Infomesse Autobahndreieck Bottrop

Herzlich Willkommen

Auf dieser Seite finden Sie Hintergrundinformationen zur Offenlage der Planunterlagen zum Umbau des Autobahndreiecks Bottrop, die vom 17.8. bis 16.9.2020 stattfand. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie bot Straßen.NRW allen Interessierten die Möglichkeit, sich statt während einer herkömmlichen, "analogen" Infomesse über die Offenlage und die Planungen zu informieren, dies unter anderem digital auf dieser Seite zu tun.

Straßen.NRW hat auf dieser Seite zu verschiedenen Themen Informationen in Texten und kurzen Videos aufbereitet.

Zusätzlich waren Mitarbeiter des Landesbetriebs an insgesamt fünf Terminen persönlich in den Rathäusern der Städte Bottrop und Gladbeck sowie während täglicher Telefonsprechstunden ansprechbar.

Themeninseln

Allgemeine Informationen
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Die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Ruhr plant den Um- und Ausbau des Autobahndreiecks Bottrop (AD Bottrop). Der Umbau AD Bottrop ist im Bundesverkehrswegeplan 2030 als Maßnahme im „Vordringlichen Bedarf – Engpassbeseitigung (VB-E)“ eingestuft. Die Maßnahme befindet sich im Regierungsbezirk Münster. Im Wesentlichen sind die Stadtteile Eigen und Grafenwald auf Bottroper Stadtgebiet sowie Rentfort und Ellinghorst auf Gladbecker Stadtgebiet von der Baumaßnahme betroffen.

Es fand bereits eine frühe Öffentlichkeitsbeteiligung am 08.09.2016 statt. Der Vorentwurf für den Umbau AD Bottrop wurde am 08.12.2017 genehmigt. Auf der Basis des Vorentwurfs wurde bis zum Sommer 2020 der Feststellungsentwurf für das Planfeststellungsverfahren erstellt.

Die Offenlage (Auslegung) des Feststellungsentwurfes fand vom 17.08.2020 bis zum 16.09.2020 digital statt. Dies erfolgte aufgrund des Planungssicherstellungsgesetzes (PlanSiG), welches die Bundesregierung Mitte Mai 2020 verabschiedet hatte. Zusätzlich gab es die Möglichkeit, die Planunterlagen innerhalb des oben genannten Zeitraums bei den Städten Gladbeck und Bottrop einzusehen.

Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Offenlage der Planungsunterlagen durch eine digitale Infomesse begleitet. Ähnlich wie bei einer klassischen „analogen“ Infomesse, wurden anschauliche Informationen zu bestimmten Themen rund um den geplanten Umbau AD Bottrop gegeben.

Zu den ausgelegten Planunterlagen konnten in schriftlicher oder elektronischer Form bei der Bezirksregierung Münster oder bei einer der Kommunen Einwendungen erhoben werden.

YouTube-Video: Allgemeine Informationen

Projektübersicht
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Die Offenlage (Auslegung der Planfeststellungsunterlagen) im Spätsommer 2020 fand im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens für den geplanten Umbau des Autobahndreiecks (AD) Bottrop (A2/A31) statt.

Der betrachtete Abschnitt der A2 beginnt westlich des AD Bottrop in Höhe der Straße Mauskirchweg und endet östlich an der Stelle, an der die Bottroper Straße (L511) die A2 kreuzt. An der A31 nördlich des AD Bottrop endet der Abschnitt des geplanten Umbaus in Höhe der Hegestraße (K11).

Der Umbau umfasst auch die westlich des AD Bottrop liegende Anschlussstelle Bottrop (AS Bottrop), welche die Landesstraße L631 (Kirchhellener Straße) mit der A2 verknüpft.

Umbau der Verbindungsrampen

Ein wesentlicher Bestandteil der Baumaßnahme ist der Neubau einer leistungsfähigeren Verbindungsfahrbahn Oberhausen (A2) – Emden (A31). Künftig wird diese nicht mehr als Schleifenrampe, sondern als verkehrsfreundliche sogenannte halbdirekte Verbindungsfahrbahn neu gebaut, so dass durch einen größeren Kurvenradius eine höhere Fahrtgeschwindigkeit möglich ist.

Weiterhin ist die Verbreiterung aller Verbindungsfahrbahnen um einen Fahrstreifen vorgesehen, damit künftig den Verkehrsteilnehmenden zwei Fahrstreifen beim Autobahnwechsel zur Verfügung stehen.

