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Pressemitteilung vom 22.03.2021

B54: Straßen.NRW startet Frühe Öffentlichkeitsbeteiligung für die Ortsumgehung Kierspe

Informationsplattform, Dialogforum mit Zufallsbürgern, Infomessen – Straßen.NRW hat einiges geplant, um Transparenz über den Planungsstand der Ortsumgehung Kierspe zu schaffen

Kierspe (straßen.nrw). „Wir möchten offen und transparent sein – das ist uns sehr wichtig“, stellt Kevin Lass klar. Der Projektleiter in der Planungsabteilung der Straßen.NRW-Regionalniederlassung Südwestfalen spricht über die Planung der B54 Ortsumgehung Kierspe, die im aktuellen Bundesverkehrswegeplan 2030 als vordringlicher Bedarf eingestuft ist. Das bedeutet, dass der Landesbetrieb Straßenbau einen uneingeschränkten Auftrag hat, diese Maßnahme zu planen. „Momentan befinden wir uns aber noch in einer frühen Anfangsphase der Planung“, so Lass. „In diesem Stadium müssen zunächst noch die Rahmenbedingungen geklärt und einige Erkenntnisse gewonnen werden.“ Eine fertige Linie, wie die Trasse mal verlaufen soll, gibt es also noch nicht. „Das ganze Projekt ist ein Prozess, bei dem wir auf das Feedback der Menschen aus Kierspe angewiesen sind. Wir wollen andere Perspektiven und verschiedene Belange in diesen Prozess einfließen lassen“, sagt der Projektleiter. Darum soll die Öffentlichkeit mit einbezogen werden – und das ganz bewusst schon zu diesem frühen Zeitpunkt.

Öffentlichkeit soll mit einbezogen werden

Frühe Öffentlichkeitsbeteiligung heißt das Stichwort, das Straßen.NRW in diesem Zusammenhang verwendet. An erster Stelle steht dabei eine leicht zugängliche Informationsplattform, die einen Überblick über den aktuellen Stand liefert. Dafür gibt es nun eine eigene Projektwebseite auf der Homepage von Straßen.NRW (www.strassen.nrw.de), wo unter „Projekte“ > „Bundesstraßen“ jetzt auch die B54 Ortsumgehung Kierspe eine erste Orientierung bietet. „Im Laufe des Planungsprozesses werden die Informationen auf der Seite immer detaillierter werden“, erklärt Kevin Lass. „Aktuelle Ergebnisse von Untersuchungen, wie Verkehrsuntersuchungen und Umweltverträglichkeitsstudien, oder kommende Termine werden dann dort veröffentlicht und für jeden Interessierten zugänglich gemacht.“ Weitere Veranstaltungen wie Infomessen oder Workshops sind im Laufe des Jahres geplant, wobei die aktuellen Regeln während der Corona-Pandemie entscheiden werden, ob Online- oder Präsenzformate stattfinden. Noch in diesem Frühjahr soll ein Dialogforum zusammenkommen, in dem verschiedene Interessensgruppen miteinander sprechen, Informationen austauschen und sich zu Zwischenergebnissen beraten können. Dazu wird Straßen.NRW vom Kommunikationsbüro IKU unterstützt, die bereits Gespräche mit verschiedenen Interessensgruppen geführt und so ein erstes Stimmungsbild in der Region erfasst haben.

