Der Ausbau der A3 sowie des Autobahnkreuzes Leverkusen

Zum Bauabschnitt der A3 zwischen den Anschlussstellen Leverkusen-Zentrum und Leverkusen-Opladen gehört neben der Erweiterung der Autobahn auf acht Spuren auch der Umbau der Anschlussstelle im Zentrum sowie des Leverkusener Kreuzes mit der A3-Brücke. Wie beim Ausbau der sogenannten „Stelzenautobahn“ im Abschnitt zwischen den Autobahnkreuzen stellt hier die nahe Wohnbebauung eine besondere Herausforderung dar.

Variantenuntersuchung abgeschlossen

Für den Ausbau der A1 und der A3 in Leverkusen wurden die Voruntersuchungen im Oktober 2018 abgeschlossen. Die Unterlagen hierzu werden jetzt von der Straßenbauabteilung des Bundes geprüft, dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Die Vorlageberichte und die Varianten für beide Abschnitte finden Sie unter Downloads.

Der Verkehrsbelastung begegnen

Foto: Dichter Verkehr auf der A3

Die A3-Brücke im Autobahnkreuz Leverkusen hielt - ähnlich wie die Rheinbrücke der A1 - den Verkehrsbelastungen nicht mehr stand. Sofortmaßnahmen im Sommer 2015 haben die Brücke soweit verstärkt, dass sie bis zum Umbau des Autobahnkreuzes wieder voll genutzt werden kann. Im Rahmen des Bauprojekts A-bei-LEV soll dann eine nachhaltige Lösung realisiert werden, abgestimmt auf den Abschnitt zwischen der Anschlussstelle Köln-Niehl und dem Autobahnkreuz Leverkusen West mit dem Schwerpunk Neubau der Rheinbrücke sowie auf den Abschnitt zwischen den Autobahnkreuzen Leverkusen-West und Leverkusen.

Vorgeschichte

Wie lässt sich das Nadelöhr bei Leverkusen entschärfen? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Planer von Straßen.NRW nicht erst seit Kurzem. Bereits zur Jahrtausendwende gab es Überlegungen, den zäh fließenden Verkehr im Leverkusener Kreuz zu entzerren. Schnell war klar: Der Hebel muss an den Verflechtungsstrecken ansetzen, damals wie heute bergen sie ein erhöhtes Stau- und Unfallrisiko. Auf diesen Verbindungsstücken zwischen den „Ohren“, den Ausfahrten und Anschlüssen im Kleeblatt des Autobahnkreuzes, begegnen sich zahlreiche Fahrzeuge, sie kreuzen je nach Fahrtrichtung die Spuren, und das auf wenigen Metern gleich mehrfach. Ein Knotensystem, das unter normaler Belastung gut funktioniert, längst aber an seine Grenzen stößt. Das Kreuz Leverkusen gehört mit etwa 235.000 Fahrzeugen täglich zu den meistbefahrenen Autobahnknoten der Republik.

2005 stellte Straßen.NRW eine Lösung vor: Die Pläne sahen vor, die Kleeblattform des Kreuzes teilweise aufzulösen. Die Zufahrt von der A3 aus Richtung Frankfurt auf die A1 Richtung Koblenz sollte über eine Rampe in Form eines „Überfliegers“ geregelt werden. Der Knackpunkt: Die Brücke wäre über die benachbarte Kleingartenanlage Bernshecke in Manfort verlaufen, die Hobbygärtner hätten ihre Schollen aufgeben müssen. Dagegen regte sich Widerstand. Außerdem war die damalige Lösung zu kurz gedacht.

Die Erfahrungen in Leverkusen, aber auch der ungetrübte Blick auf den maroden Zustand der Autobahnen, haben ein planerisches Umdenken, ja fast schon einen Paradigmenwechsel bewirkt: Großprojekte wie der Ausbau des Kölner Rings oder der Neubau der Rheinbrücke als wesentlicher Bestandteil von A-bei-LEV verlangen ganzheitliche Überlegungen und müssen immer so gestaltet sein, dass weder die fließenden Verkehre noch direkte Anlieger von den Bauvorhaben zu sehr beeinträchtigt werden. Für den Umbau des Kreuzes bedeutet dies, dass dieser so weit wie möglich innerhalb der bestehenden Grenzen vorgenommen wird.

Der Planungsstand

Anforderungen an die beste Variante

Die Variantenuntersuchung ist abgeschlossen. Aus den erarbeiteten Optionen musste im Zuge der „Variantenauswahl“ die beste Art des Ausbaus ausgewählt werden. Doch welche Anforderungen wurden an die „beste“ Variante gestellt, auf welche Punkte hin wurde sie untersucht? Hier geht es zu den Kriterien für die Variantenauswahl.

Die Machbarkeitsstudie

Im Abschnitt der A3 zwischen den Anschlussstellen Leverkusen-Zentrum und Leverkusen-Opladen soll die Fahrbahn erweitert und das Autobahnkreuz Leverkusen leistungsgerecht ausgebaut werden. Mithilfe einer Machbarkeitsstudie wurde aufgezeigt, welche Möglichkeiten es zur Erweiterung von sechs auf acht Fahrstreifen gibt. Sie liefert zudem genaue Informationen zur möglichen Form des Autobahnkreuzes Leverkusen.