Neben den genannten Umbaumaßnahmen am AD Bottrop umfasst die Maßnahme die Erweiterung der nördlichen Ausfahrt der Anschlussstelle Bottrop um einen zusätzlichen Rechtsabbiegestreifen in Fahrtrichtung Bottrop-Zentrum.

Neubau und Erweiterung von Brücken und Durchlässen

Der Umbau des AD Bottrop umfasst auch den Um- und Neubau von Brückenbauwerken. Im Zuge der A2 wird das Brückenbauwerk „Rabenbrokweg“ (Reitweg) zurückgebaut und das Brückenbauwerk „Bernhard-Jäger-Weg“ wird als neuer Reitweg ertüchtigt. Die Brückenbauwerke „Herzogstraße“ und „Kirchhellener Straße“ werden neu gebaut. Im Autobahndreieck werden die beiden Unterführungen der Verbindungsfahrbahnen Emden-Hannover (A2) und Oberhausen-Emden ebenfalls durch Neubauten ersetzt. Zusätzlich wird der Durchlass der Boye für die Unterquerung der A2 verbreitert neu hergestellt.

Im Zuge der A31 werden das Brückenbauwerk für den Waldweg „Vöingholz“ sowie der Durchlass für den Spechtsbach zur Unterquerung der A31 verlängert.

YouTube-Video: Projektübersicht

Grunderwerb
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Gemäß geltendem Straßenbaurecht muss der Straßenbaulastträger auch Eigentümer der für den Bau einer Autobahn erforderlichen Grundstücke sein. Daher muss der Straßenbaulastträger – in diesem Fall die Bundesrepublik Deutschland – diese zunächst erwerben.

Für die Umbaumaßnahme am AD Bottrop stellt sich der Flächenbedarf wie folgt dar:

  • Erworben werden müssen ca. 0,7 Hektar
  • Dauerhaft beschränkt (das bedeutet, zukünftig ständig beansprucht) werden müssen ca. 16 Hektar – dies wird im Grundbuch durch Eintragungen beschränkter persönlicher Dienstbarkeiten gesichert
  • Während der Bauzeit vorübergehend in Anspruch genommen werden müssen ca. 30 Hektar

Hierfür sind voraussichtlich Verhandlungen mit etwa elf betroffenen privaten Eigentümern sowie weiteren Pächtern und Mietern notwendig. Für die Maßnahme müssen keine Gebäude abgerissen werden.

Der benötigte Grundstücksbedarf ist in erster Linie durch einen sogenannten freihändigen Erwerb sicherzustellen. Das bedeutet, dass der Erwerb durch einen notariell beglaubigten Kaufvertrag erfolgen muss.

Der freihändige Erwerb durch den Straßenbaulastträger erfolgt immer zur Vermeidung einer etwaigen Enteignung. Daher sind für die Bemessung der Gegenleistung die Entschädigungsgrundsätze des Enteignungsrechts heranzuziehen. Das bedeutet, dass der Betroffene nicht besser und nicht schlechter gestellt werden darf als er es in einem hypothetischen Enteignungsverfahren der Fall wäre.

Die zu zahlende Entschädigung stellt einen Wertausgleich und keinen Schadenersatz dar. Dem Betroffenen soll durch den Wertausgleich ermöglicht werden, sich eine Sache gleicher Art und Güte zu erwerben.

Das Ziel von Straßen.NRW ist es, dass die betroffenen Eigentümer die ihnen zustehenden Entschädigungsbeträge vor Beginn der Bauarbeiten ganz oder mindestens teilweise erhalten und die Bauarbeiten zügig durchgeführt werden können. Daher wird frühzeitig mit dem Grunderwerb begonnen.

Die Aufnahme der Grunderwerbsverhandlungen setzt u.a. die folgenden drei Punkte voraus:

  • Bereitstellung der für den Erwerb erforderlichen Haushaltsmittel
  • Vorliegen detaillierter Planunterlagen

Beginn der Baumaßnahme innerhalb eines angemessenen und absehbaren Zeitraumes

Lärm
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Autobahnen beeinflussen die Lärmbelastung der Umgebung. Bei der Planung muss gewährleistet werden, dass Menschen in unmittelbarer Nähe nicht negativ während und vor allem nicht nach der Umsetzung der geplanten Maßnahme von Lärmbelastung betroffen sind. Die gesetzlich festgelegten Grenzwerte für die Lärmbelastung müssen eingehalten werden.

