A3: Ausbau des Autobahnkreuzes Hilden einschließlich Anpassungen an der A46 (Abschnitt Hilden)

Karte Projektabschnitt

Seit vielen Jahren kommt es aufgrund der hohen Verkehrsbelastung auf der A3 und der A46 fast täglich zu Verkehrsstaus während der Spitzenzeiten. Damit der Verkehr zukünftig in NRW sicherer und leichter fließen kann, sieht der Bundesverkehrswegeplan 2030 auch den Ausbau der A3 zwischen Köln und Dinslaken vor.

Die Straßen.NRW Regionalniederlassung Niederrhein plant den Aus- bzw. Umbau des Autobahnkreuzes Hilden.

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Projektbeschreibung
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Die Straßen.NRW Regionalniederlassung Niederrhein, Projektgruppe Bundesautobahnen (kurz PG BAB), plant den Aus- bzw. Umbau des Autobahnkreuzes Hilden, damit der Verkehr dort zukünftig sicherer und leichter fließen kann.

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Die Baumaßnahme ist im Bundesverkehrswegeplan als Projekt A3-G20-NW-T3-NW aufgeführt. Sie liegt im Stadtgebiet von Erkrath, Düsseldorf, Haan und Ratingen.

Die Fahrbeziehungen im Autobahnkreuz Hilden sollen optimiert werden: hochfrequentierte Verkehrsströme werden direkter – z.B. mit Überflieger - geführt, Verflechtungsbereiche werden entzerrt, Ein- und Ausfahrten verlängert.

Die Chancen des Ausbaus

Gleichzeitig wird die A3 in diesem Bereich von sechs auf acht Streifen (vier Fahrspuren pro Fahrtrichtung) ausgebaut. Lärmschutzmaßnahmen zum Schutz der AnwohnerInnen werden auf Grundlage der rechtlichen Vorgaben (Lärmvorsorge) geplant. Die Verbesserung des Lärmschutzes im Sinne der Lärmvorsorge ist bei „wesentlichen Änderungen“ wie dem Ausbau einer Straße zwingend vorgeschrieben, nicht aber bei einer „Temporären Seitenstreifenfreigabe.“ In der Lärmvorsorge sind niedrige Grenzwerte an den Immissionsorten einzuhalten. Im Bestand können lediglich die Auslösewerte der Lärmsanierung herangezogen werden.

Die Entwässerung der Fahrbahn sowie Zuführung der Straßenabwässer zum Wasserkreislauf wird ebenfalls an den aktuellen Stand der Technik angepasst.

Auf der A46 wird der Umbau des AK Hilden mit der 8-streifigen A3 Auswirkungen zwischen den Ein-/Ausfädelungen der AS Erkrath (FR Düsseldorf) hinaus bis zur AS Haan-West (FR Wuppertal) haben. Dabei bleibt die A46 in Ihrer 6-Streifigkeit bestehen: die Ein- bzw. Ausfädelungsbereiche sowie die Verflechtungsbereiche müssen jedoch optimiert und zum Teil neu hergestellt werden.

Benachbarte Ausbauprojekte

Die Auswirkungen des Autobahnkreuzumbaus erstrecken sich nördlich auf der A3 voraussichtlich bis zum Bauwerk Wormscheider Weg (Betriebskilometer 106,5). Hier schließt das Projekt an den Ausbauabschnitt „Erkrath “ an, der ebenfalls von der PG BAB geplant wird.

Südlich ist die Ausbaugrenze stark abhängig von der gewählten Variante und wird in den Ausbauabschnitt (Richtung Köln) einmünden. Sie schließt an die Planungen der Regionalniederlassung Rhein-Berg an (Ausbau zwischen Leverkusen-Opladen und Kreuz Hilden). Informationen zu diesem Projekt gibt es hier.

Im Vorfeld wird seit 2019 der Ersatzneubau der Autobahnbrücke der A3 über die A46 (das zentrale Bestandsbauwerk) realisiert, da der bauliche Zustand des ehemaligen Zentralbauwerkes dies erforderte. Beim Neubau dieser Brücke wären auch die künftigen 8 Fahrstreifen auf der A3 durch Wegfall der heutigen Trennstreifen möglich. Informationen zum „Ersatzneubau AK Hilden“ gibt es hier.

