A3: Ausbau zwischen Ratingen-Ost und Breitscheid (Abschnitt Ratingen)

HINWEIS

Zum 1. Januar 2021 übernimmt die Autobahn GmbH des Bundes die Zuständigkeit für die Autobahnen in NRW. Straßen.NRW bleibt zuständig für die Bundes- und Landesstraßen sowie Radwege. Autobahn-Projektseiten gibt es auf dieser Seite künftig nur noch im Autobahn-Archiv mit Stand Dezember 2020. Die Inhalte zu Autobahnen auf dieser Seite sind deshalb unter Umständen nicht mehr aktuell.

Seit vielen Jahren kommt es aufgrund der hohen Verkehrsbelastung auf der A3 fast täglich zu Verkehrsstaus während der Spitzenzeiten. Damit der Verkehr zukünftig in NRW sicherer und leichter fließen kann, sieht der Bundesverkehrswegeplan 2030 auch den Ausbau der A3 zwischen Köln und Dinslaken vor.

Die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Niederrhein plant den 8-streifigen Ausbau der A3 zwischen dem Autobahnkreuz Ratingen-Ost (A3/A44) und dem Autobahnkreuz Breitscheid (A3/A52) unter dem Arbeitstitel: Abschnitt Ratingen.

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Projektbeschreibung
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Die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Niederrhein plant den achtstreifigen Ausbau der A3 zwischen dem Autobahnkreuz Ratingen-Ost und Autobahnkreuz Breitscheid damit der Verkehr zukünftig dort sicherer und leichter fließen kann. Die Planung wird unter dem Arbeitstitel „Abschnitt Ratingen“ geführt. Die Planungsgrenze des Streckenabschnittes südlich des AK Ratingen–Ost liegt auf Höhe des Brachter Bach (bei Betriebskilometer 97) und endet im Norden kurz vor dem Autobahnkreuz Breitscheid am Bauwerk „Am Sondert /B227“ (km 91,2). Der Abschnitt ist somit ca. 5,8 km lang.

Die Baumaßnahme ist im Bundesverkehrswegeplan als Projekt A3- G40-NW aufgeführt.

Der Streckenabschnitt liegt im Stadtgebiet von Ratingen.

Der Neubau der Angerbachtalbrücke wird für die Straßenbauer eine besondere Herausforderung darstellen, da das Bauwerk aus den 30er Jahren mit einem durchgängigen Brückenüberbau versehen ist. Der Abriss der Brücke kann daher nicht in Teilen und pro Fahrtrichtung erfolgen, sondern nur als Ganzes geschehen.

Will man den Verkehr auf der A3 auch während der gesamten Bauzeit (mit jeweils 3 Fahrspuren) aufrechterhalten – und das ist Grundvoraussetzung - hat dies zur Konsequenz, dass zunächst eine neue Brücke neben der heutigen Angerbachtalbrücke gebaut werden muss und dann erst die alte Brücke abgerissen werden kann.

Dies alles wird im Bereich des Naturschutzgebietes Angerbachtal geschehen. Von daher wird man sich besonders an dieser Stelle viele Gedanken über eine landschaftsschonende Bauweise, über Vermeidungs- und Schutzmaßnahmen während der Bauzeit und auch zur Erschließung der Baustelle machen müssen.

Im Streckenabschnitt liegt – in Fahrtrichtung Oberhausen - die Rastanlage Hösel. Die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) ist mit dem Ausbau dieser Rastanlagen zur Erweiterung der Stellplatzkapazitäten beauftragt. Die Planung der DEGES muss bei den Ausbauüberlegungen mit berücksichtigt werden. Weitere Informationen gibt es hier.

Karte Projektabschnitt

Die Chancen des Ausbaus

Gleichzeitig mit dem achtstreifigen Ausbau (vier Fahrspuren pro Fahrtrichtung) werden Lärmschutzmaßnahmen zum Schutz der Anwohner der angrenzenden Bebauung vorgesehen. Dabei liegt der Fokus vor allem auf den Ortsteilen Ratingen-Eggerscheid und Ratingen-Hösel sowie für den Bereich Krummenweg nahe des Ausbauendes.

