A3: Ausbau zwischen Leverkusen-Opladen und Kreuz Hilden

HINWEIS

Zum 1. Januar 2021 übernimmt die Autobahn GmbH des Bundes die Zuständigkeit für die Autobahnen in NRW. Straßen.NRW bleibt zuständig für die Bundes- und Landesstraßen sowie Radwege. Autobahn-Projektseiten gibt es auf dieser Seite künftig nur noch im Autobahn-Archiv mit Stand Dezember 2020. Die Inhalte zu Autobahnen auf dieser Seite sind deshalb unter Umständen nicht mehr aktuell.

Die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Rhein-Berg plant in gesetzlichem Auftrag den Ausbau der A3 zwischen der Anschlussstelle Leverkusen-Opladen und dem Autobahnkreuz Hilden, damit der Verkehr zukünftig dort sicherer und leichter fließen kann.

Informationsfilm zum achtstreifigen Ausbau der A3 zwischen der Anschlussstelle Leverkusen-Opladen und dem Autobahnkreuz Hilden

Die A3 zwischen der Anschlussstelle Leverkusen-Opladen und dem Autobahnkreuz Hilden aus der Vogelperspektive auch mit Blick auf Gebiete rechts und links der Autobahn

Ergebnisdokumentation des 1. Dialogforums

Am 5. November 2020 fand digital die erste Sitzung des Dialogforums statt. Die Ergebnisdokumentation finden Sie nun in der Mediathek.

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Projektbeschreibung
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Grafik: Der Ausbauabschnitt

Die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Rhein-Berg plant in gesetzlichem Auftrag den Ausbau der A3 zwischen der Anschlussstelle Leverkusen-Opladen und dem Autobahnkreuz Hilden, damit der Verkehr zukünftig dort sicherer und leichter fließen kann. Deshalb soll der rund 15 Kilometer lange Abschnitt von heute sechs Fahrstreifen (drei pro Richtung) auf acht Fahrstreifen (vier pro Richtung) ausgebaut werden. Damit folgt Straßen.NRW dem gesetzlichen Auftrag.

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„Die Entscheidung darüber, wie das in der Bundesrepublik Deutschland anfallende Verkehrsaufkommen bewältigt und auf die einzelnen Verkehrsträger (Straße, Schiene, Wasser etc.) umgelegt wird, obliegt ausschließlich den parlamentarischen Gremien. […] Grundlage für die Erhaltung, Entwicklung und den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur sind die Bundesverkehrswegepläne (BVWP). […] Bei der Aufstellung des Bundesverkehrswegeplans bewertet der Bund, ob ein erwogenes Projekt gesamtwirtschaftlich sinnvoll und notwendig ist. […] Der BVWP bildet die Grundlage für den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung der Ausbaugesetze für Bundesschienenwege und Bundesfernstraßen mit den zugehörigen Bedarfsplänen. Der Deutsche Bundestag beschließt über die Aufnahme der Projekte des BVWP und eventuell weiterer Projekte in die Bedarfspläne der Ausbaugesetze. Damit ist der Bedarf für die ausgewählten Projekte gesetzlich festgelegt.“ (Quelle: BMVI)
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Die A3 zählt zu den meistbefahrenen Straßen in Deutschland. Zwischen dem Kreuz Hilden und der Anschlussstelle Leverkusen-Opladen befahren täglich rund 120.000 Kraftfahrzeuge (Kfz) die Autobahn. Seit vielen Jahren kommt es auf der wichtigen Verbindung zwischen Ruhrgebiet und Rheinland aufgrund der hohen Verkehrsbelastung fast täglich zu Staus und zu einer erhöhten Unfallgefahr. Und der Verkehr wird weiter wachsen. Die Verkehrsprognose des Bundesverkehrswegeplans geht davon aus, dass im Jahr 2030 auf der ausgebauten A3 pro Tag 135.000 Kfz unterwegs sein werden. Dazu zählen auch viele Fahrzeuge, die aktuell aufgrund der Staugefahr auf der A3 auf das untergeordnete Straßennetz ausweichen und im ausgebauten Zustand der A3 diese wieder nutzen werden.