Projektablauf
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Grafik Projektablauf

Aktuell befindet sich das Projekt in der Vorplanung und somit noch am Anfang. Zunächst werden mit der Vermessung des Geländes und der Erstellung eines digitalen Geländemodells die Grundlagen für die Vorplanung geschaffen. Umfangreiche Verkehrsuntersuchungen werden durchgeführt, um den derzeitigen Verkehr zu erfassen und den zukünftigen Verkehr zu prognostizieren. Darauf baut die technische Ausgestaltung der Straße auf.

Gleichzeitig wird eine Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) erarbeitet. In dieser werden Aussagen über die voraussichtlichen Auswirkungen des Straßenbauvorhabens auf die Schutzgüter gemäß des Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetzes (UVPG) getroffen und die Umweltauswirkungen verschiedener Varianten vergleichend gegenübergestellt.

Zu den Schutzgütern zählen:

  1. Menschen, insbesondere die menschliche Gesundheit
  2. Tiere, Pflanzen und die biologische Vielfalt,
  3. Fläche, Boden, Wasser, Luft, Klima und Landschaft
  4. Kulturelles Erbe und sonstige Sachgüter sowie
  5. Wechselwirkungen zwischen den vorgenannten Schutzgütern

In einem ersten Arbeitsschritt wurden von den Umweltplanern alle notwendigen Informationen zu den Schutzgütern (z.B. Wasserschutzgebiete, Naturschutzgebiete) aus den Informationssystemen des Landes NRW, der Landkreise und Städte zusammengetragen. Auch städtebaulichen Vorgaben und bestehende Infrastrukturen (wie z.B. Leitungen, Pipeline) und Bebauung müssen berücksichtigt werden. Der Untersuchungsrahmen wurde bereits im Juli 2019 mit den Vertretern der Fachbehörden und Städte abgestimmt. Die Karte mit der Abgrenzung des Untersuchungsraumes ist im Downloadbereich verfügbar.

Es wurden 2019 alle Lebensräume (Biotope) im Planungsraum flächendeckend erfasst und dokumentiert. Zudem wird 2020 in den geeigneten Lebensräumen systematisch nach Tieren geforscht. Allein die Erfassung der Tierarten (z.B. Vögel, Fledermäuse, Amphibien) nimmt ein gesamtes Jahr in Anspruch, da die Funktion der Lebensstätte nur über die Beobachtung über einen längeren Zeitraum hinaus zu beurteilen ist.

Alle Untersuchungen dienen dem Ziel, die Bereiche zu ermitteln, in denen aufgrund des besonderen Wertes auch besondere Konflikte mit dem Ausbau der Autobahn / des Autobahnkreuzes zu erwarten sind. Dabei werden die gesetzlichen Vorgaben des UVPG eingehalten.

Aufbauend auf der Grundlagenermittlung, werden – ergebnisoffen - verschiedene Varianten für den Ausbau des Autobahnkreuzes und angrenzenden Abschnitte der Autobahn skizziert. Dabei steht im Fokus, dass jede Variante den verkehrlichen Zweck erfüllen muss. Die Vorgabe, den Verkehr auch während der Bauzeit mit möglichst wenigen Einschränkungen für den Verkehrsteilnehmer fließen zu lassen, muss beachtet werden. Weiterhin wird die Lärmemission untersucht und ein Immissionsschutzkonzept erarbeitet. Auch wird überprüft, ob eine Tieflage oder Abdeckung der A3 zur Einhaltung der Lärmschutzgrenzwerte zwingend ist.

Diese Varianten sollen eine Gesprächsgrundlage für einen Austausch mit Anwohnern, Interessenvertretern, der Politik sowie allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern sein.

Das Ziel der UVU ist die Festlegung einer Vorzugsvariante, die im Vergleich mit den anderen möglichst geringe Umweltauswirkungen aufweist.

Bei der Entscheidung welche Variante in der weiteren Planung (=Entwurfsplanung) ausgearbeitet wird, spielen zusätzlich die Faktoren Wirtschaftlichkeit sowie bauliche Umsetzbarkeit eine große Rolle. Auch muss bei der Ausbauplanung einer sehr stark befahrenen Autobahn bedacht werden, dass die Verkehrsteilnehmer die Autobahn mit möglichst geringen Behinderungen während der Bauzeit weiter nutzen können.

Generelle Aussagen über den Planungsablauf finden Sie hier.

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