Im Zuge des Umbaus des Autobahndreiecks Bottrop (AD Bottrop) wurde überprüft, ob wesentliche Änderungen der Lärmbelastung durch den geplanten Umbau hervorgerufen werden. Demnach besteht Anspruch auf Lärmvorsorge für insgesamt 258 Gebäude, bei denen die Grenzwerte für Lärmbelastung nicht eingehalten werden können. Durch aktive Lärmschutzmaßnahmen wie den Einbau eines offenporigen Asphalts (-5 dB(A)) sowie durch verlängerte und höhere Lärmschutzwände können die Grenzwerte für den Tagbereich eingehalten werden. Nacht verbleiben 95 Gebäude, an denen die Grenzwerte durch passive Lärmschutzmaßnahmen (wie z.B. Schallschutzfenster oder Lüfter) eingehalten werden. Ein Vollschutz für alle Gebäude in der Umgebung der Maßnahme ist aus technischen und wirtschaftlichen Gründen nicht möglich. Die Überschreitungen der Grenzwerte liegen nachts im Durchschnitt bei unter 2 dB(A).

Insgesamt kann im Vergleich zum Bestand eine durchschnittliche Reduzierung der Immissionswerte für alle Gebäude mit wesentlichen Änderungen um 5,5 dB(A) am Tag und in der Nacht aufgrund von neuen bzw. deutlich höheren Lärmschutzwänden sowie durch den Einbau eines offenporigen Asphalts erreicht werden.

YouTube-Video: Lärm

Schadstoffe
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In Bottrop ist der Umbau des Autobahndreiecks A2/A31 (AD Bottrop) geplant. Für diese Planungen war zu prüfen, ob die Luftkonzentrationen verkehrsbedingter Schadstoffe (NO2 und Feinstaub) sich durch den geplanten Umbau unter Berücksichtigung der bereits vorhandenen Hintergrundbelastung in gesetzlich unzulässigem Maße erhöhen.

Die Verkehrsprognosen für das Prognosejahr 2030 wurden unverändert für die Emissionsberechnungen im Bezugsjahr 2028, dem Jahr der frühesten Fertigstellung wesentlicher Teile der geplanten Baumaßnahme, angesetzt. Die mittleren spezifischen Emissionen der Fahrzeuge verschiedener Fahrzeugkategorie wurden mithilfe der aktuellen Datenbank für Emissionsfaktoren des Straßenverkehrs (HBEFA) des Umweltbundesamts bestimmt. Die Immissionsberechnungen erfolgten mit dem Straßennetzmodell PROKAS unter Einbeziehung der lokalen Wind- und Ausbreitungsklassenstatistik.

Die Beurteilung der Luftschadstoffimmissionen erfolgte im Vergleich mit bestehenden Grenzwerten der 39. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) und relativ zum Prognosenullfall, also zum Fall mit bestehendem Straßennetz mit Verkehrsdaten für das Prognosejahr 2030. Dabei ist maßgebend, ob die berechneten Immissionen zu Überschreitungen der in der 39. BImSchV festgelegten Grenzwerte im Bereich sensibler Nutzungen, wie z.B. Wohngebieten, führen.

Die Immissionsrechnungen zeigen, dass im Nahbereich der betrachteten anliegenden Straßen und des AD Bottrop zum Teil hohe Luftschadstoffbelastungen auftreten. Dabei sind im Prognosenullfall ohne bauliche Änderungen des Autobahndreiecks Bottrop und der Anschlussstelle Bottrop an der bestehenden Bebauung im Untersuchungsgebiet vereinzelte Überschreitungen des Grenzwertes von 40µg/m³ für NO2-Jahresmittelwerte prognostiziert. Dort führt der geplante Umbau des Autobahndreiecks Bottrop und die damit in Teilbereichen verbundenen Verkehrszunahmen zum Teil zu Zunahmen der Luftschadstoffbelastungen. Die Maßnahmen des vorhandenen Luftreinhalteplans zur Einhaltung der Grenzwerte werden aufgrund der geringfügigen Zunahmen durch die Planungen jedoch nicht eingeschränkt.

Für den größten Teil der Wohnbebauung im Untersuchungsgebiet sind jedoch keine Konflikte mit den Grenzwerten nach der 39. BImSchV festgestellt. Dort führen die Planungen überwiegend zu leichten Abnahmen der Schadstoffbelastungen.

YouTube-Video: Luftschadstoffe

Natur
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Im Rahmen der Genehmigungsplanung zur Baurechtserlangung von Straßenbaumaßnahmen ist es auch zwingend erforderlich, sämtliche naturschutz- und artenschutzrechtlichen Belange zu berücksichtigen.

