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Pressemitteilung vom 04.12.2020

Projekt 46sieben: Neue Straße könnte Hemer und Menden entlasten

Hemer (straßen.nrw). Das Dialogforum des Projekts 46sieben hat wegen erneuter Corona-bedingter Kontaktbeschränkungen zum ersten Mal digital getagt. Bestimmendes Thema der Videokonferenz am Donnerstag (3. Dez.) war die Verkehrsuntersuchung, die eine zugesagte Nachrechnung der Variante des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) und der BUND-Variante aus der Bedarfsplanbewertung beinhaltet. Diese Ergebnisse werden nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Deutliche Entlastung

Nach Prognosen von Verkehrsgutachter Friedhelm Kossmann von SSP Consult Köln könnte eine neue Straßenverbindung im noch zu bestimmenden Korridor der geplanten A46sieben zu einer deutlichen Entlastung der Stadtgebiete von Hemer und Menden bei gleichzeitiger Zunahme der Verkehre in der Region (davon der Großteil bestimmungsgemäß auf der Neubaumaßnahme) führen. Nach den Prognosen ist diese weiträumige Wirkung der Variante des BVWP deutlich stärker als die alternative Netzlösung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Bis zu 10.000 Kfz weniger

Die beispielhaft nachgerechnete Variante des BVWP bestätigt danach die vom Gesetzgeber geforderte Funktion einer weiträumigen Verbindung der A46 bei Hemer und der A445 bei Neheim; bei der BUND-Variante verbleibe bzw. verstärke sich der Verkehr auf einigen bereits hochbelasteten Straßen des vorhandenen Netzes. Die Entlastungswirkung der vom Verkehrsgutachter beispielhaft nachgerechneten BVWP-Variante auf die umliegenden Ortslagen sei deutlich besser als bei der BUND-Variante. So werde die B7 in Hemer um 10.000 Kfz pro Tag entlastet, (BUND-Variante minus 1000 Kfz), Menden Bräuckerweg um 9000 (BUND plus 5000), Menden-Schwitten um 5000 (Bund plus 1000 Kfz). Ein weiterer Vorteil bei der beispielhaft nachgerechneten BVWP-Variante: Der Nutzen aus Fahrtzeitersparnis betrage rund 36,0 Mio. Euro gegenüber 5,5 Mio. Euro (BUND) pro Jahr.

"BUND-Variante nicht weiter verfolgen"

Die projektbezogene Verkehrsuntersuchung kommt in der Schlussfolgerung zu den Ergebnissen der Untersuchungen im Rahmen des BVWP. “Aus Sicht des Vorhabenträgers ist die BUND-Variante folgerichtig nicht im Bedarfsplan enthalten und nicht weiter zu verfolgen”, sagte Friedrich Kossmann.

Teilnehmer-Kritik: Es kommt mehr Verkehr in die Region

Die Teilnehmer konnten während der Videokonferenz ihre Fragen zu den Ergebnissen direkt an den Gutachter stellen. Von einigen Mitgliedern des Dialogforums wird kritisch gesehen, dass laut Verkehrsuntersuchung ein Straßenneubau mehr Verkehr in die Region hole. Damit könne eine CO2-Einsparung, wie vom Klimaschutzgesetz vorgesehen, bei weitem nicht erzielt werden. Diese Verkehrskonzentration aus der Region auf eine geplante Neubaustrecke kann zum jetzigen Zeitpunkt natürlich noch keine Aussagen zur zukünftige Flottenzusammensetzung – Stichwort E-Mobilität – treffen.

Bürgersprechstunden, wenn es die Situation zulässt

Die COVID-19-Pandemie hatte den persönlichen Austausch im Rahmen des Beteiligungsforums von 46sieben verhindert. Auch die angekündigten Bürgersprechstunden von Straßen.NRW in den beteiligten Kommunen Ense, Wickede, Hemer, Iserlohn, Menden und Neheim mussten wegen der gesundheitlichen Gefährdungssituation verschoben werden. Sie sollen, sobald es die Situation wieder zulässt, stattfinden. „Wir wollen vor Ort ansprechbar sein und Ihnen Rede und Antwort stehen“, erklärten Christoph Kindel und Klaus Gillmann, die Projektleiter von 46sieben. Die Termine werden über die Medien bekanntgegeben, auf der Internetseite www.46sieben.nrw.de sowie im Info-Format #kurzerklärt (anmelden unter 46sieben@strassen.nrw.de).

Pressekontakt: Michael Schmitz, Telefon 0291-298129

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