Die Verbesserung des Lärmschutzes im Sinne der Lärmvorsorge ist bei „wesentlichen Änderungen“ wie dem Ausbau einer Straße zwingend vorgeschrieben, nicht aber bei einer „Temporären Seitenstreifenfreigabe.“ In der Lärmvorsorge sind niedrige Grenzwerte an den Immissionsorten einzuhalten.

Auch die Entwässerung der Fahrbahn sowie Zuführung der Straßenabwässer zum Wasserkreislauf wird nach dem aktuellen Stand der Technik angepasst. Die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) setzt hier besondere Anforderungen an die Straßenplaner.

Benachbarte Ausbauprojekte

Das Projekt schließt an der A3 im Süden (Richtung Köln) an die Planung des Abschnittes Erkrath heran. Informationen zum Abschnitt Erkrath gibt es hier.

Der Umbau des AK Breitscheid, welches sich im Norden (FR Oberhausen) an die Planung anschließt, wird planerisch von der Regionalniederlassung Ruhr betreut. Weitere Information finden Sie hier.

Das Hauptbauwerk im AK-Ratingen-Ost (Brücke der A44 über die A3) wurde inzwischen mit Blick auf die Weiterführung der A44 nach Velbert fertiggestellt. Die Brücke ist so konstruiert, dass dem 8-streifigen Ausbau der A3 nichts entgegensteht.

Mit dem Lückenschluss der A44 vom AK Ratingen-Ost bis zum bereits fertig gestellten Abschnitt ist die DEGES betraut worden. Weiterer Informationen finden Sie hier.

Hintergrund: Warum planen wir?
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Die A3 ist eine der wichtigsten Verbindungen von Süden nach Norden und verbindet als Fernautobahn von ihrem Beginn in Passau (Grenze zu Österreich) die Metropolen Frankfurt, Köln und das Ruhrgebiet und führt dann bis nach Arnheim an der Grenze zu den Niederlanden. Vom AK Leverkusen (A1) bis zum AK Oberhausen (A2/A516) ist die A3 heute 6-streifig ausgebaut. Mit dem Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 wurde dieser Streckenzug in einzelne Projekte unterteilt und als Vordringlicher Bedarf – Engpassbeseitigung (VB-E) für den 8-streifigen Ausbau vorgesehen. Laut BVWP sind Vorhaben mit VB-E gekennzeichnet, die aus fachlicher Sicht eine besonders hohe verkehrliche Bedeutung haben und deshalb frühzeitig umgesetzt werden sollen. Voraussetzung dafür ist ein in der Regel hohes Nutzen-Kosten-Verhältnis und ein hoher Beitrag des Vorhabens zur Minderung bzw. Beseitigung von Engpässen.

Die A3 zählt zu den meistbefahrensten Straßen Deutschlands. Zwischen dem AK Ratingen-Ost und dem AK Breitscheid sind es derzeit durchschnittlich täglich ca. 120.000 Kraftfahrzeuge. Und der Verkehr wird – so sagen die derzeitigen Prognosen – weiter zunehmen. Die Verkehrsprognose zum 8-streifigen Ausbau der A3 geht davon aus, dass im Jahr 2030 auf der ausgebauten A3 im durchschnittlichen täglichen Verkehr bis zu 150.000 Kfz unterwegs sein werden.

Um die heute in den Spitzenstunden auftretenden Verkehrsbehinderungen zu minimieren ist ein Ausbau auf 8 Fahrstreifen (4 Fahrspuren je Richtung inkl. Seitenstreifen/Standspur) unerlässlich. Die Temporäre Seitenstreifenfreigabe (TSF) kann dabei eine vorbereitende Rolle spielen. Sie wird jedoch in diesem Teilstück nicht vor dem 8-streifigen Ausbau umgesetzt. Siehe „Seitenstreifennutzung statt Ausbau?“.

Seitenstreifennutzung statt Ausbau?
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Zum Themenkomplex „dauerhafte und temporäre Benutzung des Seitenstreifens für Zwecke des fließenden Verkehrs“ hat die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) eine Reihe von Forschungsarbeiten durchführen lassen. Aufgrund der Ergebnisse dieser Untersuchungen kommt eine generelle oder flächendeckende Umnutzung des Seitenstreifens aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht in Frage.

