B64: Die Ortsumgehung Herzebrock-Clarholz

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Die Vorgeschichte der Ortsumgehung
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Schon Anfang der 90er Jahre gab es Planungen für die Ortsumgehung Herzebrock–Clarholz. Damals wurden im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsstudie (begonnen im Jahr 1991) verschiedene mögliche Streckenverläufe (nördlich und südlich von Herzebrock–Clarholz) untersucht. 2004 wurde in Abstimmung mit allen zuständigen Behörden die ortsnahe Südumgehung in Anlehnung an das Gewerbegebiet Herzebrock vereinbart.

Durch den aktuellen Bundesverkehrswegeplan aus dem Jahr 2015 ist die bis dato als Maßnahme des weiteren Bedarfs mit Planungsrecht (WB*-Maßnahme) geführte Umgehungsstraße Herzebrock – Clarholz nun ein Projekt des Vordringlichen Bedarfs (VB) geworden. Zusätzlich wird auch der Gesamtstreckenzug der B 51/B 64 in den vordringlichen Bedarf eingestuft. Durch die überregionale Bedeutung des Gesamtstreckenzuges ist festgelegt, die B 64 als eine Kraftfahrstraße mit drei Fahrstreifen zu realisieren.

Verlauf der neuen Strecke
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Die Neubaustrecke der Ortsumgehung Herzebrock Clarholz (B64n) beginnt an der Kreisgrenze Warendorf/Gütersloh und endet nach Einschleifen in die vorhandene B 64 an der Umgehung Rheda-Wiedenbrück östlich von Herzebrock. Verantwortlich ist daher die Straßen.NRW-Niederlassung Ostwestfalen-Lippe.

Die ersten 650 Meter zwischen der Kreisgrenze und dem ehemaligen Verlauf des Axtbaches werden im vorhandenen Zuge von 14 Metern auf 15 Meter verbreitert. Im Anschluss schwenkt die B64 aus der vorhandenen Trassenführung aus, und überquert die Bahnlinie Rheda-Wiedenbrück —Münster. Nach Kreuzung der Bahnlinie verläuft die B64 westlich von Clarholz in etwa mittig zwischen dem Hof Pavenstädt und dem historischen Prämonstratenserkloster in einem Abstand zwischen 170 und 400 Metern zum bebauten Ortsrand. Im weiteren Verlauf umfährt die B64 in einem weiten Bogen das Waldgebiet „Blinder Busch" und verläuft zwischen der Samtholzstraße (K13) und der Möhlerstraße (K52) am südwestlichen Rand des Gewerbegebietes von Herzebrock-Clarholz.

Nach Kreuzung der Möhlerstraße setzt sich die B64 in einem Abstand von ca. 300 Metern zum Ortsteil Herzebrock fort und umfährt mit einem großen Bogen das Waldgebiet „Ritterbusch" östlich von Herzebrock. Im Bereich der bestehenden Einmündung der Herzebrocker Straße (L568) in die Clarholzer Straße (B64) überquert die Neubaustrecke der B64 erneut die Bahnlinie Rheda-Wiedenbrück—Münster und trifft im Bereich der Brücke Rheder Straße wieder auf die vorhandene B64.

Die Gründe für die Ortsumgehung
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Die heutige verkehrliche Situation auf der B64 in den Ortskernen von Herzebrock und Clarholz ist gekennzeichnet durch viele Ampelkreuzungen, zahlreiche Einmündungen und die parallel zur B64 verlaufende Bahnstrecke Münster– Rheda-Wiedenbrück mit einer entsprechend hohen Anzahl gesicherter und ungesicherter Bahnübergänge.

Alle Verkehrsteilnehmer müssen im Berufsverkehr oft lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Die große Anzahl der Kreuzungen mit vielen ein- und ausfahrenden Fahrzeugen schränkt die Leistungsfähigkeit derart ein, dass es regelmäßig zu Rückstau kommt. Zusätzlich behindert die parallel zur B64 verlaufende Bahnlinie, deren Bahnübergänge mit Ampeln versehen sind, den Verkehrsfluss.

Die Planungen von Straßen.NRW sehen vor, dass mit der Ortsumgehung zukünftig ein Großteil des PKW-Verkehrs und der überwiegende Teil des Schwerlastverkehrs um den Ortskern herumgeführt werden. Das hat mehrere Vorteile:
Die Anwohner innerorts werden zukünftig deutlich weniger unter Lärm und Abgasen leiden, wodurch ihre Wohn- und Lebensqualität erheblich steigt. Außerdem erhöht sich durch die Abnahme des Verkehrs im Ort die Verkehrssicherheit.

Die alte Ortsdurchfahrt kann nach Fertigstellung der Ortsumgehung auf verschiedene Weisen umgestaltet werden. So könnten zum Beispiel Maßnahmen für Fußgänger und Radfahrer sowie zur Verbesserung des Stadtbildes umgesetzt werden.

Der aktuelle Stand
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Der Entwurf wurde dem Ministerium 2012 zur Genehmigung vorgelegt. Gemäß der Entscheidung des Ministeriums soll die Entwurfsgenehmigung parallel zur Erstellung der Planfeststellungsunterlagen erfolgen.

Die Fachgutachten einschließlich des Landschaftspflegerischen Begleitplanes werden derzeit aktualisiert. Das Ergebnis der im September 2018 durchgeführten Verkehrszählung für die Ortsumgehungen Warendorf, Beelen und Herzebrock-Clarholz bildet die Grundlage für die Erstellung eines neuen Verkehrsgutachtens.

Der nächste Verfahrensschritt ist die Aktualisierung des Vorentwurfes zur Abstimmung mit den Verkehrsministerien des Landes NRW und des Bundes. Daran anschließend erfolgt die Erstellung der Planfeststellungsunterlagen.

Bürgerbeteiligung
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Straßen.NRW wird mit dem Büro DIALOG BASIS in den kommenden Monaten passgenaue Beteiligungsformate gemeinsam mit den Akteuren vor Ort entwickeln. Hierzu sollen Vorgespräche mit der lokalen Politik und Verwaltung, mit Bürgerinitiativen, Vereinen, Verbänden und Anliegerinnen und Anliegern geführt werden. Es ist wichtig, das Wissen vor Ort in der Planung zu berücksichtigen und gemeinsam gute Lösungen zu entwickeln.

Um die Vorgespräche und die Dialogveranstaltungen zu flankieren, wurde diese Projekthomepage aufgebaut. Hier können sich Interessierte zum Projekt und seinen Teilabschnitten informieren. Online können Fragen und Anregungen zum Projekt eingebracht werden. Noch vor der Sommerpause sollen dann unterschiedliche Dialogveranstaltungen zu den einzelnen Teilabschnitten durchgeführt werden.