Mit einer Umbaumaßnahme, wie der vorliegenden am AD Bottrop, ist nach § 14 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) bzw. § 30 Landesnaturschutzgesetz (LNatSchG NRW) ein Eingriff in Natur und Landschaft verbunden.

Landschaftspflegerischer Begleitplan

Der Landschaftspflegerische Begleitplan (kurz: LBP) stellt in Text und Karten die geeigneten Maßnahmen dar, die zur Kompensation und zur Vermeidung und Minimierung der durch die Baumaßnahme verursachten Eingriffe notwendig sind.

Der im LBP zum AD Bottrop ermittelte, nicht vermeidbare Eingriff in Natur und Landschaft wird durch die folgenden vorgesehenen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen mit einer damit einhergehenden Aufwertung vollständig kompensiert:

  • Wiederentwicklungen von Wald- und Gehölzflächen im Baufeld nach Abschluss der Straßenbauarbeiten
  • Entsiegelungsmaßnahmen
  • Gehölzpflanzungen auf entstehenden Restflächen
  • Stilllegung eines bewirtschafteten Erlenmischwaldes
  • Umwandlung von Hochstaudenfluren in artenreiche Mähwiesen

Umwandlung eines Pappel-Erlen-Mischwaldes zu einem naturnahen Laubwald (z.B. durch Beendigung der kommerziellen Holznutzung in einem bewirtschafteten Erlenmischwald, inkl. Monitoring und adaptivem Management der Flächen oder durch Waldumbau)

Artenschutzbeitrag (ASB)

Aus den Artenschutzbestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes (§ 44 BNatSchG) ergibt sich bei der Genehmigung von Straßenbauvorhaben die Notwendigkeit zur Durchführung einer Artenschutzprüfung (ASP). Dabei konzentriert sich der Artenschutz auf die europäisch geschützten Arten des Anhangs IV der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (Richtlinie 92/43/EWG) der Europäischen Union (EU) und die europäischen Vogelarten.

Der Artenschutzbeitrag (kurz: ASB) fasst zum einen die Ergebnisse von artenschutzrechtlichen Geländeerhebungen (Kartierungen) zusammen und behandelt zum anderen die Prognose von artenschutzrechtlichen Konflikten, die bau-, anlage- und betriebsbedingt durch das Umbauvorhaben am AD Bottrop verursacht werden können. Zudem werden im ASB Maßnahmen entwickelt, die diesen Konflikten entgegenwirken. Diese Maßnahmen werden zusätzlich in den LBP übernommen, was zu einer Verzahnung der beiden Fachgutachten führt.

Bei den Kartierungen wurden insgesamt neun planungsrelevante Fledermausarten (Braunes Langohr, Breitflügelfledermaus, Fransenfledermaus, Großer Abendsegler, Großes Mausohr, Kleiner Abendsegler, Zwergfledermaus, Wasser- und Rauhautfledermaus) und sieben planungsrelevante Brutvogelarten (Eisvogel, Habicht, Kleinspecht, Mäusebussard, Mittelspecht, Sperber, Waldkauz) im Eingriffsraum nachgewiesen und als potentiell betroffen bewertet.

Die im ASB entwickelten Maßnahmen setzen sich wie folgt zusammen (Auswahl):

  • Anbringen von Fledermauskästen für Baumfledermäuse vor Beginn der Fällarbeiten
  • Sanierungsbedürftige Bauwerke sind frühzeitig mit Sperrpflanzungen und Leitpflanzungen (Umleitungen) gegen Fehlnutzung zu sichern
  • Gehölze werden nur von Anfang Oktober bis Ende Februar entfernt
  • Zur Vermeidung von sonstigen baubedingten Irritationen und Ausweichflügen in den Straßenverkehr ist auf der Ostseite der A31 eine Überflughilfe für die Bauzeit bis zum Wiederaufwachsen der Böschungsgehölze erforderlich
  • Einsatz einer qualifizierten artenschutzrechtliche Baubegleitung

Die Artenschutzmaßnahmen sowie die im LBP entwickelten Maßnahmen sind später, im Rahmen der Ausführungsplanung, nach den einschlägigen Vorschriften und Regelwerken, z.B. für Querungshilfen und Ausgleichsmaßnahmen weiter auszuarbeiten.

