A45-Ausbau: Das Projekt

Foto: Lennetalbrücke ( Quelle: Straßen.NRW)

Es ist ein Mammutprojekt, die Erneuerung der A45. Und es hat längst begonnen – so ist westlich der alten Lennetalbrücke bereits eine neue Autobahnbrücke entstanden, auf der seit Frühjahr 2017 die ersten Fahrzeuge rollen. Diese neue Brücke nimmt im Endzustand den Verkehr in Richtung Frankfurt auf. Für den Verkehr Richtung Dortmund muss noch eine weitere Brücke errichtet werden. Dazu reißen die Bauunternehmen zunächst die alte Lennetalbrücke ab. Dadurch wird das Baufeld frei für die zweite Brücke, die daher auch direkt in der richtigen Lage gebaut werden kann. Zum Abschluss verschieben die Baufirmen die zuerst errichtete Brücke um etwa 20 Meter in die endgültige Position (siehe Kapitel „Herausforderungen“). Ein immenser Aufwand – und doch ist auch dieses Vorhaben nur eines von insgesamt 38 Großbrücken auf dem NRW-Teil der A45. Alle werden neu gebaut. Und nicht nur das: Zusätzlich erhält die A45 fast durchgehend sechs Spuren. Dafür ist eine Gesamtbauzeit angesetzt, die bis fast ins Jahr 2032 reicht.

Der Plan

Grafik: Der Plan zm Ausbau der A45

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Baustellen-Bündel mindern Beeinträchtigungen

Damit das gigantische Projekt nicht durch seinen schieren Aufwand erdrückt, was es eigentlich fördern sollte – nämlich die wirtschaftliche Entwicklung der Region zwischen dem Revier und dem Siegerland – hat es zwei wichtige Vorgaben zu erfüllen. Zum einen soll der Verkehr während der Baumaßnahmen weiter fließen können, zum anderen werden die Baustellen so disponiert, dass die A45 nicht zu einer einzigen riesigen Dauerbaustelle mutiert. 2017 wird im Norden bei Hagen und im Süden bei Siegen mit dem Neubau von jeweils zwei nahe beieinander liegenden Talbrücken begonnen. Dabei handelt es sich um die Brücken Brunsbecke und Kattenohl im Norden und Rinsdorf und Rälsbach im Süden. So liegen zwischen diesen größeren Bauvorhaben längere baustellenfreie Strecken.

Am Beispiel Rinsdorf/Rälsbach zeigt sich auch, welcher Aufwand rund um die A45 bzw. jede einzelne Teilmaßnahme nötig ist. Denn schon im Winter 2015/2016 haben Rodungsarbeiten begonnen, um die Baustraßen für den Abriß der alten und den Bau der neuen beiden Brücken vorzubereiten. Bis Frühjahr 2017 dauerte es, das „Baufeld“ so einzurichten, dass die Arbeiten starten und reibungslos ablaufen können. Allein diese vorbereitenden Maßnahmen kosten mehr als drei Millionen Euro. Fünf Jahre wird es dauern, bis die beiden Brücken fertig sind, rund 92 Millionen Euro sind insgesamt dafür kalkuliert.

2020 Startschuss für Fahrbahnausbauten

Wie bei den beiden Talbrücken Rinsdorf und Rälsbach wird auch an vielen weiteren Stellen der Lärmschutz entlang der A45 intensiv ausgebaut. Allein für die Einwohner von Rinsdorf und Obersdorf gibt es auf 1,6 Kilometern komplett neue Lärmschutzwände – sie kosten rund fünf Millionen Euro.

2020 soll es dann mit dem sechsspurigen Ausbau losgehen. Den Anfang machen zwei Autobahn-Abschnitte im Norden der A45 und einer im Süden: Die beiden Strecken im Norden sind die vom Kreuz Westhofen bis Schwerte-Ergste und von Schwerte-Ergste bis zum Kreuz Hagen. Dabei wird auch gleichzeitig das Kreuz Westhofen um- und ausgebaut.

Der südliche Teil, der 2021 startet, reicht von Siegen-Süd bis Wilnsdorf. Für alle drei Abschnitte zusammen rechnen die Planer mit Kosten in Höhe von rund 350 Millionen Euro.

Entlang der gesamten A45 sorgt überdies die gezielte Farbgebung von Brücken und anderen Bauwerken wie Lärmschutzwänden oder Stützen für Orientierung. Sie beginnt im Norden mit „Blau“, setzt sich in der Mitte mit „Gelb“ fort und schließt im Süden mit „Rot“ ab – ein „Gestaltungshandbuch“ legt dabei die Details bis hin zu farblichen Abstufungen fest.

Mehr LKW-Stellplätze an der A45

244 neue LKW-Stellplätze sollen bis 2025 an den unbewirtschafteten Rastanlagen entstehen. Insgesamt wurden an diesen Anlagen bis heute bereits 146 zusätzliche LKW-Stellplätze geschaffen. Ausgebaut wurden die Anlagen Löffelberg, Brüner Höhe, Duwelsiepen, Rothenstein, Schwiendahl, Brenscheid und Rehweg. Die Rastanlage „Baberg“ ist seit Anfang 2018 wieder für die Verkehrsteilnehmer geöffnet. Hier wurde die Zahl der Stellplätze von 16 auf 40 erhöht.

98 Stellplätze sind dann noch herzustellen. Dies soll an den Rastanlagen In der Hubach, Am Wildenberg und Landeskroner Weihe“ erfolgen. Hier laufen die Planungen sowie die Grunderwerbsverhandlungen.