A57-Ausbau am Niederrhein: Der Überblick

Die A57 gehört zu den stauträchtigsten Autobahnen in Nordrhein-Westfalen. Damit der Verkehr künftig besser fließt, wird die Bundesautobahn zwischen den Autobahnkreuzen Köln-Nord und Kamp-Lintfort von vier auf sechs Fahrstreifen ausgebaut.

Stauträchtige Verkehrsader

Grafik: Die Ausbauabschnitte der A57
Die Ausbauabschnitte der A57

Von der niederländischen Grenze westlich von Goch kommend, passiert die A57 in südöstlicher und südlicher Richtung die Städte Neukirchen-Vluyn, Moers, Krefeld, Meerbusch, Kaarst, Neuss sowie Dormagen und führt weiter nach Köln. Sie stellt nicht nur die wichtigste Verbindung der linksrheinischen Wirtschaftszentren dar, sondern schafft durch ihre Verknüpfungen mit weiteren Autobahnen auch Anbindungen ins Ruhrgebiet, in den Großraum Düsseldorf und zum niederländischen Autobahnnetz. Die A57 ist damit für Menschen, Unternehmen und Institutionen über die Region hinaus von immenser Bedeutung und zählt zu den Hauptschlagadern am Niederrhein. Gleichzeitig ist sie seit Jahren hoffnungslos überlastet.

Mit einem Verkehrsaufkommen von bis zu 120.000 Fahrzeugen pro Tag gehört die A57 zu den stauträchtigsten Autobahnen in Nordrhein-Westfalen. Prognosen zufolge wird diese Belastung weiter zunehmen. So gehen Experten davon aus, dass bis 2030 je nach Autobahnabschnitt zwischen 75.000 und 130.000 Fahrzeuge täglich unterwegs sein werden. Die Kapazitätsgrenze eines vierstreifigen Autobahn-Querschnittes liegt allerdings bei maximal 80.000 Fahrzeugen pro Tag – und das auch nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Sechs statt vier Fahrstreifen

Der Ausbau von vier auf sechs Fahrstreifen entlang des rund 63 Kilometer langen Teilstücks zwischen den Autobahnkreuzen Köln-Nord und Kamp-Lintfort wird den Verkehrsfluss deutlich verbessern. Im besonders verkehrsreichen Bereich bei Neuss ist teilweise sogar ein Ausbau von sechs auf acht Fahrstreifen vorgesehen. Die Planung und Umsetzung erfolgt Abschnitt für Abschnitt. Vier von insgesamt zwölf Ausbauabschnitten sind bereits fertiggestellt worden. Hinzu kommen der Um- und Ausbau der Autobahnkreuze Moers und Kaarst sowie der Tank- und Rastanlagen Geismühle und Nievenheim Ostseite. Insgesamt sind Investitionen von rund 900 Millionen Euro vorgesehen.

Lärmschutzanlagen und lärmmindernde Fahrbahn

Der Immissionsschutz - Lärm und Luftschadstoffe - wird durch neue, höhere und teilweise längere Lärmschutzanlagen und lärmmindernde Fahrbahndeckschichten deutlich verbessert. Zum Schutz der Anlieger während der Bauzeit erfolgt der Autobahnausbau überwiegend hinter den vorhandenen oder neuen Lärmschutzanlagen.

Die Entwässerungseinrichtungen der Autobahn werden erneuert und ergänzt. Sie sind dann auf dem neusten Stand der Technik. Die Auswirkungen durch den Ausbau auf die Umwelt werden durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im Umfeld des jeweiligen Ausbauabschnittes kompensiert.

Verkehrsführung

Der Autobahnausbau erfolgt unter fließendem Verkehr. Zur Staureduzierung wird die vorhandene Fahrstreifenanzahl beibehalten.