A40: Rheinbrücke Neuenkamp muss langfristig erneuert werden

HINWEIS

Zum 1. Januar 2021 übernimmt die Autobahn GmbH des Bundes die Zuständigkeit für die Autobahnen in NRW. Straßen.NRW bleibt zuständig für die Bundes- und Landesstraßen sowie Radwege. Autobahn-Projektseiten gibt es auf dieser Seite künftig nur noch im Autobahn-Archiv mit Stand Dezember 2020. Die Inhalte zu Autobahnen auf dieser Seite sind deshalb unter Umständen nicht mehr aktuell.

Foto: Rheinbrücke Neuenkamp

Die A40-Rheinbrücke Neuenkamp ist an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gestoßen. Rund 100.000 Fahrzeuge nutzen täglich die Brücke bei Duisburg, vor allem die rund 10.000 LKW fügen der Brücke dauerhafte Schäden zu. Mittelfristig kann die Stahlbrücke instandgehalten und verstärkt werden, langfristig muss ein Neubau her.

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Neubauplanung
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Die DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH wurde im Sommer 2014 mit der Planung des Neubaus der Rheinbrücke Neuenkamp beauftragt. Mehr zum Neubau erfahren Sie auf der NRW-Internetseite der DEGES.

YouTube-Video: Rheinbrücke Duisburg-Neuenkamp: Visualisierung Bauablauf

Copyright: DEGES

Bis zum Neubau
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Bis zum Neubau der Brücke soll der Verkehr möglichst ungehindert weiter über das bestehende Bauwerk fließen. Die Autobahnbrücke bei Duisburg-Neuenkamp ist allerdings stark geschädigt. Um vor allem die Ränder der Brücke zu entlasten, wurde deshalb die Zahl der Fahrstreifen auf zwei eingeengte Spuren je Fahrtrichtung reduziert. Außerdem wird die Brücke kontinuierlich überprüft und kontrolliert, um Schäden, die die weitere Befahrbarkeit beeinträchtigen könnten, frühzeitig zu beheben.

Nicht immer lassen sich die entdeckten Schäden allerdings reparieren, ohne in den Verkehrsfluss eingreifen zu müssen. Mal muss dafür eine Fahrspur gesperrt werden, manchmal auch eine komplette Fahrtrichtung auf der Brücke. Und: Nicht immer sind die Schäden für den Verkehrsteilnehmer sichtbar. Teilweise sind sie unter der Korrosionsschutzschicht im Inneren versteckt und so mit den bloßen Augen nicht sichtbar. Große Risse, die länger als drei Zentimeter sind, können nur saniert werden, wenn die Brücke wenig schwingt, also keine LKW über die Brücke fahren.

Die Lkw-Waage
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Auf der A40-Rheinbrücke Neuenkamp in Fahrtrichtung Essen hat Straßen.NRW am 9. November 2018 eine LKW-Waage in Betrieb genommen. Am 29. Mai 2019 ging auch die LKW-Waage an der Fahrtrichtung Venlo in Betrieb. So soll verhindert werden, dass rechtswidrig überladene Lastwagen die Brücke überfahren und Schäden an dem Bauwerk verursachen. Dies ist Voraussetzung dafür, dass die Brücke bis zur Inbetriebnahme des Neubaus ohne Einschränkungen genutzt werden kann.

Das zulässige Gesamtgewicht für LKW beträgt im gesamten Bundesgebiet 40 Tonnen oder 11,5 Tonnen Achsgewicht. Sind die LKW schwerer, bedarf es grundsätzlich einer Sondergenehmigung.

Vorbereitende Messungen in der letzten Oktoberwoche 2018 hatten gezeigt, dass die Maßnahme dringend erforderlich ist. Innerhalb einer Woche sind fast 1750 LKW mit mehr als 40 Tonnen Gesamtgewicht über die Brücke gefahren. Ein LKW war sogar mit über 60 Tonnen unterwegs. Mit der jetzt installierten LKW-Waage können rechtswidrige Überschreitungen in Zukunft geahndet werden.

Tempo 40 in Wiegeanlage

Beim Wiegen geht es nicht allein um das zulässige Gesamtgewicht, sondern auch um die einzelnen Achslasten. Auf der Autobahn A40 werden in der Wiegeanlage die Achslasten während der Fahrt ermittelt. Um das Gewicht eines LKW und die einzelnen Achslasten zuverlässig zu erfassen und bei einem Stopp eines zu schweren LKW den nachfolgenden Verkehr nicht zu gefährden, darf die Wiegeanlage nur mit einer Geschwindigkeit von 40 km/h durchfahren werden. Meldet die automatische Anlage eine Überladung, wird das Fahrzeug durch eine Schranke an der Weiterfahrt gehindert und auf eine an der Autobahn eingerichtete Ausweichfläche geleitet. Dort werden das Gewicht und die Achslasten des LKW erneut kontrolliert. Das Nachwiegen erfolgt rechtskräftig durch Mitarbeiter der Polizei/ Bundesanstalt für Güterverkehr (BAG). Bestätigt sich der Verdacht einer Überladung, darf der LKW die Brücke nicht überfahren. Eine Ausnahme ist der so genannte kombinierte Verkehr, für den ein zulässiges Gesamtgewicht von 44 Tonnen gilt. Dieser Verkehr darf allerdings nur in einem definierten beschränkten Umkreis zu Häfen und Schienenanschlüssen durchgeführt werden.

Mit einem Flyer in acht Sprachen, der an LKW-Fahrer verteilt wird, macht Straßen.NRW auf die neue Anlage aufmerksam. Entsprechende Hinweisschilder weisen zudem weit im Voraus auf die Gewichtsbeschränkung hin.

Hintergrund

Der am häufigsten eingesetzte LKW auf Autobahnen besteht aus einer zweiachsigen Sattelzugmaschine und einem dreiachsigen Sattelanhänger. Dabei kann eine Achse hochgezogen werden, so dass die Last nur noch auf zwei Achsen verteilt ist. Bei einem voll beladenen LKW (40t) ist dann schnell die zulässige Achslast von 11,5 Tonnen überschritten. Eine Überschreitung der zulässigen Achslasten, selbst bei eingehaltenem zulässigem Gesamtgewicht, hat eine Überbeanspruchung der Brücke zur Folge.

Bildergalerie: Reparatur der Fahrbahnübergänge (Quelle: Straßen.NRW)
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Historie
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Die Rheinbrücke Neuenkamp stammt aus dem Jahr 1970. Bei der Planung war man von einem maximalen Verkehr von 30.000 Fahrzeugen am Tag ausgegangen. Heute hat sich der Verkehr fast vervierfacht.

Die Duisburger Rheinbrücke im Verlauf der A40 ist eine so genannte Schrägseilstahlbrücke. Sie ist 777 Meter lang und hat eine Fläche von rund 28.000 Quadratmetern. Instandsetzungsarbeiten gab es auch schon in den vergangenen Jahren: Die "Fahrbahnübergänge" wurden 1977 ausgetauscht, und schon zweimal, 1996 bis 1998 und 2010 bis 2013, wurde die Fahrbahnplatte wegen aufgetretener Risse saniert. Seit einigen Jahren hat man auch immer wieder Schäden in den Querträgern festgestellt, die regelmäßig geschweißt wurden.

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