Der Umbau des Autobahnkreuzes Aachen

Der Umbau des Autobahnkreuzes Aachen ist eines der größten Projekte seiner Art in Deutschland. Bis Ende 2020 will der Landsbetrieb das Autobahnkreuz zu einem leistungsfähigen Knotenpunkt im europäischen Ost-West-Verkehr umbauen.

Ursprünglich war eine kürzere Bauzeit für den Umbau geplant. Einen Strich durch die Rechnung machte der sog. Überflieger, der den Verkehr der A4 aus den Niederlanden über die A544 leitet. Die Bausubstanz dieses Bauwerks hätte eigentlich noch 20 Jahre halten sollen, jedoch stellte Straßen.NRW bei Untersuchungen fest, dass die Brücke stärker in Mitleidenschaft gezogen war als angenommen. Nun muss auch diese Brücke neu errichtet werden. Das urspünglich 75 Millionen Euro teure Projekt umfasst nun 91 Millionen Euro unter anderem für sechs Brückenerneuerungen und vier Brückenneubauten. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich bis 2020 fertig werden.

Heute fahren täglich 140.000 Fahrzeuge durch das Kreuz, in zehn Jahren rechnen die Verkehrsexperten mit 200.000 pro Tag. Das neue Kreuz wird im Endausbau bis zu 17 Fahrstreifen nebeneinander erhalten. Der Umbau des Kreuzes erfolgt "unter Verkehr": Sämtliche "Fahrbeziehungen" können im Prinzip auch in dieser Zeit genutzt werden - wenn auch zeitweise auf schmaleren Spuren und natürlich mit reduziertem Tempo.

Das Aachener Autobahnkreuz vor dem Umbau

Foto: Das alte Kreuz

Das Aachener Autobahnkreuz nach seiner Fertigstellung 2020

Das Aachener Autobahnkreuz nach seiner Fertigstellung 2017

Ein Kreuz mit fünf Armen

Die meisten Autobahnkreuze haben vier Arme und sind wie ein Kleeblatt aufgebaut. Das fünfarmige Aachener Autobahnkreuz sucht in Deutschland seines gleichen. Vor den Toren der Stadt kreuzen sich nicht nur die europäischen Verkehrsströme der A4 von Köln nach Holland mit denen der A44 von Düsseldorf nach Belgien. Mitten in diesen schon stark befahrenen Knoten drängt der Verkehr der Aachener Stadtautobahn A544. Die Autoströme überlagern, verflechten und kreuzen sich auf engstem Raum. Staus entstehen, gefährliche Situationen sind heute an der Tagesordnung und Unfälle häufen sich. Der Umbau eines solchen Verkehrsknotens erfordert umfangreiche Veränderungen.

Die Hauptverbindungen erhalten Vorrang

Nach dem Umbau wird die Ost-West-Verbindung der A4 Köln-Niederlande vorrangig und sechsspurig über das Kreuz geführt. Um dem Verkehr auf dieser europäisch wichtigen Strecke mit starkem LKW-Anteil gerecht zu werden, wurde 2010-2012 die Hauptbrücke komplett neu, übersichtlich und leistungsfähiger gebaut.

Weniger kreuzender Verkehr bringt weniger Staus und macht die Autobahn sicherer

Für die wichtigsten Abbiegebeziehungen schaffen die Planer eigene Fahrspuren, die sie über- und untereinander führen. Das Konzept sieht neben der umgebauten Hauptbrücke vier neue Brücken im Kreuz vor. Bis zu 17 parallele Fahrstreifen werden dem Verkehr zur Verfügung stehen und den reibungslosen Verkehr sicherstellen. Die Graphik zeigt die neuen Wegeführungen nach dem Umbau.

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[Bild: Animation der ausgewählten Wegebeziehung]

Verbesserung schon nach den ersten Bauphasen

Noch bevor das gesamte Kreuz vollendet ist, bringen die einzelnen Ausbauschritte schon spürbare Entlastungen. Die täglichen Staus aus Niederlande/Aachen in Richtung Düsseldorf/Köln sind nach dem Zentralbrückenbau geringer geworden. Später sollen auch die Staus von Düsseldorf Richtung Niederlande/Aachen der Vergangenheit angehören.

Die Anwohner werden besser vor Lärm geschützt.

Insgesamt sechs Millionen Euro investiert der Bund in neue Lärmschutzwälle und -wände oder in die Erhöhung der vorhandenen Anlagen. Neuanpflanzungen im Kreuz und innerhalb der Aachener Städteregion gleichen Eingriffe in die Natur aus.

Umsichtig planen und bauen für weniger Staus.

Alle Bauschritte sind gründlich geplant. Um die Belastung zu begrenzen, wurden die Bauphasen verzahnt und die Bauzeit auf sieben Jahre veranschlagt. Alle Haupt-Verkehrsbeziehungen bleiben mehrspurig, und Arbeiten mit kurzen Teilsperrungen werden auf die verkehrsarmen Wochenenden oder Nachtstunden gelegt. Trotz aller Anstrengungen werden Behinderungen während einzelner Bauphasen aber nicht zu vermeiden sein.