A448: Querspange zwischen dem Sheffield Ring (L705) und dem Autobahnkreuz Bochum/Witten (A43/A44)

Grafik: Lageplan Querspange

Mit dem Neubau der Querspange zwischen der A448 (Sheffield Ring) und dem Autobahnkreuz Bochum / Witten wird der Autobahnring um Bochum geschlossen.

Der aus der Stadt Bochum kommende überregionale Verkehr wird künftig über den Opelring Richtung Westen über die (Halb-) Anschlussstelle Nordhausenring und Richtung Osten über die (Halb-) Anschlussstelle Markstraße auf den Autobahnring geleitet.

Langwierige Verkehrswege, die die innerstädtischen Straßen belasten, entfallen.

Die Baukosten für die rund 3,3 Kilometer lange Baustrecke werden ca. 55 Millionen Euro betragen.

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Umsetzung und Bau
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Die Auflagen der Planfeststellung zum Schutze der vor Ort lebenden Tierwelt sind umgesetzt. Hierzu gehörten seit 2010 die Anlage von zahlreichen Ausgleichsflächen (Schaffung von Habitaten) für Populationen der Schleiereule, Steinkauz, Kleinspecht, Schwalbe etc. sowie für die Fledermaus im größeren Umfeld der Neubaustrecke. Eine der aufwendigsten Maßnahmen war der Umbau eines städtischen Regenrückhaltebeckens zum „Ersatzquartier für die Wasserralle“. Im Herbst 2014 wurde eine ca. 700 Meter lange und vier Meter hohe temporäre Lärmschutzwand zwischen der Markstraße und der Schattbachstraße, zum Schutze der südlich lebenden Tierwelt vor dem kommenden Baulärm, errichtet.

Ersatzquartier „Wasserralle“

Habitat für die Schleiereule, Fledermaus, Schwalbe

Im Nachlauf der Ausgleichsmaßnahmen konnte im Herbst 2012 mit den Bauarbeiten für den Neubau der Querspange im Rahmen eines feierlichen Spatenstiches begonnen werden.

Inzwischen sind die beiden Brückenbauwerke über die Schattbachstraße und über die Markstraße fertiggestellt.

Der Rückbau der landschaftsprägenden oberirdischen Fernwärmeleitung durch den ehemaligen Betreiber erfolgte bis zum Herbst 2016.

Die beiden weiteren Brückenbauwerke Steinkuhlstraße und Nordhausenring wurden im Herbst 2017 fertiggestellt. Damit konnten anschließend im Bereich der neuen Steinkuhlstraße die dort benötigten Ver- und Entsorgungsleitungen neu verlegt werden. Im Herbst 2018 haben die Bauarbeiten für die „Neue Steinkuhlstraße“ begonnen. Die Steinkuhlstraße „Neu“ stellt eine Schlüsselstellung für den weiteren Aus- und Umbau der A448 da.

Die beiden Brückenbauwerke Steinkuhlstraße und Nordhausenring befinden sich im Abzweigbereich der zukünftigen A448 und der L705. Das Bauwerk Steinkuhlstraße wird im Endzustand insgesamt acht Fahrspuren aufnehmen, vier Spuren für die A448 und vier Spuren für die abgehende und ankommende L705. Als Fertigstellungstermin für die Bauwerke ist hier der Herbst 2017 geplant. Erst dann kann mit dem schrittweisen Aus- und Umbau der eigentlichen Verbindungsstrecke zwischen dem Westkreuz, dem Autobahnkreuz Bochum/Witten und der L705 „Opelring“ begonnen werden.

Copyright Geobasisdaten: mit Genehmigung von GEObasis.NRW vom 01.01.2017

Um das ankommende Tagwasser aus den Bereich der Fahrbahntrasse schadlos ableiten zu können, wurden drei Regenklär- und Rückhaltebecken neu gebaut und in Betrieb genommen. Jedes dieser Rückhaltebecken kann bis zu 3.250 Kubikmeter Wasser aufnehmen, um dann mit Hilfe einer Drosselvorrichtung kontinuierlich max. 80 l/s in die jeweilige Vorflut abzugeben.

Die Standorte dieser Becken befinden sich südlich des Opelringes, im Auffahrtsohr der zukünftigen Auffahrt Bochum-Altenbochum in Fahrtrichtung Witten neben der Markstraße und Am Palmberg.

