalter.de
dialoggestalter.de