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Pressemitteilung vom 18.04.2019

L530: Verdacht auf asbesthaltige Materialien - Baustopp am Rathaus-Tunnel Lüdenscheid

Lüdenscheid (straßen.nrw). Die Sanierungsarbeiten am Lüdenscheider Rathaus-Tunnel (L530) sind unterbrochen worden, weil der Verdacht besteht, dass dort beim Bau in den 1970er Jahren asbesthaltiges Material verarbeitet worden ist. Die beiden Tunnelröhren sollen für insgesamt 12,7 Millionen Euro grundsaniert werden. Baustart war im November 2018, die Sanierung der ersten Röhre sollte nach einem Jahr abgeschlossen sein. Während dieser Zeit wird der Verkehr durch die zweite Röhre umgeleitet.

Bei den Sanierungsarbeiten ist nun festgestellt worden, dass beim Bau des Tunnels in den 1970er Jahren möglicherweise asbesthaltige Schalungsteile verwendet wurden. Die Sanierungsarbeiten wurden daraufhin sofort unterbrochen, der Tunneleingang ist derzeit abgesichert. In Absprache mit der Bezirksregierung wird die Tunnelöffnung in den nächsten Tagen verschlossen. Dazu wird ein mit Holz beplanktes Gerüst aufgebaut, für das zuvor allerdings eine Statik erstellt werden muss.

Um das Ausmaß der möglichen Asbestbelastung zu ermitteln, ist ein Beprobungsraster erarbeitet worden, die Entnahme der Proben hat bereits stattgefunden. Ergebnisse liegen derzeit noch nicht vor. Erst wenn das der Fall ist und sich bestätigt hat, dass ein Asbest-Belastung vorliegt und damit auch die Asbest-Art bekannt ist, kann ein Sanierungskonzept erarbeitet werden. Abhängig davon kann anschließend eingeschätzt werden, in wie weit sich die geplante Bauzeit einhalten lässt und welche Kosten eine mögliche Asbest-Sanierung nach sich zieht.

Im Vorfeld war der Einsatz der nun gefundenen Materialien nicht zu erkennen, da die Betondecke mit einer Schutzschicht überzogen und darüber hinaus stark verschmutzt war. Erst nach der oberflächlichen Reinigung wurden die Streifen, die nun untersucht werden, sichtbar.

Von der stillgelegten Baustelle geht derzeit keine akute Gefahr aus. Dennoch werden die Tunnelportale wie beschrieben verschlossen. Die noch im Betrieb befindliche Tunnelröhre kann weiter genutzt werden, da Asbest in gebundener Form nicht gesundheitsschädlich ist.

Hintergrund:

  • Der Rathaus-Tunnel Lüdenscheid ist 342 Meter lang und verfügt über zwei Röhren mit jeweils zwei Fahrspuren. Der Tunnel wurde im Auftrag der Stadt Lüdenscheid gebaut und 1972 in Betrieb genommen.
  • An Stoßstellen von Schalelementen wurde zur besseren Abdichtung und zum Ausgleich der Tunnelkurvigkeit seinerzeit das Verfahren der „verlorenen Schalung“ eingesetzt.Das heißt, dass Faserbetonplatten die Außenfläche bildeten und mit Beton hinterfüllt wurden. Damals war der der Einsatz von asbesthaltigen Faserbetonplatten nicht unüblich.
Pressekontakt: Susanne Schlenga, Telefon 0209-3808-333; Andreas Berg, Telefon 02331-8002-220

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