Im Bereich des städtischen Straßennetzes wurden und werden die Höfestraße im Bereich der Einmündung zur Schattbachstraße, der Bereich der Markstraße (neue Anschlussstelle Bochum-Altenbochum) und die Steinkuhlstraße den neuen verkehrlichen Gegebenheiten angepasst.

Impressionen vom Neubau der Querspange

Altbergbau
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Ein großes Thema bei dieser Streckenbaumaßnahme war der Altbergbau. Wegen der Bergbaugeschichte der Region waren vor dem eigentlichen Bau der Autobahn umfangreiche bergbauliche Erkundungs- und Sanierungsmaßnahmen erforderlich. Diese Arbeiten wurden zwischenzeitlich abgeschlossen.

Erkundungs- und Sanierungsmaßnahmen

Sicherungsbauwerk über dem Isabellastollen

Nördlich der Höfestraße befindet sich der Isabellastollen. Dieser Bergwerksstollen, dessen Ursprünge bis ins 18.Jahrhundert reichen, musste aufwendig vor Lasteinwirkungen geschützt werden. Ein Sicherungsbauwerk schützt den Stollen nun dauerhaft vor Lasten aus dem zukünftigen Autobahnverkehr.

Weiterer Trassenausbau inclusive Lärmschutz
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Der komplett fertiggestellte Abschnitt von der neuen Anschlussstelle Bochum-Altenbochum bis zum Anschluss an das Autobahnkreuz Bochum/Witten wurde am 24. August 2018 den Verkehrsteilnehmern übergeben.

Foto: Erdbau zwischen der Markstraße und dem Nordhausenring

Daran anschließend wird der Erdbau zwischen der Markstraße und dem Nordhausenring, incl. des mächtigen Lärmschutzwalles (Höhe bis 10 m) vorangetrieben. Dort werden Bodenmassen in einer Größenordnung von ca. 120.000 Kubikmeter bewegt.

Lärmschutz

Um die Belastungen der Menschen durch Verkehrsgeräusche weitestgehend zu minimieren, werden umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen mit einem Investitionsvolumen von 8 Millionen Euro gebaut. Dazu gehören Lärmschutzwälle, -wände sowie Wall-/Wandkombinationen. Außerdem wird im gesamten Streckenbereich ein offenporiger Fahrbahnbelag (OPA) aufgebracht, der die Rollgeräusche der Fahrzeuge deutlich vermindern wird.

Einbau des OPA

Umwelt und Natur
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Zum Schutz der Umwelt und Natur werden bereits während der Bauzeit umfangreiche Maßnahmen ergriffen: Die Baufeldräumung erfolgte außerhalb der Fortpflanzungs- und Aufzuchtzeiten. Die baubedingten Wirkungen auf die Tierwelt wurden zwischen September 2014 und Januar 2015 durch die Anlage einer mobilen Lärmschutzwand zwischen der Markstraße und der Schattbachstraße gemindert.

Später werden die betriebsbedingten Störwirkungen der A448 ebenfalls durch die umfangreichen aktiven Lärmschutzmaßnahmen gemindert.

Um Beeinträchtigungen der freiraumgebundenen Arten wie Kiebitz, Wiesenschafstelze und Feldlerche im Osten des Plangebietes zu vermeiden, werden spezielle Ausgleichs- bzw. Kompensationsmaßnahmen ausgeführt, die die Lebensraumansprüche der Offenlandarten berücksichtigt.

Überflughilfen und Sperreinrichtungen sowie umfangreiche Gehölzpflanzungen schützen die nachgewiesenen kollisionsgefährdeten Vogelarten Schleiereule, Steinkauz, Waldkauz und Waldohreule.

Für Wasserralle, Teichhuhn und Teichrohrsänger wurde das städtische Regenrückhaltebecken Untere Heintzmannstraße optimiert, das an den Lebensraum angrenzt. Schon vor Baubeginn entstand hier ein rund 1.000 Quadratmeter großes Flachgewässer mit Schilf-/Röhrichtbewuchs als CEF-Maßnahme (vorgezogene Ausgleichsmaßnahme). Über ein Monitoring wird die Funktionalität der Lebensstätte kontrolliert.

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