Zwischen den Autobahnkreuzen Leverkusen-West und Leverkusen

Beim 1,3 Kilometer langen Planungsabschnitt zwischen den Autobahnkreuzen Leverkusen-West und Leverkusen stehen die Planer vor einer besonderen Herausforderung: Die Autobahn verläuft in Hochlage über ein gut 900 Meter langes aufgeständertes Brückenbauwerk, von den Anwohnern gern als „Stelzenautobahn“ oder einfach nur „Stelze“ bezeichnet. Die größte Herausforderung ist allerdings, dass der Ausbau unter vollem Verkehr, also bei täglich bis zu 120.000 durchfahrenden Fahrzeugen, bewerkstelligt werden muss.

Variantenuntersuchung fast abgeschlossen

Die Variantenuntersuchung steht kurz vor dem Abschluss. Aus den erarbeiteten Optionen muss nun im Zuge der „Variantenauswahl“ die beste Art des Ausbaus ausgewählt werden. Doch welche Anforderungen werden an die „beste“ Variante gestellt, auf welche Punkte hin wird sie untersucht? Hier geht es zu den Kriterien für die Variantenauswahl.

Die hohe Verkehrsbelastung zeigt Folgen

Foto: die Stelzenautobahn

Wie die Leverkusener Rheinbrücke ist die als „Stelzenautobahn“ bekannte Trasse nicht für die heutige Verkehrsbelastung konzipiert worden. Das hat Folgen: Die aus Beton gegossene, 900 Meter lange Hochstraße B, die sich an den Damm hinter dem Kreuz Leverkusen-West anschließt und den Stadtteil Küppersteg durchquert, weist erhebliche Schäden auf. Nachdem Straßen.NRW erste Sanierungsmaßnahmen durchführen und Lager austauschen ließ, ist die Standfestigkeit der „Stelzen“ mittelfristig garantiert. Eine nachhaltige Lösung muss jedoch gefunden werden.

Der Planungsstand

Grafik: Projektüberblick

Anforderungen an die beste Variante

Die Variantenuntersuchung steht kurz vor dem Abschluss. Aus den erarbeiteten Optionen muss nun im Zuge der „Variantenauswahl“ die beste Art des Ausbaus ausgewählt werden. Doch welche Anforderungen werden an die „beste“ Variante gestellt, auf welche Punkte hin wird sie untersucht? Hier geht es zu den Kriterien für die Variantenauswahl.

Machbarkeitsstudie

Luftbild der Stelzenautobahn

Wie kann ein Ersatz für die „Stelzenautobahn“ aussehen? Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie hat Straßen.NRW von einem Ingenieurbüro alle nahe liegenden Lösungsansätze für die heutige „Stelze“ ergebnisoffen untersuchen lassen. Hierbei wurden Varianten in Hoch- und Tieflage erarbeitet. Geprüft wurde, was baulich machbar ist und unter welchen Voraussetzungen. Anhand der gelieferten Zahlen, Daten und Fakten können die Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten nun gegenübergestellt werden. Ziel der Machbarkeitsstudie ist es, belastbare Daten zu Emissionen, Eingriffen in das Umfeld, Kosten und Baubarkeit unter laufendem Verkehr zu erhalten.

Die Machbarkeitsstudie ermöglicht es, die Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten einander gegenüberzustellen. Ergänzend läuft zurzeit eine andere Untersuchung, in der die Auswirkungen auf die Umwelt ermittelt werden. Das vorliegende Material ist Diskussionsgrundlage für alle weiteren Entscheidungen. Die komplette Machbarkeitsstudie steht hier zum Download bereit.

Untersuchte Varianten

Grafik der untersuchten Varianten

Im Rahmen der Machbarkeitsstudie hat das Planungsbüro 14 mögliche Varianten untersucht – darunter verschiedene Hoch- und Tieflagen. Einige der untersuchten Varianten hatten erhebliche Nachteile, sodass sie in der Machbarkeitsstudie nicht weiter verfolgt wurden. Ein Ausschlusskriterium war zum Beispiel der Abriss von Wohngebäuden in diesem Abschnitt oder die Unterbrechung des Verkehrs auf der A 1. Ein weiteres wichtiges Kriterium für eine Variante ist darüber hinaus die größtmögliche Einhaltung der Grenzwerte für Lärm und Schadstoffe.

