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Flexibel und sicher: Straßen.NRW mit mobilen Vermessungsfahrzeugen im Einsatz

Vermessungsfahrzeug (Quelle: Straßen.NRW)
Vermessungsfahrzeug (Quelle: Straßen.NRW)

Straßenbau ist im wahrsten Sinne des Wortes Maßarbeit. Vermessungsfachleute führen umfangreiche Lage- und Höhenvermessungen im Straßenraum und dem angrenzenden Gelände durch, um letztendlich alle Details für die Planung von Straßen und Brücken in Karten darstellen zu können. Eine anspruchsvolle und mitunter ebenso gefährliche Aufgabe. Denn die Arbeit der Vermessungsspezialisten findet häufig am Straßenrand und unter laufendem Verkehr statt. Ausgestattet mit Winkel- und Entfernungsmesser, Tachymeter genannt, und Stativ geht es dann an die Arbeit. Bietet eine Strecke nicht genügend Platz, etwa weil kein Seitenstreifen vorhanden ist, sind Sperrungen erforderlich. Für beide Seiten, Verkehrsteilnehmer wie Vermesser, eine unbefriedigende Situation.

An vielen Stellen setzt Straßen.NRW deshalb inzwischen mobile Fahrzeuge zur Straßenvermessung ein. Dies bietet vor allem zwei Vorteile: Die zahlreichen Daten, die notwendig sind, um neue Straßen zu bauen oder um bestehende Strecken zu erweitern, werden schneller erfasst. Gleichzeitig leistet das Fahrzeug einen wichtigen Beitrag zum Arbeitsschutz.

Vermessen ohne Sperrung möglich

Mobile Vermessungsfahrzeuge kommen vor allem dort zum Einsatz, wo die bauliche Situation ansonsten Sperrungen notwendig machen würde. Dies kann etwa in Tunneln oder bei fehlendem Standstreifen sowie auf Streckenabschnitten mit hoher Verkehrsbelastung der Fall sein.

Der Wagen, ein handelsüblicher SUV, fließt mit bis zu 100 Stundenkilometern (BAB) im Verkehr mit und sammelt alle relevanten Daten im Vorüberfahren - ohne Gefahr für Mitarbeiter oder Verkehrsteilnehmer und ohne Straßensperrungen. Autofahrern fällt allenfalls der ungewöhnliche Aufbau auf dem Dach des Fahrzeuges auf. Das so genannte "Mobile-Mapping-System" bildet das High-Tech-Herz des Vermessungsmobiles.

So wird vermessen

Drei Kameras (zwei vorne, eine hinten), eine Ladybug (360°-Kamera), zwei Laserscanner, zwei GPS-Antennen, ein Trägheitsmesssystem (Inertial Measurement Unit) und ein Wegstreckenmessgerät liefern ihre Daten kontinuierlich an  Rechner im Kofferraum des Autos. Noch während der Fahrt können die Fachleute erste Ergebnisse auf einem Notebook im Fonts beobachten. Selbst längere Streckenabschnitte kann das Vermessungsmobil auf diese Weise innerhalb von wenigen Stunden erfassen - ein deutlicher Zeitvorteil im Vergleich zur herkömmlichen Methode mit Tachymeter und Nivellierinstrument auf dem Stativ.

Arbeitslos macht die neue Technik die Vermessungsfachleute jedoch nicht. So müssen je nach geforderter Genauigkeit der Daten, im Vorfeld sogenannte Passpunkte in größeren Abständen am Fahrbahnrand markiert und eingemessen werden.  In der Örtlichkeit erkennbar an weißen oder gelben Quadraten die auf die Fahrbahn geklebt werden.

Nach Erfassung mit dem Laserscanner müssen dann im Büro die bis zu acht Terrabyte großen Datenbestände ausgewertet werden. Denn wirklich aussagekräftig sind die vielen Fotos von der Strecke, die "Punktwolken" der Laserscanner und die GPS-Koordinaten aber erst, wenn menschlicher Sachverstand sie am Computer zusammenführt hat.

Dann entsteht ein stimmiges Gesamtbild, das im nächsten Schritt dabei hilft, entsprechende Entwürfe und Pläne für ein Straßenbauprojekt zu erstellen.