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Pressemitteilung vom 13.10.2019

Rheinspange 553: Planungswerkstatt erarbeitet Linienideen

Wesseling/Köln (straßen.nrw). Im Planungsverfahren zur Rheinspange 553 ist ein weiterer Meilenstein erreicht: Am Samstag (12.10.) ging es im Rheinforum Wesseling bei einer Planungswerkstatt erstmals um konkrete Ideen für die Linienführung der neuen Autobahnverbindung zwischen A59 und A555. Unter fachlicher Anleitung konnten die Mitglieder des Dialogforums sowie weitere Bürgerinnen und Bürger aus der Region eigene Vorschläge erarbeiten und diskutieren.

Bei den Planungen zur Rheinspange 553 sind die ersten wichtigen Vorarbeiten abgeschlossen – unter anderem liegen zentrale Ergebnisse aus den umweltfachlichen Untersuchungen und der Verkehrsuntersuchung vor. Auf ihrer Grundlage lassen sich nun erstmals Vorschläge für mögliche Trassenverläufe der Rheinspange 553 ableiten. Weil in dieser wichtigen Phase der Dialogbedarf im Planungsraum besonders hoch ist, hat Straßen.NRW am Samstag eine Planungswerkstatt initiiert, um Sichtweisen, Anregungen und lokales Wissen der Menschen im Planungsraum aufzunehmen.

Detaillierte Auseinandersetzung mit dem Planungsraum

In diesem Workshop setzten sich die 29 Teilnehmenden in fünf Tischgruppen detailliert mit den Abwägungsprozessen und -inhalten rund um die Trassenfindung der Rheinspange 553 auseinander. Am Vormittag erhielten sie zunächst eine fachliche Einführung und die Gelegenheit, offene Fragen zu klären. Die bisherigen planerischen Vorüberlegungen zu möglichen Verknüpfungspunkten mit den Autobahnen A59 und A555 und denkbaren Rheinquerungen wurden von Straßen.NRW ebenfalls deutlich gemacht.

Anschließend nahmen die Teilnehmenden den Stift in die Hand und erarbeiteten in den Tischgruppen an großen Karten des Planungsraumes Schritt für Schritt eigene Ideen für den möglichen Verlauf der Rheinspange. Bei den Linien mussten die Faktoren Verkehrssicherheit, Umweltverträglichkeit, Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit stets im Auge behalten werden: Wo liegen besonders schützenswerte Gebiete? Welche Kurvenradien sind vorgeschrieben? Wo sind Anschlussstellen sinnvoll? Dabei hatten die Teilnehmenden ausführliches Kartenmaterial zur Hand. Unterstützt wurden sie zudem von Expertinnen und Experten der zuständigen Planungsbüros sowie von Planerinnen und Planern von Straßen.NRW.

Am Ende des Tages wurden pro Tisch jeweils zwei favorisierte Ideen in eine Planungssoftware eingepflegt und visualisiert. Die jeweiligen Gruppen stellten diese dann im Plenum vor. Häufig diskutiert wurde eine nördliche Linie zwischen der heutigen Anschlussstelle Godorf und der A59 zwischen Lind und Spich mit einer Brücke über den Rhein. Zahlreiche Überlegungen gab es zudem zu einer Linie, die südlich von Wesseling beginnt, als Tunnel oder Brücke zwischen Ranzel und Niederkassel den Rhein quert und in Richtung Lind verläuft. Die Bündelung mit bestehenden Verkehrswegen, mögliche Entwicklungen im regionalen Schienennetz sowie die sinnvolle Anbindung der neuen Autobahn an das untergeordnete Straßennetz spielten in den meisten Linienideen eine wichtige Rolle. „An den Tischen wurde kontrovers, aber konstruktiv diskutiert. Die Teilnehmenden legten dabei eine beeindruckende Fachexpertise an den Tag“, bilanzierte Willi Kolks, Abteilungsleiter Planung von Straßen.NRW, am Ende des Veranstaltungstages.

Zur Planungswerkstatt eingeladen waren die Mitglieder des dauerhaft eingerichteten Dialogforums zur Rheinspange, in dem sich Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft, der Kommunen und Bürgerinnen und Bürger in regelmäßigen Sitzungen mit Straßen.NRW über den Fortgang der Planungen austauschen. Daneben hatten auch weitere interessierte Bürgerinnen und Bürger aus dem Planungsraum die Möglichkeit, sich für sechs weitere Plätze in der Planungswerkstatt zu bewerben. Die Plätze sind per Los nach einem räumlichen Verteilschlüssel vergeben worden. Darüber hinaus waren weitere Plätze für Schülerinnen und Schüler aus dem Planungsraum reserviert – eine Einladung zur Teilnahme wurde an alle Schulen der Region gerichtet. Eine Schülerin nahm an der Planungswerkstatt teil. Diese zusätzlichen Teilnehmenden waren zuvor in einem intensiven „Crash-Kurs“ auf den benötigten Wissensstand zum Projekt gebracht worden.

Ergebnisse fließen in die Planung ein

Alle in der Planungswerkstatt erarbeiteten Linien werden nun dokumentiert und – zusammen mit weiteren planerischen Optionen – im kommenden Untersuchungsprozess eingehend geprüft. Auf dieser Grundlage werden sinnvolle Varianten ausgewählt, die dann einer vertieften Untersuchung unterzogen werden. „Dabei ist es uns wichtig, auch die weiteren Abwägungsschritte transparent zu gestalten und die Menschen auf dem Planungsweg mitzunehmen“, so Kolks. Ziel ist die Ermittlung einer Vorzugsvariante im nächsten Jahr, wobei zahlreiche Kriterien berücksichtigt und sorgsam gegeneinander abgewogen werden müssen.

Am 29. Oktober werden die Amts- und Mandatsträger der Region in der dritten Sitzung des politischen Begleitkreises zur Rheinspange über den aktuellen Planungsstand und die Ergebnisse der Planungswerkstatt unterrichtet. Auch die Öffentlichkeit soll im Frühjahr des kommenden Jahres im Rahmen einer weiteren Infotour mit dem Dialogbus von Straßen.NRW umfassend über die dann vorliegende Variantenauswahl informiert werden.

Pressekontakt: Sabrina Kieback, Telefon 0221-8397-364

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