A44-Lückenschluss zwischen Ratingen-Ost und Velbert

Der Autobahnneubauabschnitt der A44 zwischen der A3 (Autobahnkreuz Ratingen-Ost) und der B227 in Velbert ist eines der größten Lückenschlussprojekte im nordrhein-westfälischen Autobahnnetz. Die vom Bund genehmigten Baukosten belaufen sich auf insgesamt 222 Millionen Euro.

Der Streckenabschnitt hat eine Länge von rund neun Kilometern. Die A44 wird hier künftig mit zwei Fahrstreifen je Fahrtrichtung sowie einem Standstreifen verlaufen. Die Gesamtbreite der Fahrbahn beträgt 29,50 Meter. Auf etwa halber Strecke des Neubauabschnitts wird eine neue Anschlussstelle entstehen, die die Autobahn mit der L156 verknüpft. Im Bereich zwischen der A3 und der L156 führt die Trasse durch ein Wasserschutzgebiet. Der Neubau der A44 erfolgt in diesem Abschnitt entsprechend der "Richtlinien für bautechnische Maßnahmen an Straßen in Wasserschutzgebieten" (RiStWag), in dem das gesamte Oberflächenwasser gesammelt und den Entwässerungseinrichtungen zugeführt wird.

Der Ostabschnitt des A44-Lückenschluss-Projektes ist fertiggestellt und wurde vom Landesbetrieb Straßenbau NRW geplant und gebaut. Die feierliche Freigabe fand am 13. April 2018 statt, die Inbetriebnahme durch den Verkehr erfolgte am 14. April 2018. Der Westabschnitt der A44 von der A3 bis zur L156 "Ratinger Straße" wird durch die DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und –bau GmbH) betreut.

Bauaktivitäten

Zum Auffangen des Oberflächenwassers der Autobahn wurden zwei Regenrückhaltebecken gebaut. In den Randbereichen der Dammlagen wurden beiderseits der Trasse drei Meter hohe Spritzschutzwälle zum Auffangen des durch den Verkehr erzeigten Sprühwassers hergestellt. Die L 156 sowie die B 227 wurden im Zuge der neu errichteten Anschlussstellen „Heiligenhaus“ und „Hetterscheidt“ entsprechend angepasst und ausgebaut.

Brückenbauwerke

Im Ostabschnitt wurden sechs Brückenbauwerke hergestellt, darunter die beiden je 208 m langen Talbrücken „Laubecker Bach“ und „Ganslandsiepen“. Diese Brücken wurden in Stahlverbundbauweise hergestellt, dabei wurden die Profile aus Stahl mit einem Gewicht von ca. 1.100 Tonnen je Überbau in mehreren Takten über die Täler geschoben. Anschließend wurden mit einem Schalwagen, der über die Stahlprofile geführt wurde, im sogenannten „Pilgerschrittverfahren“ die Fahrbahnplatten aus Stahlbeton hergestellt. Im ersten Schritt wurden die Fahrbahnplatten in den Feldern zwischen den Pfeilern bzw. Widerlagern hergestellt, anschließend die Bereiche über den Pfeilern.

Im Westabschnitt werden drei Talbrücken mit Längen von 129 m (Kaltenbach), 216 m (Homberger Bachtal) und 384 Meter (Angerbach) errichtet. Die Brücke Angerbach befindet sich bereits im Bau.

Lärmschutz

Zum Schutz der Anlieger wurden insgesamt 1.570 m Lärmschutzwände errichtet. Diese wurden im Bereich der Ortslagen Heiligenhaus – Nonnenbruch, Velbert – Am Stinder / Theckbusch und im Umfeld der Anschlussstelle „Hetterscheidt“ hergestellt.

Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen

Der Eingriff in Natur und Landschaft durch den Neubau der Autobahn wird mit Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im Umfang von insgesamt 132 Hektar Fläche kompensiert. Davon verbleiben 70 Hektar in landwirtschaftlicher Nutzung, 62 Hektar kommen in Form von Gehölzpflanzungen, naturnaher Gewässerrenaturierung und Sukzessionsflächen zur Ausführung. Bis 2018 wurden im Ost- und Westabschnitt rund 73 Hektar für den Naturhaushalt hergerichtet. Neben der Anpflanzung von Gebüschgruppen und Einzelbäumen sowie dem naturnahem Ausbau eines Fließgewässers wurden Flächen der ackerbaulichen Extensivierung bzw. extensiven Grünlandnutzung zugeführt.

Ausblick

Im Ostabschnitt werden in 2018 noch Arbeiten im kleineren Umfang erfolgen. Im Umfeld des Bauwerkes „Laubecker Bach“ werden Unterhaltungswege hergestellt und Beschichtungsarbeiten im Bauwerk durchgeführt. Im Umfeld des gesamten Ostabschnittes werden Wirtschafts- und Nebenwege komplettiert, Ausgleichsflächen bepflanzt und Spritzschutzwälle angepasst. Die Fahrbahn der A 44 wird mit der endgültigen Markierung versehen und zwischen den Anschlussstellen „Langenberg“ und „Hetterscheidt“ die vorhandene Markierung erneuert. Im Zuge dieser Arbeiten werden einzelne Fahrstreifen gesperrt.

Brücke über die A3

Die Vergabe für den Bau der Brücke über die A3 erfolgte Mai 2015. Bestandteil der Baumaßnahme, die einen Auftragswert von fast zehn Millionen Euro hat, ist die provisorische Verbreiterung der A3 im Bereich der Brücke inklusive der Herstellung der aufwändigen Entwässerung. Das nördliche Teilbauwerk der Verkehrsbeziehung Köln-Düsseldorf wurde im Oktober 2015 abgebrochen. Seit Oktober 2015 wurden die Widerlager und die Pfeiler hergestellt. Westlich und östlich der A3 wurden die Fertigteile gefertigt, die die A3 überbrücken.

Die drei neuen Teilbauwerke sind vollständig hergestellt. Ab Dezember 2017 bis Juni 2018 wird das südlichste Teilbauwerk saniert und ertüchtigt. Im Zuge der A3 in Fahrtrichtung Köln wird in der zukünftigen Verbindungsfahrbahn die Asphaltdeckschicht aufgebracht.