Das Regenklärbecken N2 im Autobahnkreuz Leverkusen-West

Eine der ersten Maßnahmen für den Neubau der Leverkusener Rheinbrücke ist der Bau des Regenklärbeckens „N2“ im Autobahnkreuz Leverkusen-West unter der Fahrbahn der A59.

Das neue Becken, das ein Volumen von ca. 520 Kubikmetern haben wird, nimmt später nicht nur das Niederschlagswasser der Verbindungsfahrbahn zwischen A1 und A59 sowie der Fahrbahnen der A59 auf, sondern auch das der neuen Rheinbrücke vom Hochpunkt östlich des Fahrbahnübergangs. Während der Bauzeit bleibt die vorhandene Anlage zunächst noch in Betrieb.

Der Erklärfilm zum Bau

Zeitablauf

  • Dezember 2017: Aufbau der Baustellenverkehrsführung
  • Januar 2018: Vorbereitung Baufeld: Asphalt abfräsen, Kampfmittelsondierung,
  • Februar 2018: Einbringen der Spundwände, Aufbau der Einhausung
  • März - April 2018: Aushub der Baugrube unter Einhausung
  • April - Juni 2018: Abbau der Einhausung und Bau des Regenklärbeckens
  • Juli 2018: neue Asphaltschicht, Verkehrsfreigabe

Details zum Regenklärbecken

Die Oberkante des neuen Beckens wird ca. 1,30 Meter unterhalb der Fahrbahn der A59 liegen. Das Bauwerk selbst wird eine maximale Tiefe von sechs Metern erreichen. Da sich an dieser Stelle die Altablagerung Dhünnaue befindet, in die beim Bau eingegriffen werden muss, finden die Arbeiten unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen statt.

Das neue Becken wird in einer Baugrube hergestellt, die mit Spundwänden gesichert ist. Bevor der Bodenaushub beginnen kann, wird die gesamte Baugrube einschließlich der angrenzenden Arbeitsräume mit einer Einhausung versehen. Dadurch werden die offengelegten Abschnitte von der Umwelt abgegrenzt. Innerhalb der Einhausung wird die Luft abgesaugt und in einer mehrstufigen Reinigungsanlage gefiltert. So wird verhindert, dass ggf. belastete Stäube oder Gase nach außen gelangen können.

Jeder, der innerhalb der Einhausung arbeitet, trägt Schutzkleidung. Zudem werden die Schadstoffwerte kontinuierlich überprüft und alle Fahrzeuge, die während des Baus zum Einsatz kommen, in speziellen Waschanlagen gereinigt, bevor sie das Baufeld verlassen.

Mehr Details zum Sicherungskonzept erhalten Sie auf dieser Seite.

Emissionsschutzmaßnahmen für das Regenklärwerk N2

Die Emissionsschutzmaßnahmen für das Regenklärwerk N2 sind im Planfeststellungsbeschluss verbindlich festgeschrieben. Dabei werden organisatorische und technische Schutzmaßnahmen unterschieden. Mehr erfahren ...

Fragen und Antworten zum Bau des Regenklärbeckens

Wieso finden Arbeiten in der Dhünnaue statt, ohne dass schon die Einhausung steht? Was passiert dabei mit der entweichenden Luft, die giftig sein könnte?

Eine Einhausung ist erst nötig, wenn flächig in belasteten Bodenschichten gearbeitet wird. Die sind erst in einigen Metern Tiefe zu finden. Zudem ist in der Altablagerung Dhünnaue bisher kein Deponiegas nachgewiesen worden. Das liegt vor allem daran, da hier in erster Linie mineralische (und damit anorganische) Abfälle gelagert wurden. Dennoch ist die Altablagerung mit einem Belüftungssystem ausgestattet worden. Dort wurde zu keiner Zeit Deponiegas nachgewiesen.

Auch die vorauslaufenden Untersuchungen zum Ausbau der A1 haben die bisherigen Ergebnisse bestätigt. Gleichwohl werden während der gesamten Arbeiten laufend Gasmessungen vorgenommen und es besteht zu jeder Zeit die Möglichkeit Abluft sicher abzuführen.

Daher sind viele Arbeiten außerhalb belasteter Bereiche sowie punktuelle Eingriffe wie Bohrungen ohne Einhausung möglich. Flächige Eingriffe finden dagegen bei Eingriffen in höher belastetes Material generell unter einer Einhausung statt, wie im Film gezeigt.

Wieso finden Arbeiten zum Teil ohne Schutzanzüge statt?

Nicht bei allen Arbeiten im Bereich der Altablagerung Dhünnaue wird in belastete Materialien eingegriffen. Verschiedene Arbeiten betreffen nur die Abdeckungen auf der Oberflächenabdichtung oder den Straßenunterbau. Teilweise wird Boden nur verdrängt und nicht gefördert. Das ist z. B. beim Einrammen von Spundbohlen der Fall. Sobald Kontakt mit belasteten Materialien möglich ist, besteht die Pflicht zum Anlegen von Arbeitsschutzkleidung. Das belastete Erdreich, das zutage gefördert wird, wird wie im Sicherungskonzept beschrieben, entsprechend behandelt.

Wie wirkt sich eine Änderung des Grundwasserspiegels, zum Beispiel durch Hochwasser im Rhein, auf den Bau des Regenklärbeckens aus?

Durch den Anstieg des Rheinwassers steigt zeitversetzt auch der Grundwasserspiegel an. Die Grundwassersperrwand um die Altablagerung Dhünnaue bewirkt, dass dort der Grundwasserspiegel langsamer ansteigt. Zudem ist landseitig eine Brunnengalerie angelegt, die ebenfalls den Grundwasserspiegel im Bereich der Altablagerung beeinflusst. Die Grundwasserstände werden kontinuierlich beobachtet. Ein Anstieg des Wasserspiegels bis in das Niveau der Baugrubensohle des Beckens „N2“ wäre nur bei extremen Hochwasserverhältnissen zu erwarten.

Da sich wie oben beschrieben in der Altablagerung kein Deponiegas gebildet hat, stellt auch das steigende Grundwasser und die gegebenenfalls freigesetzt Bodenluft für die Anrainer keine Gefahr dar. Dies war auch schon bei früheren Hochwassern immer der Fall.