Südumgehung Wuppertal: Ausbau der L419 in Wuppertal-Ronsdorf

Grafik: Lageplan L419

Lange Wartezeiten in den Zufahrten und große Rückstaus - die Kapazität der L419 (Parkstraße) in Wuppertal-Ronsdorf stößt bereits heute an ihre Grenzen, für die prognostizierten Verkehrsbelastungen zukünftiger Jahre ist sie bislang unzureichend gerüstet. Damit die Strecke zudem ihrer Bedeutung für den überregionalen Verkehr im Großraum Wuppertal gerecht werden kann, ist ein vierspuriger Ausbau mit Anschluss an die A1 geplant. Dadurch wird nicht nur die südliche Umgehung der Stadt Wuppertal realisiert, sondern auch eine Alternative zur A46 geschaffen. Für Anwohner bedeutet der Ausbau: Die Straßen in Ronsdorf haben als Schleichrouten ausgedient.

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Eckdaten
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Die Straßenplanung erfolgt in zwei Bauabschnitten. Der erste Bauabschnitt liegt zwischen Lichtscheid und Erbschlö (Parkstraße); der zweite Bauabschnitt stellt den Anschluss an die A1 dar. Die von einigen Anwohnern favorisierte Tunnellösung musste aufgrund der Kosten verworfen werden. Gleichwohl bietet die stattdessen gefundene Lösung den rechtlich erforderlichen Schutz vor Lärm und Staub. Denn mit dem Ausbau sind Lärmschutzanlagen im Bereich der Wohnbebauung vorgesehen. Darüber hinaus rückt die Parkstraße um bis zu zwölf Meter von der südlichen Wohnbebauung ab. Nach der Baumaßnahme wird die L419 (Parkstraße) somit erheblich leiser sein als im heutigen Zustand.

Grafik: Abschnitte L419

Die Planung sieht vier durchgehende Fahrstreifen vor. Zusätzliche Verflechtungsspuren zwischen den Anschlüssen mit Unterführungen der Staubenthaler Straße und Erbschlöer Straße sowie eine Brücke zwischen den Ronsdorfer Anlagen und dem Scharpenacken bilden die Anbindung an das städtische Umfeld. Damit sich die Parkstraße harmonischer ins Landschaftsbild einfügt, wird sie um circa zwei Meter tiefer gelegt. Darüber hinaus bietet die Parkbrücke eine barrierefreie Verbindung zwischen Ronsdorf und dem nördlich gelegenen Erholungsraum Scharpenacken. Mit dem direkten Anschluss an die A1 werden Fahrten in alle Richtungen möglich.

Die Baumaßnahme soll unter Aufrechterhaltung des Verkehrs, also ohne Vollsperrung der L419 (Parkstraße), realisiert werden. Die Kosten für den ersten Bauabschnitt betragen rund 53 Millionen Euro, die für den zweiten Bauabschnitt 56,48 Millionen Euro. Der Ausbau der L419 mit einer geplanten Hochstufung zur Bundesstraße ist im Landesbedarfsplan des Landes Nordrhein-Westfalen mit der höchsten Dringlichkeitsstufe vorgesehen.

Zeitplan
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Der Landesbetrieb hat am 27.04.2017 bei der Bezirksregierung Düsseldorf den Antrag auf Einleitung des Planfeststellungsverfahrens gestellt und die erforderlichen Unterlagen für die Offenlegung eingereicht. Die Bezirksregierung prüft nun die Unterlagen und leitet diese anschließend an die Städte Wuppertal und Bergheim - da eine Ausgleichsfläche auf dem Stadtgebiet liegt - zur öffentlichen Auslegung weiter.

Der Beginn der einen Monat dauernden Auslegung wird durch die beiden Städte ortsüblich bekanntgegeben. In dieser Zeit sowie den anschließenden zwei Wochen können Einwendungen bei der Bezirksregierung Düsseldorf, der Stadt Wuppertal sowie der Stadt Bergheim vorgebracht werden. Alle Einwendungen und Stellungnahmen werden dem Vorhabenträger zur Prüfung und Gegenäußerung übergeben.

In einem so genannten Erörterungstermin, der ebenfalls von der Bezirksregierung Düsseldorf durchgeführt wird, besteht im weiteren Verfahren dann die Möglichkeit für alle Einwender, ihre Belange noch einmal ausführlich mündlich vorzutragen und zu besprechen. Danach verfügt die Bezirksregierung über alle Informationen, um einen Planfeststellungsbeschluss zu erlassen, gegen den natürlich Rechtsmittel eingelegt werden können.

YouTube-Video: Animation zum ersten Bauabschnitt

Brückenbauwerke
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Im Zusammenhang mit dem Straßenausbau und -neubau werden insgesamt zehn neue Brückenbauwerke benötigt. Im ersten Bauabschnitt entstehen an der Staubenthaler Straße und an der Erbschlöer Straße "Unterführungsbauwerke". Die Verbindung zwischen den Ronsdorfer Anlagen und dem nördlich gelegenen Erholungsraum Scharpenacken wird durch die "Parkbrücke" gewährleistet. Eine architektonische Gestaltung soll Lärmschutz und Brücken in den vorhandenen Siedlungs- und Landschaftsraum einbetten.

Bildnachweis

Die Illustrationen zu Lärmschutz, der Parkbrücke und den Unterführungen sind Entwürfe von Studierenden der TU Berlin. Sie entstanden während des Wintersemesters 2013-2014 im Fachgebiet Landschaftsarchitektur (FAK VI)unter Professor Weidinger.