Seitenstreifen sind ein unverzichtbarer Bestandteil von Autobahnen und grundsätzlich für Notfälle als auch zum Abstellen von Fahrzeugen des Betriebs- und Unterhaltungsdienstes freizuhalten. Als zusätzlicher Fahrstreifen – sei es nun ständig oder als tageszeitlich begrenzte Freigabe – kann er nur eingeschränkt eingesetzt werden und kommt daher auch nur in besonderen Ausnahmefällen in Betracht.

Beispiel

Auf einem Autobahnabschnitt kommt es regelmäßig zu Staus mit einem festen Stauende, wodurch häufig Auffahrunfälle geschehen. In diesem Fall können durch eine temporäre Freigabe des Seitenstreifens feste Stauenden und somit schwerwiegende Auffahrunfälle vermieden werden. Hier würden die Sicherheitsnachteile eines fehlenden Seitenstreifens durch den Vorteil der vermiedenen Auffahrunfälle übertroffen werden.

Die Nutzung des Seitenstreifens – ob nun dauerhaft oder tageszeitlich beschränkt – kann nur als Übergangslösung im Vorgriff auf einen regulären Ausbau in Betracht gezogen werden.

Im Falle der A3 zwischen dem AK Hilden und dem AK Ratingen wurde der Ausbau des Abschnitts in den aktuell gültigen Fernstraßenbedarfsplan 2030 aufgenommen. Der Ausbaubedarf wurde als Maßnahme des vordringlichen Bedarfs mit Engpassbeseitigung (höchste Dringlichkeitsstufe) gesetzlich festgestellt.

Mehr zum Thema finden Sie hier.

Projektablauf
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Projektphasen bis zur Realisierung (Quelle: Straßen.NRW)

Aktuell befindet sich das Projekt in der Vorplanung und somit noch am Anfang. Zunächst werden mit der Vermessung des Geländes und der Erstellung eines digitalen Geländemodells die Grundlagen für die Vorplanung geschaffen. Umfangreiche Verkehrsuntersuchungen werden durchgeführt, um den derzeitigen Verkehr zu erfassen und den zukünftigen Verkehr zu prognostizieren. Darauf baut die technische Ausgestaltung der Straße auf.

Gleichzeitig wird eine Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) erarbeitet. In dieser werden Aussagen über die voraussichtlichen Auswirkungen des Straßenbauvorhabens auf die Schutzgüter gemäß des Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetzes (UVPG) getroffen und die Umweltauswirkungen verschiedener Varianten vergleichend gegenübergestellt.

Zu den Schutzgütern zählen:

  1. Menschen, insbesondere die menschliche Gesundheit
  2. Tiere, Pflanzen und die biologische Vielfalt,
  3. Fläche, Boden, Wasser, Luft, Klima und Landschaft
  4. Kulturelles Erbe und sonstige Sachgüter sowie
  5. Wechselwirkungen zwischen den vorgenannten Schutzgütern

In einem ersten Arbeitsschritt wurden von den Umweltplanern alle notwendigen Informationen zu den Schutzgütern (z.B. Wasserschutzgebiete, Naturschutzgebiete) aus den Informationssystemen des Landes NRW, der Landkreise und Städte zusammengetragen. Auch städtebaulichen Vorgaben und bestehende Infrastrukturen (wie z.B. Leitungen, Pipeline) und Bebauung müssen berücksichtigt werden. Der Untersuchungsrahmen wurde bereits im Juli 2019 mit den Vertretern der Fachbehörden und Städte abgestimmt. Die Karte mit der Abgrenzung des Untersuchungsraumes ist im Downloadbereich verfügbar.

Es wurden 2019 alle Lebensräume (Biotope) im Planungsraum flächendeckend erfasst und dokumentiert. Zudem wird 2020 in den geeigneten Lebensräumen systematisch nach Tieren geforscht. Allein die Erfassung der Tierarten (z.B. Vögel, Fledermäuse, Amphibien) nimmt ein gesamtes Jahr in Anspruch, da die Funktion der Lebensstätte nur über die Beobachtung über einen längeren Zeitraum hinaus zu beurteilen ist.