Der achtstreifige Ausbau der A3 zwischen Leverkusen-Opladen und Hilden ist im derzeit gültigen Bedarfsplan (BPL) in der höchsten Dringlichkeitsstufe „Vordringlicher Bedarf – Engpassbeseitigung“ eingestuft und Straßen.NRW zur Planung übertragen worden. Durch die Überprüfung des Bedarfsplanes durch den Bund im Abstand von fünf Jahren wird eine Anpassung des Bedarfs an sich ändernde Verkehrsbedürfnisse gewährleistet.

Bei der gesamten Maßnahme - von der Planung bis zum Bau - ist der Leitgedanke, den Menschen zu schützen und den Eingriff in die Natur und in die Umwelt so gering wie möglich zu halten. Aktuell befindet sich das Projekt in der Vorplanung, bei der Möglichkeiten untersucht werden. Straßen.NRW wird die Planungen durch unterschiedliche Dialogaktivitäten begleiten, um die Öffentlichkeit frühzeitig zu informieren sowie Anregungen und Hinweise zu planerischen Zwischenergebnissen zu erhalten. Die konkreten Termine kommunizieren wir auf dieser Website.

Herausforderungen und Projektablauf
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Die Planung für den Ausbau sowie die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger läuft in folgenden Schritten ab:

Grafik zum Projektablauf
Projektphasen bis zur Realisierung (Quelle: Straßen.NRW)
Foto von der A3 im Projektbereich
Tank- und Rastanlage Ohligser Heide, September 2018

Bei diesem Projekt gibt es einige Herausforderungen, die maßgeblich die Linienfindung bzw. Ausbaumöglichkeiten beeinflussen. Dies sind die angrenzende Bebauung, Naturschutzgebiete wie u.a. die Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiete Ohligser Heide und Further Moor, Pipelines, denkmalgeschützte Bauwerke sowie die parallel zur A3 verlaufenden Straßen L288 und L403.

Aktuell befindet sich das Projekt noch ganz am Anfang. Die letzten Grundlagen für die dann anstehende Vorplanung werden momentan ermittelt. Neben der Vermessung des Planungsgebietes und der Erstellung eines digitalen Geländemodells werden u.a. eine umfangreiche Verkehrsuntersuchung sowie eine Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) durchgeführt.

Im Kern der UVS werden die Auswirkungen des Straßenbauvorhabens auf die verschiedenen Schutzgüter gemäß des Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetzes untersucht und die unterschiedlichen Umweltauswirkungen verschiedener Möglichkeiten vergleichend gegenübergestellt.

Zu den Schutzgütern zählen:

  1. Menschen, insbesondere die menschliche Gesundheit
  2. Tiere, Pflanzen und die biologische Vielfalt,
  3. Fläche, Boden, Wasser, Luft, Klima und Landschaft
  4. Kulturelles Erbe und sonstige Sachgüter sowie
  5. Wechselwirkungen zwischen den vorgenannten Schutzgütern

Hierzu werden beispielsweise alle relevanten Tiere und Pflanzen im Planungsraum erfasst und dokumentiert. Allein die Erfassung nimmt ein volles Jahr in Anspruch, damit auch alle relevanten Tiere und Pflanzen dokumentiert werden können, da einige nur zu bestimmten Jahreszeiten aktiv sind.

Die UVS dient neben dem Möglichkeitenvergleich auch letztendlich der Entscheidungsfindung über die Zulässigkeit des Vorhabens.

