A1/A57: Umbau des Autobahnkreuzes Köln-Nord

HINWEIS

Zum 1. Januar 2021 übernimmt die Autobahn GmbH des Bundes die Zuständigkeit für die Autobahnen in NRW. Straßen.NRW bleibt zuständig für die Bundes- und Landesstraßen sowie Radwege. Autobahn-Projektseiten gibt es auf dieser Seite künftig nur noch im Autobahn-Archiv mit Stand Dezember 2020. Die Inhalte zu Autobahnen auf dieser Seite sind deshalb unter Umständen nicht mehr aktuell.

Das Autobahnkreuz Köln-Nord (AK Köln-Nord) ist Teil des Kölner Autobahnringes, hier kreuzen sich die A1 und A57. Der Kölner Autobahnring umschließt das Kölner Stadtgebiet mit den Autobahn-Abschnitten von der A1, der A3 sowie der A4 und gehört heute zu den höchst belasteten und stauanfälligsten Verkehrsverbindungen im Bundesgebiet, die Notwendigkeit zum weiteren Ausbau ist unumstritten.

Die A57 verläuft über den linken Niederrhein, Krefeld und Neuss nach Köln und ist ein bedeutender Zubringer für die Kölner Innenstadt. Die A1 führt von Heiligenhafen an der Ostsee nach Saarbrücken und trifft im Rheinland auf den Kölner Autobahnring. Hier wird im AK Köln-Nord die A57 über die A1 geführt.

Das AK Köln-Nord wurde in den 1960er Jahren als klassisches „Kleeblatt“-Kreuz gebaut, dessen Leistungsfähigkeit für das heutige Verkehrsaufkommen nicht mehr ausreicht. Insbesondere die sich kreuzenden Verkehrsströme auf den jeweiligen Verteilerbahnen bei einem Autobahnwechsel verursachen Behinderungen oder Staus. Aufgrund der Grundkonzeption des Autobahnkreuzes als Kleeblatt wirken sich diese Verkehrsstörungen weiter auf alle zufließenden Verkehrsströme aus. Im Hinblick auf die prognostizierte Steigerung des Verkehrsaufkommens ist daher eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Autobahnkreuzes Köln-Nord zwingend erforderlich.

Bis Anfang 2020 wurde vorab das Zentralbauwerk erneuert, bis Oktober 2020 wurde noch an einem Unterführungsbauwerk gebaut. Mehr dazu im Abschnitt Brückenbauwerke.

Wählen Sie aus, welcher Aspekt Sie interessiert:

Umbau
öffnen

Bei dem Umbau des Autobahnkreuzes Köln-Nord werden zwei Schleifenrampen durch zwei neue, sog. “halbdirekte“ Rampen ersetzt und damit die vorhandene Kleeblatt-Form baulich verändert. So wird für die Fahrbeziehung Euskirchen (A1) - Neuss (A57) eine Halbdirektrampe in Hochlage (Überführung über die A57) und für die Fahrbeziehung Dortmund (A1) - Köln (A57) eine Halbdirektrampe in Tieflage (Unterführung der A57) gebaut. Mit diesem Umbau entfallen bei einem Wechsel der Autobahnen die Verflechtungen, auf denen sich die Einfahr- und Ausfahrverkehre kreuzen. Somit kann eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit und eine damit verbundene Erhöhung der Verkehrssicherheit erreicht werden.

Im Zusammenhang mit diesem Umbau werden die A1 und die A57 ausgebaut. Der Planfeststellungsabschnitt (siehe Grafik) der A1 beginnt hinter der Überführung Volkhovener Weg und endet vor der Unterführung Johannesstraße. In diesem Bereich wird die A1 durchgehend auf sechs Fahrstreifen ausgebaut. Der Planfeststellungsabschnitt der A57 beginnt bei der Anschlussstelle Köln-Chorweiler und endet vor der Unterführung Militärringstraße. Die A57 erhält mit dem Umbau eine Sechsstreifigkeit von nördlichen Planfeststellungsgrenze im Bereich der Anschlussstelle Köln-Chorweiler bis zum AK Köln-Nord.

Weiterer Zeitablauf

Das Baurecht für den Gesamtumbau liegt vor. Zum Jahreswechsel 2020/21 werden vorbereitende Arbeiten begonnen, die ohne Eingriff in die Verkehrsführung auskommen.

Im nordöstlichen Teil des Autobahnkreuzes Köln-Nord entsteht zunächst eine neue Beckenanlage, für deren Bau sowie generell für archäologische Untersuchungen im Bereich des Autobahnkreuzes ab Januar 2021 Rodungsarbeiten stattfinden. Für den forstrechtlichen Ausgleich wird im Kölner Norden Ende 2020 eine 5,8 Hektar große Fläche aufgeforstet. Dabei werden ca. 22.500 Bäume und 7.000 Sträucher gepflanzt.