Zufallsbürgerinnen und Zufallsbürger bekommen diese Woche Post

Das Dialogforum setzt sich mehreren Interessensvertretern zusammen, aber auch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Kierspe sollen bei dem gemeinsamen Austausch beteiligt werden. Über das Einwohnermelderegister wurde dafür eine zufällige Auswahl getroffen. Die so ermittelten „Zufallsbürgerinnen und –bürger“ werden also im Laufe dieser Woche Post über die Stadt Kierspe bekommen. Im Briefkasten landet dann ein Schreiben von IKU, in dem das Projekt Ortsumgehung Kierspe vorgestellt und die zukünftige Beteiligung beim Dialogforum angeboten wird. „Wir hoffen, dass die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Kierspe sich beim planungsbegleitenden Dialog einbringen möchten“, sagt Lass. „Denn er zielt auch darauf ab, die Planung von Straßen.NRW mithilfe von Anregungen und Hinweisen aus der Bevölkerung zu optimieren.“

 

Hintergrundinformationen:

Das ist geplant:

In Kierspe fahren pro Tag rund 16.000 PKW und LKW über die zum Teil sehr enge B237 und die L528 durch den Ort. Sie kommen aus Wipperfürth und Halver und fahren weiter nach Meinerzhagen, zur A45 und umgekehrt. Hinzu kommt der Verkehr innerhalb von Kierspe. Die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Südwestfalen plant die B54 Ortsumgehung Kierspe, die im aktuellen Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 als vordringlicher Bedarf eingestuft ist. Sie soll die Ortsdurchfahrt vom Verkehr entlasten, um die Wohn- und Aufenthaltsqualität zu verbessern, sowie den regionalen und überregionalen Verkehr besser an die umliegenden Städte und das Autobahnnetz anbinden. Die Länge der Strecke beträgt laut BVWP ca. 3,7 km und wird als zweistreifige Fahrbahn geplant. Der Betrachtungsraum für die Ortsumgehung liegt im nördlichen Bereich von Kierspe. Der Untersuchungskorridor für mögliche Trassenführungen bezieht auch den Bereich um den Lauseberg mit ein. In einer älteren Planung der Stadt Kierspe wurde eine Variante als sogenannter „Lausebergaufstieg“ geplant. Diese Idee wird in die Betrachtungen einbezogen.

Das ist der aktuelle Stand:

Aktuell befindet sich das Projekt in einer frühen Anfangsphase der Planung, in der Vorplanung. Im Rahmen der Vorplanung erarbeitet Straßen.NRW ökologische Bestandserfassungen, eine Umweltverträglichkeitsstudie und eine Verkehrsuntersuchung. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse werden im nächsten Schritt dann verschiedene Ausbaumöglichkeiten und -varianten untersucht.

-       Umweltverträglichkeitsstudie (UVS)

Ziel der UVS, ist es die möglichen Auswirkungen der neuen Trasse auf die einzelnen Schutzgüter aufzuzeigen. Auf Grund  des trockenen Klimas im letzten Jahr konnten nicht alle relevanten Arten kartiert werden. Dies wird in diesem Jahr nachgeholt. Mit Abschluss der Kartierung wird eine Raumwiderstandskarte entstehen. Diese wird den technischen Varianten zu Grunde gelegt.

-       Verkehrsuntersuchung

Im ersten Schritt soll die verkehrliche Situation in und um Kierspe ermittelt werden. Dazu beginnt Ende März die Verkehrsuntersuchung vor Ort. Mit der Erfassung des IST-Zustandes können dann die Planfälle prognostiziert werden. Eine Betrachtung des Prognose-Bezugsfalls ohne den Neubau der Ortsumgehung wird ebenfalls untersucht, um die Notwendigkeit einer neuen Trasse zu verifizieren.

Variantenuntersuchung

Für die Variantenuntersuchung sind die beiden vorgenannten Untersuchungen unerlässlich. Neben dem Raumwiderstand muss dabei heraus kommen, welche Entwurfsklasse für eine neue Trasse erforderlich ist. Die Entwurfsklasse bestimmt dann maßgeblich die anzusetzenden Entwurfsparameter in Lage und Höhe. Dabei sind die neuen Varianten unabhängig von der im BVWP dargestellten Linie. Die bisher verfolgte Trasse der Stadt Kierspe ist eine Variante, die sich der Diskussion um weitere mögliche Varianten stellen muss.

Pressekontakt: Julia Ollertz, Telefon 0271-3372-212

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