Nachdem die Grundlagenermittlung abgeschlossen ist, werden in einem nächsten Schritt – ergebnisoffen - verschiedene Ausbaumöglichkeiten skizziert. Zu jeder Möglichkeit werden mehrere Lärmschutzmöglichkeiten untersucht, um hieraus am Ende die beste auswählen zu können. Diese Möglichkeiten sollen eine erste Gesprächsgrundlage sein für einen intensiven Austausch mit den Anwohnern, Interessenvertretern sowie allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern sein, welche von Anfang an mit einbezogen werden.

Bürgerbeteiligung
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Information und Dialog

Die Projektwebsite ist zentrale Informationsplattform zum Ausbau der A3 zwischen der Anschlussstelle Leverkusen-Opladen und dem Kreuz Hilden. Hier bündeln und archivieren wir von Straßen.NRW Informationen zu diesem Projekt mit dem Anspruch größtmöglicher Aktualität und Transparenz.

Straßen.NRW wird die Planungen durch unterschiedliche Dialogformate begleiten, um im persönlichen Austausch frühzeitig zu informieren, Fragen zu beantworten und Anregungen zu planerischen Zwischenständen zu erhalten.

Auf der Projektwebsite werden Termine für öffentliche Veranstaltungen angekündigt. Gleichermaßen werden hier Protokolle von Dialog-Veranstaltungen und Materialien zum Vorhaben verfügbar gemacht.

Dialogvorbereitung

In diesem planungsbegleitenden Dialog möchten wir von Straßen.NRW die Belange der Stakeholder (Interessengruppen) frühzeitig berücksichtigen. Mit der Absicht Nachvollziehbarkeit für die Baumaßnahme anzubahnen, wurden zur Vorbereitung des Dialogs zahlreiche Gespräche mit Vertreter*innen der Anrainer-Kommunen, von Verbänden, Institutionen und Initiativen sowie mit Anliegern geführt.

Ziel dieser Interessenanalyse war es, die Sichtweisen zu Chancen und Herausforderungen der Planung und die Erwartungen an den planungsbegleitenden Dialog frühzeitig zu erkennen. Die Ergebnisse werden in einem anonymisierten Bericht zusammengefasst und sind dann im Sinne der Transparenz auf der Projektwebsite im Medien- und Downloadbereich öffentlich zugänglich.

Dialogforum

In diesem nicht-öffentlichen Format treffen sich in regelmäßigen Abständen Stakeholder mit Expert*innen von Straßen.NRW. Das Dialogforum ist ein Ort für den direkten Informationsaustausch und die den Austausch von Zwischenständen der Planung. Ziel ist es, umfassend und kontinuierlich die verschiedenen Interessen beim Ausbau der A3 zu beleuchten und möglichst früh, Neuigkeiten zu kommunizieren. Das Dialogforum konstituiert sich mit der Maßgabe, einen Querschnitt der Interessenlandschaft abzudecken. Neben Interessenvertreter*innen werden im Dialogforum sogenannte Zufallsbürger*innen mitwirken. Dabei handelt es sich um per Stichprobenauszug aus den Melderegistern der Anrainer-Kommunen eingeladene Personen, die die Perspektive der Bürger*innen in den Dialogprozess einbringen.

Das Dialogforum hat beratende Funktion und ist kein Gremium mit Entscheidungskompetenz. Gleichwohl können die Mitglieder Empfehlungen abgeben, auf Anforderungen an die Planungen hinweisen und offene Fragen benennen. Gleichermaßen verstehen sich die Mitglieder als Botschafter in ihre Netzwerke. Die Ergebnisse der Sitzungen werden auf der Projektwebsite öffentlich zugänglich gemacht.

Öffentliche Infoveranstaltungen

Das Format Infomarkt ermöglicht einen direkten Dialog der interessierten Öffentlichkeit mit Mitarbeiter*innen von Straßen.NRW. An verschiedenen Themenständen werden Zwischenstände zum Bauvorhaben präsentiert, um in einer mehrstündigen öffentlichen Veranstaltung die Interessierten frühzeitig und kontinuierlich über den Projektverlauf zu informieren. Zentrale Aspekte des Projekts werden anhand von Postern, Plänen, Multimedia und anderen Präsentationsformen illustriert. Anregungen und Wünsche können an den Themenständen im direkten Austausch adressiert, erörtert und diskutiert werden. Die Veranstaltungsorte wechseln und werden im Planungsverlauf nacheinander in allen Anrainer-Kommunen stattfinden. Die Ergebnisse der Infomärkte, Fragen der Bürger*innen und deren allgemeines Feedback werden auf der Projektwebsite präsentiert.

