Baumkontrolleure versorgen 600.000 Bäume

2007 hatte der Landesbetrieb Straßenbau als erste Straßenbauverwaltung in Deutschland flächendeckend Baumkontrolleure in seinen Regionalniederlassungen installiert. Die 30 Mitarbeiter sind täglich in Nordrhein-Westfalen auf den 20.000 Kilometer Straßen in der Zuständigkeit von Straßen.NRW unterwegs. Der "Baumdoktor" prüft die Bäume und Gehölze, die Auffälligkeiten aufweisen, "auf Herz und Nieren", teilt sie in Vitalitätsstufen von 1 bis 3 ein und pflegt die Ergebnisse in ein digitales Baumkataster ein. Ziel ist, sich ein genaues Bild vom Zustand aller Teile eines Baumes zu machen, von der Krone bis zu den Wurzeln.

Als "Besteck" nutzt der Baumkontrolleur Sondierstab, Schonhammer und Splintmesser, um Schäden durch Insektenbefall oder Infektionen durch Bakterien und Pilze genau zu bestimmen. Um in die Krone eines Baumes zu gelangen, muss auch schon mal der Hubsteiger einer Straßen.NRW-Meisterei zur Hilfe genommen werden. Werden Mängel oder Schäden an den Gehölzen entdeckt, stellt der Baumkontrolleur einen "Behandlungsplan" auf. Maßnahmen können der Kronenschnitt oder die Kronensicherung genauso wie im schlimmsten Fall das Fällen eines Baumes sein, wenn ihm nicht mehr zu helfen ist.

Schnell gehandelt werden muss, wenn der Baum "in einen Unfall verwickelt war" - der Anprall eines Fahrzeuges einen Schaden am Baum hinterlassen hat. Die "Wunde" wird sofort mit Wasser eingesprüht, damit die Stelle nicht austrocknet und vernarbt. Dann wird der Baum mit einem "Verband" (mehrlagige Stretchfolie) umwickelt, damit sich unter der Folie neues Gewebe bilden kann.

Im ersten Jahr nach ihrer Einführung mussten die Baumkontrolleure 10.000 Mal eingreifen, weil Bäume krank waren oder ihre Standsicherheit gefährdet war. 1.100 Bäume waren dabei durch Stürme und Autounfälle beschädigt worden.