Alle Untersuchungen dienen dem Ziel, die Bereiche zu ermitteln, in denen aufgrund des besonderen Wertes auch besondere Konflikte mit dem Ausbau der Autobahn / des Autobahnkreuzes zu erwarten sind. Dabei werden die gesetzlichen Vorgaben des UVPG eingehalten.

Aufbauend auf der Grundlagenermittlung, werden – ergebnisoffen - verschiedene Varianten für den Ausbau des Autobahnkreuzes und angrenzenden Abschnitte der Autobahn skizziert. Dabei steht im Fokus, dass jede Variante den verkehrlichen Zweck erfüllen muss. Die Vorgabe, den Verkehr auch während der Bauzeit mit möglichst wenigen Einschränkungen für den Verkehrsteilnehmer fließen zu lassen, muss beachtet werden. Gerade in Bezug auf die Großbrücken liegt hier eine besondere Herausforderung beim 8-streifigen Ausbau. Weiterhin wird die Lärmemission untersucht und ein Immissionsschutzkonzept erarbeitet. Auch wird überprüft, ob eine Tieflage oder Abdeckung der A3 zur Einhaltung der Lärmschutzgrenzwerte zwingend ist.

Diese Varianten sollen eine Gesprächsgrundlage für einen Austausch mit Anwohnern, Interessenvertretern, der Politik sowie allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern sein.

Das Ziel der UVU ist die Festlegung einer Vorzugsvariante, die im Vergleich mit den anderen möglichst geringe Umweltauswirkungen aufweist.

Bei der Entscheidung welche Variante in der weiteren Planung (=Entwurfsplanung) ausgearbeitet wird, spielen zusätzlich die Faktoren Wirtschaftlichkeit sowie bauliche Umsetzbarkeit eine große Rolle. Auch muss bei der Ausbauplanung einer sehr stark befahrenen Autobahn bedacht werden, dass die Verkehrsteilnehmer die Autobahn mit möglichst geringen Behinderungen während der Bauzeit weiter nutzen können.

Generelle Aussagen über den Planungsablauf finden Sie hier.

Besondere Herausforderungen
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Bei diesem Projekt gibt es vor allem folgende Herausforderung, die maßgeblich die Linienfindung bzw. die Ausbauvarianten beeinflussen.

  • Autobahnkreuz Ratingen mit dem zentralen Bauwerk und den Rampenanschlüssen als Zwangspunkte, sowie die direkte Nähe des mit einer großen Stützwand abgefangenen Betriebshofs der Autobahnmeisterei Ratingen
  • Angerbachtalbrücke als Großbrücke, inklusive der Werksbahn der Wülfrather Steinbetriebe im Angertal
  • Naturschutzgebiet Angertal mit naturnahen Nebenbächen
  • Dickelsbach
  • Ratinger Wald
  • Tank- und Rastanlage Hösel
  • Ortslage Hösel, mit nahe an die Autobahn heranreichender Wohnbebauung
  • Campingplatz nahe der Angertalbrücke
Bildergalerie
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Information und Dialog
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Projektphasen bis zur Realisierung (Quelle: Straßen.NRW)

Die Projektwebsite ist zentrale Informationsplattform zum Ausbau der Autobahn zwischen dem AK Hilden (A46) und dem AK Ratingen-Ost (A44). Hier bündeln und archivieren wir von Straßen.NRW Informationen zu diesem Projekt mit dem Anspruch von Aktualität und Transparenz.

Straßen.NRW wird die Planungen durch Dialogformate begleiten, um im persönlichen Austausch zu informieren, Fragen zu beantworten und Anregungen zu planerischen Zwischenständen zu erhalten.

Auf der Projektwebsite werden Termine für künftige öffentliche Veranstaltungen angekündigt. Gleichermaßen werden hier Materialien zum Vorhaben verfügbar gemacht.

Aufgrund der derzeitigen Corona-Pandemie und der Einschränkung im persönlichen Kontakt sind bislang jedoch keine Formate und Termine vorgesehen.

Kontakt
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Haben Sie Fragen und Anregungen? Treten sie mit uns in Kontakt.

Sie erreichen das das Projektteam über die E-Mail-Adresse a3-hilden-breitscheid@strassen.nrw.de oder über unser Kontaktformular.