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Kartierungen

Mensch und Umwelt

Bau und Betrieb einer Straßenverbindung wie der 46sieben haben selbstverständlich auch eine Wirkung auf die Umwelt. Alle umweltrelevanten Aspekte werden daher genau geprüft. Beim Projekt 46sieben sind die Autobahn GmbH des Bundes und Straßen.NRW als Vorhabenträger gesetzlich verpflichtet, eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchzuführen.


Ziel der UVP ist die Gewährleistung einer kontinuierlichen Berücksichtigung aller Umweltbelange. Das beginnt bei der ersten groben ökologischen Risikoeinschätzung im Rahmen der Bedarfsplanaufstellung und führt bis hin zum detailliert ausgearbeiteten landschaftspflegerischen Begleitplan auf der Ebene der Genehmigungsplanung.
Zum Zeitpunkt der Linienfindung werden diese umweltfachlichen Anforderungen mit der Erarbeitung der Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) erfüllt. Ziel der UVS ist die frühzeitige und umfassende Ermittlung, Beschreibung und fachliche Bewertung der Auswirkungen des Vorhabens und möglicher Alternativen auf alle umweltrelevanten Bereiche (auch Schutzgüter genannt). Die rechtliche Grundlage bildet hierbei das Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz (UVPG). Die UVS ist ein wichtiges Werkzeug zur objektiven Ermittlung der Vorzugsvariante.

Wie gehen Umweltplaner bei der UVS vor?

Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema „Umweltverträglichkeit“ und weiteres Grundlagenwissen zur 46sieben können Sie auf unserer Webseite im FAQ – unserer regelmäßig erweiterten Sammlung der am häufigsten gestellten Fragen – einsehen.

Tierarten und deren Verbreitung auf einer Fläche von 140 km² dokumentiert

Es war eine wahre Herkules-Aufgabe: Auf einer Fläche von 140 Quadratkilometern zwischen Hemer, Fröndenberg, Menden, Balve und Arnsberg-Neheim haben Expertinnen und Experten der Fachbüros NZO Bielefeld und AFRY Köln nach Tierarten gesucht, die für das Projekt 46sieben planungsrelevant sein könnten. Noch bis ins Frühjahr 2022 laufen weitere Nachkartierungen der Zug- und Rastvögel.
Ein Untersuchungsraum in der Größe von 140 Quadratkilometern ist selbst für ein Projekt wie 46sieben ungewöhnlich groß. „Unsere Arbeit hat sich damit auf einer Fläche abgespielt, die 82-mal so groß wie die Insel Helgoland ist!“, sagt Simon Söhnchen, der als Landespfleger bei Autobahn Westfalen das Projekt zusammen mit Martin Uhlenküken von Straßen.NRW aus umweltfachlicher Sicht betreut.

Faunakartierung wichtig für Raumwiderstandskarte

Nach dem Beginn der Arbeiten im Herbst 2020 mit Strukturerfassungen in den Wäldern und dem Aufstellen von Lockstöcken für Wildkatzen im Winter, wurden im Laufe des Jahres 2021 das Vorkommen und die Aktivitäten von Vögeln, Amphibien und Fledermäusen erfasst und dokumentiert. Die Dokumentation der Verbreitung der verschiedenen Arten ist grundlegend für die spätere Raumwiderstandskarte (RWK). In dieser werden die Ergebnisse der noch laufenden Faunakartierung sowie zu den weiteren Schutzgütern Mensch, menschlicher Gesundheit und Umwelt (wie z. B. Boden, Wasser, Klima/Luft oder Fläche) zusammengefasst. Die RWK zeigt dann bereits optisch, wo Raum für mögliche, relativ umweltverträgliche Trassenführungen der 46sieben zur Verfügung steht. Die Raumwiderstandskarte soll gegen Ende des dritten Quartals 2022 vorliegen.
Einen guten Überblick über die Arbeit der Landschaftsökologen und der  Biologen finden Sie unter diesem Link.

Überblick über die Arbeit der Fachbüros

Für jede Vogelart gibt es artspezifisch optimale Erfassungszeiträume, in denen Rufaktivitäten, Flugbeobachtungen, Revier- und Balzverhaltensweisen erfasst werden. Bereits ab Januar wurden Eulen und Spechte kartiert, vom März bis in den Hochsommer folgte das gesamte Spektrum der Brutvögel. Auf diese Weise werden die Vorkommen von Vogelarten über ein ganzes Jahr dokumentiert.

Wildkatzen aufgespürt

Eine seltene Spezies haben die Landschaftsökologen und Biologen im Untersuchungsraum aufgespürt. Das Büro NZO hat beispielsweise im mittleren Abschnitt des Untersuchungsraums 23 Nachweise von Wildkatzen dokumentiert. Aufgespürt wurden die Wildkatzen hier durch Lockstöcke, die mit Baldriantinktur eingesprüht waren. Die Katzen reiben sich an diesen Stöcken und hinterlassen Haare, die genetisch untersucht wurden. Auf Basis dieser genetischen Nachweise konnten die Wildkatzen eindeutig in diesem Areal nachgewiesen werden. Aussagen über die exakte räumliche Verbreitung und zur Populationsgröße lassen sich hieraus aber nicht ableiten.

Der Nachweis der Wildkatze im Untersuchungsraum allein ist noch kein Kriterium für oder gegen die Eignung einer späteren Linienführung. „Es gibt Mittel und Maßnahmen Straßenbauprojekte zu planen und gleichzeitig die Existenz und den Lebensraum der Wildkatzen zu sichern“, sagt Christoph Kindel, bei Straßen.NRW Projektleiter für die 46sieben.
Einen guten Überblick über die Arbeit der Landschaftsökologen und Biologen finden Sie hier.

Bilder aus dem Untersuchungsraum