LBP und ASB sind Bestandteile der Planfeststellungsunterlagen, die zur Genehmigung des Bauvorhabens erforderlich sind. Mit dem Planfeststellungsbeschluss werden auch die naturschutzrechtlichen Fachgutachten zusammen mit dem Bauentwurf rechtsverbindlich.

YouTube-Video: Natur

Wasser
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Im Rahmen der Umbaumaßnahme des Autobahndreiecks (AD) Bottrop wird neben der Überprüfung des Kanalbestandes auch abschnittsweise der Neubau der Straßenentwässerung erforderlich.

Der Landesbetrieb Straßenbau strebt die Abkopplung der Straßenentwässerung vom städtischen Kanalnetz an. Während im Bestand ein Teil des Niederschlagswassers noch in die städtische Kanalisation und der andere Teil ungedrosselt und unbehandelt in die Gewässer eingeleitet wird, soll zukünftig eine zentrale Behandlung an zwei Standorten und eine Regenrückhaltung an einem Standort stattfinden. Anschließend soll das behandelte Niederschlagswasser an zwei Stellen in die Gewässer eingeleitet werden.

Bestand (Einzugsgebiete, Einleitstellen)

Während der Planungsabschnitt ca. 3,8 km lang ist, reicht das Einzugsgebiet der Straßenentwässerung aufgrund der Höhenlage etwa 1,4 Kilometer über das westliche Ende hinaus. Die Bestandssituation umfasst sieben nennenswerte Einzugsgebiete mit einer Gesamtfläche von AE,k = 56,24 Hektar, die abflusswirksame Fläche beträgt Au = 32,27 Hektar.

Die Entwässerung erfolgt derzeit größtenteils über beidseitig an der Fahrbahn angeordnete Mulden mit sogenannten Huckepacksystemen. In Abhängigkeit von der Querneigung der Fahrbahn erfolgt teilweise auch eine Entwässerung über den Mittelstreifen. Das Niederschlagswasser wird in den Mulden mit Huckepacksystem gefasst und an vier Stellen in das Kanalsystem der Stadt Bottrop bzw. an drei Standorten direkt in das mit Betonsohlen ausgelegte Gewässer Boye eingeleitet. Eine Behandlung oder Regenrückhaltung findet zurzeit im Bestand nicht statt.

Vorflutsituation

Das AD Bottrop liegt im Gewässereinzugsgebiet der Boye. Im relevanten Einzugsgebiet münden einige kleinere Bäche wie der Vorthbach, der Spechtsbach und der Scheidgensbach in die Boye. Das Fließgefälle ist nach Süd-Osten hin ausgebildet.

Für die Einleitung von Niederschlagwasser, das von der Fahrbahn stammt, sind lediglich der Vorthbach und die Boye als Vorflut geeignet. Der Vorthbach, aus südwestlicher Richtung kommend, mündet südlich der A2 etwa bei Bau-km 3+450 in die Boye. Aus nördlicher Richtung kommend, kreuzt die Boye die A31 ca. 350 Meter vor Beginn der Baumaßnahme. Bei Bau-km 3+388 kreuzt die Boye die A2, wo diese kurz vor dem Einmündungsbereich des Vorthbachs mit einem Durchlass unter der A2 hergeleitet wird. Anschließend fließt die Boye in Richtung Osten und mündet in die Emscher.

Entwässerungsabschnitte (Einzugsgebiete, Einleitstellen)

Das Entwässerungskonzept sieht vor, das auf den befestigten Flächen (wie zum Beispiel Fahrbahnflächen) anfallende Oberflächenwasser vollständig zu sammeln, zu behandeln und anschließend gedrosselt in angrenzende Gewässer (hier: Boye und Vorthbach) einzuleiten. Zukünftig wird es zwei Standorte für die zentrale Niederschlagswasserbehandlung geben.

Entwässerungsabschnitt 1 - Beckenstandort Vorthbach

Das Einzugsgebiet 1 (Vorthbach) umfasst das Autobahndreieck, den davon westlich gelegenen Teil der Autobahn A2 sowie den Teil der aus nördlicher Richtung kommenden A31 bis zum Bauwerk „ehemalige Zechenbahn“. Insgesamt beinhaltet es eine Fläche von AE,k = 49,93 Hektar. Die abflusswirksame Fläche beträgt Au = 27,46 Hektar.

Die zentrale Regenwasserbehandlung und -rückhaltung des gesammelten Niederschlagswassers wird innerhalb des Dreiecks und auf der heutigen Verbindungsrampe in Fahrtrichtung Emden erfolgen.

