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Pressemitteilung vom 18.06.2019

Eschentriebsterben im Märkischen Kreis: Verkehrsgefährdende Bäume werden ab Montag selektiv entfernt

Märkischer Kreis/Hagen (straßen.nrw). Im Zuge der Baumkontrolle durch die Baumkontrolleure der Straßen.NRW-Regionalniederlassung Südwestfalen wurde an Straßenbäumen im Märkischen Kreis ein starker Befall der dort wachsenden Eschen mit dem Eschentriebsterben festgestellt. Die befallenen Bäume müssen nun außerhalb des eigentlichen Pflegezeitraumes gefällt werden, da zum sicheren Erkennen der befallenen Bäume diese im belaubten Zustand sein müssen. Die Arbeiten im Straßenmeistereibezirk Herscheid werden in der Zeit ab Montag (24.6.) für voraussichtlich drei Wochen und für den Bereich der Straßenmeisterei Iserlohn ab dem 22. Juli, ebenfalls für voraussichtlich drei Wochen durchgeführt.

Für die Arbeiten wird ein Fällkran eingesetzt, die Arbeitsbereiche werden mit einer Baustellenampel gesichert. Es muss trotz des Einsatzes des Fällkrans und der halbseitigen Verkehrsführung mit kurzzeitigen Vollsperrungen der Straßen gerechnet werden.

Hintergrund

Das Eschentriebsterben wurde erstmals im Herbst 2008 in Bayern wahrgenommen. Förster und Waldbesitzer meldeten vereinzelt abgestorbene Triebe und Kronenteile vor allem an jungen, aber ebenso an älteren Eschen. Inzwischen kommt das Eschentriebsterben in ganz Deutschland vor.

Im Frühjahr 2010 konnte ein Pilz, das “Falsche weiße Stengelbecherchen” (Hymenoscyphus pseudoalbidus) als Verursacher des Eschentriebsterbens identifiziert werden. Es bildet im Sommer auf den am Boden liegenden vorjährigen Blattspindeln unscheinbare Fruchtkörper aus. Diese Fruchtkörper entlassen Sporen, die mit dem Wind verfrachtet werden und die Blätter infizieren. Der Pilz wächst dann ausgehend von den Blättern in das unverholzte Mark von Zweigen und Trieben. Erst wenn das Mark erfolgreich besiedelt wurde, wächst der Pilz in die bereits verholzten Bereiche weiter.

Die Infektion erfolgt ausschließlich über die Sporen. Befallenes Holz ist dagegen nicht infektiös. Erste Anzeichen des Eschentriebsterbens sind unregelmäßige Farbveränderungen an den Blattspreiten. Triebumfassende Rindennekrosen unterbrechen die Wasserversorgung des Astes, so dass Pflanzenteile oberhalb der Nekrose welken und absterben. Die Blätter bleiben noch längere Zeit am Zweig hängen. Unterhalb dieser Nekrosen treiben sogenannte "schlafende Knospen" aus und führen so zu einer Verbuschung der Krone. Die so geschwächten Bäume werden anfälliger für sekundäre Schadorganismen, wie Hallimasch und Eschenschwamm. Deswegen müssen diese, im Bereich des Märkischen Kreises, umfangreiche Pflegemaßnahmen von Straßen.NRW durchgeführt werden.

Pressekontakt: Andreas Berg, Telefon 02331-8002-220

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