Jetzt mit
Freunden teilen:

Landesstraße 1: Neubau der Kanalbrücke bei Hünxe

Bild: Behelfsbrücke
Die Behelfsbrücke (Quelle: Straßen.NRW)

Seit dem 1. Dezember 2011 ist die Behelfsbrücke über den Wesel-Datteln-Kanal für den Verkehr freigegeben. Bis zur Fertigstellung der neuen Brücke ist damit die Verbindung zwischen Krudenburg und Hünxe wieder hergestellt. Das Bauwerk bietet zwei Fahrspuren für den Personen- und Lastkraftverkehr sowie einen getrennten Rad-/Gehweg. Nachdem ein Rechtstreit um die Auftragsvergabe den Beginn der Baumaßnahmen verzögert hatte, können mit dem Gerichtsurteil im Frühjahr 2021 die Auftragsvergabe sowie die bauvorbereitenden Maßnahmen starten.

Wählen Sie aus, welcher Aspekt Sie interessiert:

Planungsvariante und geplanter Bauablauf der neuen Kanalbrücke
öffnen

Planungsvariante und geplanter Bauablauf der neuen Kanalbrücke. Die Entwurfsplanung für die neue Brücke ist abgeschlossen. Geplant ist eine Stabbogen-Brückenkonstruktion aus Stahl.

Die Kreuzung L1/L463 wird zu einem Kreisverkehrsplatz umgebaut. Die dort vorhandene Ampelanlage sowie die Linksabbiegerspur auf der neuen Brücke werden nicht mehr benötigt. Die Kostenersparnis bei der Brücke ist höher als die Kosten für den Umbau zum Kreisverkehr.

Die Vormontage der Stabbogenbrücke erfolgt auf einer provisorischen Montagefläche neben der L1. Hierfür wird keine Sperrung der L1 erforderlich.

Wenn die Vormontage der Stabbogenbrücke abgeschlossen ist, muss die L1 für mehrere Monate gesperrt werden.

In dieser Zeit wird die Behelfsbrücke zurückgebaut und die alten Widerlager abgebrochen. Erst nachdem der Rückbau der Behelfsbrücke erfolgt ist, können die neuen Widerlager errichtet werden.

Sobald die neuen Widerlager stehen, wird der neue vormontierte Stabbogen mit Transportfahrzeugen über die L1 zum Wesel-Datteln-Kanal gefahren. Dort wird er mit Hilfe von Pontons in die endgültige Lage eingeschwommen. Bis zur Verkehrsfreigabe müssen dann nur noch kleinere Restarbeiten durchgeführt werden.

Zeitgleich mit der Sperrung der L1 wird auch der Kreisverkehrsplatz an der Kreuzung L1/L463 errichtet.

In einer abschließenden Bauphase wird die für die Vormontage der Stabbogenbrücke benötigte Fläche entlang der L1 ohne Verkehrsbeeinträchtigungen ökologisch aufgewertet.

Stand der Planung und Auftragserteilung

Es wurden verschiedene Varianten untersucht und mit den Trägern öffentlicher Belange abgestimmt.

Seit Mitte 2019 liegt das Baurecht für die Erneuerung der Kanalbrücke vor.

Die Ausschreibungsunterlagen für den großen Bauvertrag konnten planmäßig veröffentlicht und submittiert werden. Neben dem Ersatzneubau für die Kanalbrücke (einschl. Rückbau der vorhandenen Behelfsbrücke über den Wesel-Datteln-Kanal) beinhalten die Ausschreibungsunterlagen auch die erforderliche Sanierung der nahegelegenen Lippebrücke der L1, den Umbau des Kreuzungsbereichs L 463/ L1 zum Kreisverkehrsplatz sowie Fahrbahnsanierungen an der L 1 und L 463. Auf Grund der Größenordnung wurde die Gesamtmaßnahme EU-weit ausgeschrieben im sogenannten „offenen Verfahren“.

Nach der durchgeführten Submission sollte der Auftrag mit Zustimmung des Verkehrsministeriums des Landes NRW und der Bereitstellung der notwendigen Haushaltsmittel vor Weihnachten 2019 erteilt werden.

Grundsätzlich werden bei einer europaweitern Ausschreibung im „offenen Verfahren“ vor der eigentlichen Auftragserteilung die Bewerber, die nicht das preisgünstigste Angebot abgegeben haben, über die vorgesehene Vergabe an den Mindestbieter informiert. Innerhalb der vorgeschriebenen Frist hat ein Bieter Einspruch gegen diese Auftragserteilung an den Mindestbieter erhoben, woraus ein Nachprüfungsverfahren bei der Vergabekammer der Bezirksregierung Köln resultierte.

Mit dem Beschluss vom 11.8.2020 teilt die Vergabekammer mit, dass die Vergabe an den Mindestbietenden rechtens ist. Der unterlegene Bieter hat daraufhin sofortige Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf eingereicht.

Abschließend hat der Vergabesenat am Oberlandesgericht Düsseldorf entschieden, dass die Vergabe durch Straßen.NRW rechtens war. Damit konnte der Auftrag an den Mindestbieter erteilt und eine genaue Zeitplanung mit der Baufirma erarbeitet werden. Der Auftrag beinhaltet neben dem Ersatzneubau für die Kanalbrücke (einschl. Rückbau der vorhandenen Behelfsbrücke über den Wesel-Datteln-Kanal) auch die Sanierung der nahegelegenen Lippebrücke der L1, den Umbau des Kreuzungsbereichs L 463/ L1 zum Kreisel sowie Fahrbahnsanierungen an der L 1 und L 463.

 

Wartung und Prüfung der Behelfsbrücke
öffnen

Die Behelfsbrücke muss während der Einsatzzeit regelmäßig gewartet und geprüft werden. Prüfung und Wartung sind jeweils im Halbjahres Rhythmus vorgesehen. Als Kontrolle der Wartung wird kurzfristig nachfolgend die Prüfung der Behelfsbrücke durchgeführt.

Die Wartungen und Prüfungen finden so statt, dass die L1 auf der Brücke je nach Wartungsfortschritt halbseitig gesperrt wird, um dem Wartungspersonal ein gefahrloses Arbeiten zu ermöglichen. Am Folgetag erfolgen die Arbeiten vom Wesel-Datteln-Kanal aus, der Verkehr auf der L1 wird hierdurch nicht eingeschränkt.

Hintergrund
öffnen
Bild: Brücke über den Wesel-Datteln-Kanal

Am dritten Juniwochenende 2011 wurde die Brücke der Landesstraße 1 (Dinslakener Straße) über den Wesel-Datteln-Kanal zwischen Krudenburg und Hünxe abgerissen. Die Brücke war zwischen März und Juni 2011 gesperrt, weil in dem Bauwerk eine Stahlsorte aus den sechziger Jahren verarbeitet war, die nach jüngsten Erkenntnissen spontan und ohne Vorankündigung reißen kann und somit die Brücke einsturzgefährdet war. Um ein Sicherheitsrisiko auszuschließen, wurde die Brücke abgerissen.

Bei der Brücke handelte es sich um eine Spannbetonbrücke aus dem Jahre 1962.

Bild: Abriss der alten Kanalbrücke

Einzelne Produktionsmengen des damals im Beton eingebauten Spannstahls ("Sigma-Stahl") werden heute als spannungsrisskorrosions-gefährdet eingestuft. Das heißt, der Spannstahl kann in einem korrosionsfördernden Milieu unter Zugbeanspruchung plötzlich reißen.