Grafik: Im Rahmen der Machbarkeitsstudie ebenfalls näher untersucht wurde die Tunnelvariante „Tieflage Südversatz“. (Quelle: Straßen.NRW)
Grafik: Abschnitt 2, Tieflage

Drei der 14 Varianten, die bei diesen Kriterien gut abschneiden, wurden besonders eingehend untersucht: die „Hochlage Südversatz mit Querverschub“, der „Tunnel Südversatz“ und der „Tunnel Südversatz mit Teilabbruch“. Dabei zeigte sich, dass ein „Tunnel Südversatz mit Teilabbruch“ als ungünstig für die Verkehrsführung einzustufen ist und sehr lange Bauzeiten erfordert.

Grafik: Eine der im Rahmen der Machbarkeitsstudie näher untersuchten Varianten ist die „Hochlage Südversatz mit Querverschub“. (Quelle: Straßen.NRW)
Grafik: Abschnitt 2, Hochlage

Bei der Hochlage beträgt die Bauzeit vier bis fünf Jahre, beim „Tunnel Südversatz“ ist mit rund acht Jahren zu rechnen. Für beide Varianten ist kein Eingriff in die vorhandene Wohnbebauung erforderlich, jedoch rückt der nördliche Fahrbahnrand bei einigen Varianten in Hochlage ein paar Meter näher an die Wohnbebauung heran. Wie nah ist davon abhängig, wie die endgültige Lage geplant wird. Bei beiden Tunnelvarianten sind aus Sicherheitsgründen Mengen- und Stoffbeschränkungen für Gefahrgut erforderlich. Zu dieser Einschätzung kommt ein Gefahrgutgutachten, das eigens beauftragt wurde. In puncto Lärm sorgen beide Varianten für eine deutliche Verbesserung im Vergleich zur Ist-Situation. Während des Baus einer Hochlage könnten alle Verkehrsbeziehungen zu den Autobahnen aufrechterhalten bleiben. Beim Bau eines Tunnels können in den Kreuzen einzelne Rampen mehrere Monate lang nicht genutzt werden, teilweise für mehrere Jahre.

Die Planungsvorgaben

Für den Abschnitt zwischen den beiden Autobahnkreuzen hat Straßen.NRW ein Gefahrgutgutachten in Auftrag gegeben, das prüft, inwieweit bei den Varianten Gefahrguttransporte möglich sind. Die Untersuchung erfolgte nur für die Tunnelvarianten, die nicht wegen anderer Faktoren erhebliche Nachteile beim Bau oder Betrieb aufgeworfen hätten. Für die anschließend detailliert untersuchten Tunnelvarianten gilt: Mengen- und Stoffbeschränkungen für Gefahrguttransporte sind aus Sicherheitsgründen nötig.

Bei der Untersuchung spielten diverse Faktoren eine Rolle. So mussten die erwartete generelle Verkehrsmenge berücksichtigt werden, die Tunnelgeometrie und seine Sicherheitsausstattung sowie die zu transportierenden Gefahrgüter. Berechnet wurden dabei das Risiko eines Unfalls mit Gefahrgutbeteiligung im Tunnel und der daraus resultierende Wert betroffener Personen. Es gibt verschiedene Tunnelkategorien. A ist die höchste. Sie erlaubt Gefahrguttransporte ohne Einschränkungen. Gemäß dieser Kategorisierung erfolgte die Zuordnung der näher untersuchten Tunnelvarianten zu der Tunnelkategorie D. Das heißt, viele Stoffe dürfen gar nicht und/oder nur in sehr kleinen Mengen im Tunnel transportiert werden.

Lediglich nachts ergibt sich eine bessere Kategorisierung. Denn zwischen 21 und 6 Uhr ist weniger Verkehr, sodass die Unfallwahrscheinlichkeit sinkt. In dieser Zeit steigt die Zuordnung auf die Tunnelkategorie B. Kategorie A bedeutet, dass ein Tunnel ohne Stoff- und Mengenbeschränkungen befahrbar ist. Bei Zuordnung zu den Kategorien B bis E nimmt das Maß der Beschränkungen zu.

Zudem hat die Stadt Leverkusen im Herbst 2016 eine Untersuchung beauftragt, die mögliche Tunnellösungen erarbeitet, welche für jede Art von Gefahrguttransporten ohne Einschränkungen freigegeben sind. Sobald hier die entsprechenden Ergebnisse vorliegen, werden diese in die weiteren Planungen von Straßen.NRW einfließen.

Zum Ausbau der A1 zwischen der Anschlussstelle Köln-Niehl bis Autobahnkreuz Leverkusen-West

Ausbau der A3 zwischen den Anschlussstellen Leverkusen-Zentrum und Leverkusen-Opladen