Grafik: Das Autobahnkreuz Köln-Nord
Das Autobahnkreuz Köln-Nord (Copyright Geobasisdaten: mit Genehmigung von GEObasis.NRW vom 01.01.2017)
Brückenbauwerke
öffnen

Für den Umbau des Autobahnkreuzes Köln-Nord sowie für den damit verbundenen Ausbau der A57 wird die Verbreiterung von Brücken notwendig. Dabei handelt es sich um die Brücke Pescher Weg (K10) und um die Brücke Chorweiler Zubringer.

Die Brücke der A57 über die A1 im Autobahnkreuz Köln-Nord, das sog. “Zentralbauwerk“, wird zurzeit aufgrund des schlechten Bauwerkzustandes sowie der schlechten Ergebnisse einer Nachrechnung für das Tragverhalten vorab erneuert und schon in der neuen erforderlichen Breite hergestellt.

Das Zentralbauwerk besteht momentan aus vier Teilbauwerken, d. h. aus zwei Brücken pro Fahrtrichtung. Der Bauablauf erfolgt so, dass zunächst sowohl östlich als auch westlich je eine Brücke parallel zur A57 angebaut werden. Nach deren Fertigstellung kann der Verkehr der A57 in Teilen auf die neuen Bauwerke umgelegt werden. Dann folgen nach und nach der Abbruch der vier vorhandenen Teilbauwerke und deren Ersatz. Im ersten Schritt werden zwei Teilbauwerke des vorhandenen Zentralbauwerks abgebrochen und an derselben Stelle neu errichtet. In einem zweiten Schritt folgt, nach der Verlegung des Verkehrs auf die neuen beiden Brücken, der Bau der beiden letzten Teilbauwerke.

Im Schutze dieser Verkehrsführungen kann ohne zusätzliche zeitliche und räumliche Beeinträchtigungen gleichzeitig ein Teil des Unterführungsbauwerkes für die neue Halbdirektrampe Dortmund-Köln unter der A57 hergestellt werden. Dieses Bauwerk ist ebenfalls Teil der Gesamtmaßnahme des späteren Umbaus. Das Zentralbauwerk wurde Anfang 2020 fertiggestellt. Während der gesamten Baumaßnahme wird sowohl auf der A57 als auch auf der A1 der Verkehr aufrechterhalten. Für den Abbruch der vorhandenen Brücke und für den Einbau von Brückenteilen der Überbauten werden mehrere Wochenendsperrungen erforderlich sein. Deren Termine werden gesondert angekündigt. Nach Fertigstellung des Zentralbauwerks (Anfang 2020) und des Unterführungsbauwerks (Mitte 2020) ist das Autobahnkreuz Köln-Nord bereits für den späteren Gesamtumbau sowie für die dann vorgesehene Verbreiterung der A57 vorbereitet.

Das vorhandene Autobahnkreuz Köln-Nord bleibt auch nach den beiden beschriebenen vorgezogenen Baumaßnahmen wie bisher als Kleeblatt in Funktion, bis mit dem Gesamtumbau des Autobahnkreuzes begonnen wird. Erst dann wird das Kleeblatt aufgelöst und die Planung mit den beiden halbdirekten Rampen umgesetzt.

Weiterhin wird das DB-Brückenbauwerk über der A1, bestehend aus neun Einzelbrücken, verändert. Auf der Westseite wird der Überbau der ersten Brücke abgebrochen. Die Straße Kiesweg wird in diesem Bereich verschwenkt, so dass die Zufahrt zur Lagerfläche erhalten bleibt. Die Einzelbrücken mit den Gleisanlagen der Deutschen Bahn AG bleiben von der Maßnahme unberührt.

Lärmschutz
öffnen

Zur Festlegung des Lärmschutzkonzeptes wurde eine schalltechnische Berechnung durchgeführt. Es werden an der A1 und an der A57 umfangreiche Lärmschutzanlagen mit autobahnseitig hochabsorbierenden Lärmschutzwänden gebaut. Zusätzlich wird auf beiden Autobahnen ein lärmmindernder Fahrbahnbelag, der sog. „Flüsterasphalt“, als aktive Lärmschutzmaßnahme eingebaut.

Als Anwohner haben Sie unter Umständen Anrecht auf passive Lärmschutzmaßnahmen. Alle Eigentümer der betroffenen anspruchsberechtigten Wohngebäude werden voraussichtlich im ersten Halbjahr 2021 hierzu angeschrieben.

Planfeststellungsverfahren
öffnen

Für den Gesamtumbau des Autobahnkreuzes Köln-Nord wurde bei der Bezirksregierung Köln das Planfeststellungsverfahren durchgeführt. Der Planfeststellungsbeschluss ist seit Frühjahr 2019 rechtskräftig.

Kontakt
öffnen

Für Fragen und Anregungen senden Sie uns eine E-Mail an ak-koeln-nord@strassen.nrw.de