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Pressemitteilung vom 05.03.2021

Baumwurzeln und Straßenabläufe: Die Mühen der Radwegsanierung

Bochum (straßen.nrw). Schiefe Bäume, Zufahrten zu Grundstücken, Randsteine oder Straßenabläufe, besser bekannt als Gully – bei der Sanierung von Radwegen entlang von Bundes- und Landesstraßen muss viel bedacht werden. Oft können die Arbeiten nur in kleinen Schritten durchgeführt werden. Deshalb dauert die Sanierung eines Radwegs häufig deutlich länger als die Sanierung eines mehrspurigen Straßenabschnitts von gleicher Länge. So war zum Beispiel die Sanierung von 750 Metern der zweispurigen Landwehrstraße (L664) in Bergkamen Ende 2020 innerhalb von drei Wochen erledigt. Für die Erneuerung eines ähnlich langen Abschnitts des Radweges an der gleichen Straße benötigen die Straßenbauer dagegen insgesamt drei Monate.

Es beginnt schon bei den Vorbereitungen: Alle Bäume entlang der Strecke müssen in Handarbeit mit Brettern ummantelt werden, damit sie während der Arbeiten nicht versehentlich beschädigt werden. Je nach Länge der Strecke kann das mehrere Tage dauern. Dann müssen der Randstreifen, das sogenannte Bankett, und der Randstein freigelegt werden. Erst danach können die Fräsen mit dem Abtragen des alten, beschädigten Belags beginnen. Bei allen Arbeiten werden Maschinen und Material um die Bäume herum manövriert. Während auf freier Strecke große Fräsen eingesetzt werden und den alten Belag direkt auf LKW befördern, arbeiten die Straßenbauer an Radwegen mit kleineren Fräsen. Stehen die Bäume besonders nah an den Randsteinen oder sind sie sehr schief gewachsen, kann der Belag nicht in einem Rutsch weggefräst werden. Statt der Fräsen kommen dann Presslufthämmer zum Einsatz, genau wie rund um jeden einzelnen Ablaufschacht. Zusätzlich muss der Zugang zu den Grundstücken von Anwohnern und Anliegern gesichert werden. Und manchmal ist der Raum derart beengt, dass der alte Belag nicht mit Transportband oder Bagger weggeschafft werden kann, sondern mit Muskelkraft und Eimern. Das kostet Zeit und ist personalintensiv.

Auch beim Einbau des neuen Belags für einen Radweg ist Fingerspitzengefühl gefragt. Während auf einer mehrspurigen Straße Asphaltfertiger und Walzen ungehindert den neuen Belag auftragen können, wird bei einem viel schmaleren Radweg der frische Asphalt häufig über ein Förderband zum Einbauort gebracht. Stehen zudem viele Bäume am Radweg, muss das Förderband immer wieder umgeschwenkt werden – ein zeitaufwendiger Prozess. Zum Teil müssen die Randsteine korrigiert werden. An anderen Stellen wird der gesamte Radweg bis zu zehn Zentimeter höher eingebaut, um die Wurzeln der Bäume zu schonen und späteren Schäden am Belag vorzubeugen. Denn der frisch sanierte Radweg soll möglichst nicht schon wenige Jahre später wieder zur Holperstrecke werden. Beim sogenannten Hocheinbau müssen im Anschluss die Bankette, Straßenabläufe und Zufahrten angepasst werden. Und wie beim Ausbau gilt es stetig Schäden an Bäumen, Zufahrten und Straßenabläufen zu vermeiden.

„Die Planung und der Bau neuer Radwege ist uns ein zentrales Anliegen. Aber genauso wichtig ist der Erhalt und die Sanierung bestehender Radwege“, betont Dr. Petra Beckefeld, Direktorin bei Straßen.NRW. „Daher freue ich mich, dass wir auch diesen Bereich im Fokus haben und im laufenden Jahr ebenfalls landesweit zahlreiche Sanierungsprojekte angehen werden.“

Und in der Tat tut sich hier eine Menge: NRW-weit wurden 2020 insgesamt weit über 80 Kilometer Radwege saniert, im Ruhrgebiet waren das konkret elf Radwege, unter anderem in Castrop-Rauxel, Dortmund, Gelsenkirchen und Werne. Für 2021 plant Straßen.NRW Radwege auf insgesamt 130 Kilometern zu erneuern. Schwerpunkte bilden hier zum Beispiel Radwegerneuerungen in Winterberg, Soest, Lippstadt und Lippetal in Sauerland Hochstift, die Kreise Wesel, Kleve, Viersen und Düsseldorf am Niederrhein, sowie zahlreiche weitere Maßnahmen im Münsterland und im Ruhrgebiet. In der Regionalniederlassung Ruhr stehen zum Beispiel aktuell 28 Radwege noch auf der Liste, unter anderem an der L665 in Unna und der L798 in Marl.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den landesweit 55 Straßenmeistereien fahren alle Radwege regelmäßig ab, protokollieren Schäden an Straßenbelag und Schildern. Fehlende Schilder werden ersetzt, verschmutzte gereinigt. Den jeweiligen Reparaturbedarf melden sie an ihre Kolleginnen und Kollegen in der Regionalniederlassung weiter. Dort werden die Maßnahmen zur Erneuerung der Radwege geplant, disponiert und mit den jeweiligen Kommunen abgestimmt. Denn häufig muss auch der motorisierte Verkehr zumindest zum Teil eingeschränkt werden, um einen Radweg zu sanieren. Gebaut werden kann nur dann, wenn die Umleitungsstrecken frei sind, damit es nicht zum Verkehrskollaps kommt.

Pressekontakt: Nadia Leihs, Telefon 0234-9552-167; Nilgün Ulbrich, Telefon 0209-3808-333

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