Die Regenwasserbehandlungsanlage (RWBA) Vorthbach besteht aus einem Regenklärbecken mit Dauerstau (RKB), einem Regenrückhaltebecken (RRB) und einem Regenrückhaltekanal (RRK).

Die Reinigung des Niederschlagswassers erfolgt in dem RKB. Mit Hilfe einer Tauchwand werden Leichtflüssigkeiten und Schwimmstoffe abgeschieden. Des Weiteren gibt es in dem RKB einen Sand- und Schlammfang sowie einen Bereich, in dem sich Stoffe (z. B.: Reifen- und Bremsabrieb, Metallpartikel) absetzen können.

Im Anschluss an die Reinigung im RKB folgen ein RRB sowie ein RRK, an dessen Ende die Einleitungsmenge reguliert wird.

Entwässerungsabschnitt 2 - Beckenstandort Boye

Das Einzugsgebiet 2 Boye umfasst den Teil der A2 östlich des Autobahndreiecks bis Bau-km 3+810. Insgesamt umfasst es eine Fläche von AE,k = 6,31 Hektar. Die abflusswirksame Fläche beträgt AE,k = 4,81 Hektar. Die zentrale Regenwasserbehandlung des gesammelten Niederschlagswassers erfolgt südlich der A2 bei Betriebskilometer 465+000. Der Standort der geplanten Anlage befindet sich im Einmündungsbereich des Vorthbachs in die Boye. Die Emschergenossenschaft hat einen Nachweis der Gewässerverträglichkeit für die Einleitung des Wassers von der Autobahn geführt. Der hydrologische Nachweis (Stand: Mai 2018) für die Boye hat ergeben, dass eine Rückhaltung des Niederschlagwassers an dieser Stelle nicht erforderlich ist. Aus diesem Grund wird auf den Bau eines Regenrückhaltebeckens verzichtet.

Im Bereich der Boye wird derzeit das Niederschlagswasser der A2 ungedrosselt an zwei Stellen eingeleitet. Zukünftig wird dieses zuvor behandelt. Zudem werden die Einleitungspunkte auf eine einzige Einleitungsstelle reduziert. Die RWBA Boye besteht aus einem Regenklärbecken mit Dauerstau (RKB). Die Reinigung des Niederschlagswassers erfolgt wie am Vorthbach mit einem RKB. Im Anschluss an die Reinigung erfolgt die Einleitung in die „Boye“.

YouTube-Video: Wasser

Verkehr
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Die Bundesautobahnen A2 und A31 werden im Autobahndreieck Bottrop (AD Bottrop) miteinander verknüpft und sind wichtige Verbindungen im nördlichen Ruhrgebiet und darüber hinaus. Da diese Autobahnen – insbesondere im Bereich AD Bottrop – hoch belastet sind, wird der Umbau des Autobahndreiecks zur Erhöhung der Kapazität der Verbindungsfahrbahnen im AD Bottrop sowie der Ein- und Ausfahrten an der A2 und der A31 geplant. Dazu war die Durchführung einer Verkehrsuntersuchung notwendig.

Das grundlegende Vorgehen bei einer Verkehrsuntersuchung gliedert sich in drei Teile: Bestandsaufnahme, Analyse und Prognose. Die Prognose wird dabei untergliedert in zwei Fälle: Ohne geplanten Umbau (Prognose-Bezugs-Fall 2030) und mit geplanten Umbau (Prognose-Mit-Fall 2030).

Die Ist-Situation (Analyse-Null-Fall 2017) wird mit Verkehrsdaten für das Jahr 2017, welche unter anderem aus einer Verkehrszählung abgeleitet wurden, und mit Verkehrsdaten für das Jahr 2030 als Hochrechnung (Prognose-Bezugs-Fall 2030) betrachtet. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass der Verkehrsablauf keine ausreichende Qualität aufweist. Als Folge kommt es zu stockendem Verkehr und Stau. Demnach ist der Umbau des AD Bottrop als notwendig einzustufen.

Der Prognose-Mit-Fall 2030 stellt die Situation mit dem umgesetzten geplanten Umbau und mit Verkehrsdaten für das Jahr 2030 als Hochrechnung dar. Hiermit wird die zu erwartende Auswirkung des geplanten Umbaus untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass das AD Bottrop nach dem Umbau leistungsfähig ist.

Die Verkehrszahlen des Prognose-Mit-Falls sind die Basis für die Lärm- und Schadstoffuntersuchungen.

YouTube-Video: Verkehr