Seitenstreifennutzung statt Ausbau?
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Zum Themenkomplex „dauerhafte und temporäre Benutzung des Seitenstreifens für Zwecke des fließenden Verkehrs“ hat die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) eine Reihe von Forschungsarbeiten durchführen lassen. Aufgrund der Ergebnisse dieser Untersuchungen kommt eine generelle oder flächendeckende Umnutzung des Seitenstreifens aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht in Frage.

Seitenstreifen sind ein unverzichtbarer Bestandteil von Autobahnen und grundsätzlich für Notfälle als auch zum Abstellen von Fahrzeugen des Betriebs- und Unterhaltungsdienstes freizuhalten. Als zusätzlicher Fahrstreifen – sei es nun ständig oder als tageszeitlich begrenzte Freigabe – kann er nur eingeschränkt eingesetzt werden und kommt daher auch nur in besonderen Ausnahmefällen in Betracht.

Das Verkehrsministerium NRW schreibt hierzu: "Der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen hat die Auswirkungen einer temporären Seitenstreifenfreigabe (TSF) der A3 im Bereich Langenfeld untersucht. Im Ergebnis ist festzustellen, dass der reguläre 8-streifige Ausbau bereits unter Annahme der heutigen Verkehrsbelastung deutlich geringere Verlustzeiten und Zeitkosten bedeutet als ein 3-strefiger Querschnitt mit TSF. Diese Differenz wird mit der zukünftig zu erwartenden weiteren Verkehrszunahme größer werden. Eine temporäre Seitenstreifenfreigabe könnte somit lediglich eine Übergangslösung zur Verbesserung des Verkehrsflusses bis zum endgültigen Ausbau darstellen. Der Landesbetrieb Straßenbau wird im Rahmen seiner Planungen prüfen, ob eine TSF bis zum endgültigen Ausbau realisierbar ist."

Beispiel

Auf einem Autobahnabschnitt kommt es regelmäßig zu Staus mit einem festen Stauende, wodurch häufig Auffahrunfälle geschehen. In diesem Fall können durch eine temporäre Freigabe des Seitenstreifens feste Stauenden und somit schwerwiegende Auffahrunfälle vermieden werden. Hier würden die Sicherheitsnachteile eines fehlenden Seitenstreifens durch den Vorteil der vermiedenen Auffahrunfälle übertroffen werden.

Die Nutzung des Seitenstreifens – ob nun dauerhaft oder tageszeitlich beschränkt – kann nur als Übergangslösung im Vorgriff auf einen regulären Ausbau in Betracht gezogen werden.

Im Falle der A3 zwischen Leverkusen und Hilden wurde der Ausbau des Abschnitts in den aktuell gültigen Fernstraßenbedarfsplan 2030 aufgenommen. Der Ausbaubedarf wurde als Maßnahme des vordringlichen Bedarfs mit Engpassbeseitigung (höchste Dringlichkeitsstufe) gesetzlich festgestellt.

(Mehr zu Telematik im Straßenverkehr und temporären Seitenstreifenfreigabe)

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Kontakt - Ihr direkter Draht zu uns
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Bei Fragen zum Projekt erreichen Sie das Projektteam über die E-Mail-Adresse a3-opladen-hilden@strassen.nrw.de oder über unser Kontaktformular.

Zudem können Sie jeweils mittwochs von 15 bis 16 Uhr mit dem Projektteam persönlich sprechen unter der Rufnummer 0221/8397–888.

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