Variantenuntersuchung

Fünf Varianten standen zunächst im Mittelpunkt der Untersuchung, anschließend wurden noch zwei weitere Varianten ergänzt: Die oberirdische Verbreiterung der A3 an jetziger Stelle (Bestandslage, Variante 1), eine Lösung mit einem langen Tunnel (Variante 2) sowie eine mit einem kurzen Tunnel (Variante 3). Weiterhin gibt es eine Variante mit Tieflage der Fahrbahn der Fahrtrichtung Oberhausen (Variante 4.1) und eine Variante mit Seitentunneln für die Verbindung zur A1 (Variante 4.2). Bei der Variante 5 bleiben die A1 und A3 in Bestandslage, die Ein- und Ausfahrtbereiche beider Richtungsfahrbahnen werden südlich der Anschlussstelle Leverkusen getrennt. Bei dem Durchgangstunnel (Variante 6, vorher 4.3) fließt der Durchgangsverkehr in zwei getrennten Tunnelröhren, während der sich verteilende Verkehr in bestehender Höhenlage die A3 verlässt.

Die Prüfung ergab, dass ein Erhalt der Bestandslage (Variante V1) mit 226 Millionen Euro am günstigsten ist. Bauzeit und Bauaufwand sind gering. Hinzu kommt, dass die Variante die Umwelt am wenigsten beeinträchtigt und die Grundwasserdynamik nicht beeinflusst. Es käme aber zum Verlust von Wohnflächen sowie zu einer verstärkten optischen Trennwirkung durch den erforderlichen Lärmschutz.

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Der Umbau des Kreuzes

Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurden neben der A3 zwischen den Anschlussstellen Leverkusen-Zentrum und Leverkusen-Opladen auch verschiedene Varianten für den Umbau des Autobahnkreuzes Leverkusen geprüft. Die Ergebnisse bilden nun die Grundlage für die weitere Planung und haben auch Einfluss auf den Abschnitt zwischen den Autobahnkreuzen Leverkusen-West und Leverkusen.

Im Mittelpunkt der Untersuchung stand die Frage, welche Vor- und Nachteile ein Umbau des Kreuzes in Form eines Malteserkreuzes oder einer abgewandelten Windmühle gegenüber der jetzigen Form bietet. Ein Malteserkreuz (Variante M 1) benötigt zur Abwicklung der Verkehrsströme vier Fahrbahnebenen, die über ein aufwändiges, zentrales Bauwerk geführt werden. Gegenüber dem heutigen Zustand wären dafür zwei zusätzliche Fahrbahnebenen erforderlich. Die abgewandelte Windmühle kommt dagegen je nach Variante mit zwei oder drei Ebenen aus. Bei ihr werden in der Grundvariante alle Verkehre auf zwei Ebenen abgewickelt (Variante W 1). Es ist aber auch denkbar, die Rampen östlich des Autobahnkreuzes unter der A1 zu führen (Variante W 2). Keine relevanten Unterschiede ergeben sich bei allen Varianten hinsichtlich des Platzbedarfs.

Alle drei untersuchten Varianten sind grundsätzlich als sehr leistungsfähig einzustufen. Das Malteserkreuz mit direkter Führung über das Zentralbauwerk hat kürzere Verbindungsfahrbahnen. Es erfordert aber während der Bauzeit eine aufwändige Verkehrsführung und längere Sperrungen von Fahrbeziehungen. Aus Umweltsicht ergeben sich kaum entscheidungsrelevante Unterschiede bei den drei möglichen Formen des künftigen Kreuzes. Allerdings ist die Variante W1 hinsichtlich des Schutzgutes Wasser als am geeignetsten einzustufen. Beim Malteserkreuz und der Variante W2 dagegen kommt es durch die erforderlichen Rampen zu einem Anschnitt der vorhandenen Grundwasserleiter. Das Malteserkreuz führt durch die zusätzliche Verkehrsebene über die A3 außerdem zu etwas mehr Verkehrslärm als die abgewandelten Windmühlen.

Die heutige Kleeblattform ergielt das Leverkusener Kreuz in den 1960 Jahren. Der Klassiker ist nicht mehr leistungsfähig genug und muss ersetzt werden.
Eine mögliche Form ist die einer abgewandelten Windmühle. In der Ausführung W1 überqueren die Fahrstreiefn aus Richtung Frankfurt die A1 in Richtung Koblenz.
In der Ausführung W2 unterqueren die Fahrstreifen  aus Richtung Frankfurt die A1 in Richtung Koblenz.
Das Malteserkreuz steigert die Leistung mit Hilfe von vier Fahrbahnebenen übereinander, die sich in der Mitte kreuzen.
Hier der Blick aus Richtung Dortmund. So sieht es heute aus. Im Hintergrund die Stelze.
Die abgewandelte Windmühle W1 mit Verbindungsrampen über die A1. Die heutige Stelze in Gelb dient der Orientierung. Über ihren Einsatz wird noch entschieden.
Die abgewandelte Windmühle W2 führt die Verbindungsrampen unter der A1 durch.
Das Malteserkreuz mit seinem Zentralbauwerk in der Mitte.

Die Variantenuntersuchung (siehe oben) hat an dieser Stelle ergeben, dass der Ausbau des Autobahnkreuzes in Form der „abgewandelten Windmühle“ (W1 oder W2, Entscheidung steht noch aus) erfolgen soll. Diese Form passt zu allen in Frage kommenden Ausbauvarianten der A1 und der A3. Die untersuchte Variante, das Autobahnkreuz mit einem „Malteserkreuzknoten“ auszubauen, hat sich insbesondere aufgrund der damit verbundenen bauzeitlichen Verkehrsbeschränkungen als ungünstig ausgeschlossen.

Zum Ausbau der A1 zwischen der Anschlussstelle Köln-Niehl bis Autobahnkreuz Leverkusen-West

Zum Ausbau der A1 zwischen den Autobahnkreuzen Leverkusen-West und Leverkusen