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Pressemitteilung vom 12.04.2019

46sieben: Faunistische Planungsraumanalyse liegt vor

Menden/Arnsberg/Meschede (straßen.nrw). Wildkatze, Kreuz- und Geburtshelferkröte, Kammmolch: Das sind nur einige der geschützten Tierarten, auf die bei der Planung des Projektes 46sieben, der Verbindung zwischen Hemer/Menden und Arnsberg-Neheim Rücksicht genommen werden muss. Das ist u.a. das Ergebnis der Faunistischen Planungsraumanalyse (FPA), die das Umweltbüro Froelich & Sporbeck am Donnerstag (11. April) in der Regionalniederlassung Sauerland-Hochstift in Meschede vorstellte.

Eine FPA gibt vor, nach welchen geschützten Arten im weiteren Planungsverlauf gesucht werden muss. Sie legt den Umfang und die Erfassungsmethoden der nachfolgenden Kartierungen im späteren Untersuchungsraum für die Linienfindung der 46sieben fest.

Bei ihrer Analyse stützten sich die Experten von Froelich & Sporbeck auf den Korridor, den der Bund für das Projekt 46sieben im Bundesverkehrswegeplan grob vorgegeben hatte. „Dieser Untersuchungsraum ist derzeit vorläufig, er kann jederzeit noch erweitert werden. Es gibt noch keine Festlegung auf eine Linie oder Trassenführung“, sagte Christoph Kindel, einer der Projektleiter von 46sieben. Der Untersuchungsraum wird in den kommenden Monaten im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung noch intensiv diskutiert werden, so auch im Dialogforum für das Projekt 46sieben. Zu den Sitzungen des Dialogforums werden alle relevanten Akteure der Region von den Kommunen über die Wirtschafts- bis zu den Umweltvertretern und Bürgerinitiativen sowie zwölf unabhängige Bürgerinnen und Bürger eingeladen. Die Ergebnisse des Dialogforums sollen auch in den 1. Arbeitskreistermin der Umweltverträglichkeitsstudie transportiert werden, wo der Untersuchungsraum mit den zuständigen Fachbehörden sowie dem ehrenamtlichen Naturschutz abgestimmt werden soll.

Bei der späteren Kartierung der Tierarten soll auch die Wildkatze mit in die Betrachtungen einbezogen werden. „Es gibt Hinweise, dass die Art langsam in den Raum einwandert“, sagte Zoologe Holger Meinig. Anhand von Lockstoffstäben können Haare der Tiere gesammelt und genetisch bestimmt werden. Besonders die Aktionsräume der weiblichen Katzen müssten gesucht werden, da diese besonders sensibel seien. Schwarzstorch und Uhu sind zwei Arten, die man mit Sicherheit in der Region finden werde. Außerdem sind Fledermäuse ein großes Thema bei Straßenbauprojekten. Hier werden gesucht Braunes Langohr, Bechsteinfledermaus und Mopsfledermaus, auf die es Hinweise von heimischen Waldbesitzern gibt. Fledermäuse werden erfasst durch Netzfänge, Horchboxen und Detektoren. Haselmaus, Schlingnatter und Hirschkäfer - es gibt in der Region eines der größten Vorkommen in Westfalen -, werden erst zum Zeitpunkt des Variantenvergleichs untersucht.

Hintergrund

Beim Projekt 46sieben handelt es sich um eine Kombination aus vierspuriger Autobahn (A46) bis Menden und eine daran anschließende dreispurige Bundesstraße (B7) bis Neheim. Das Projekt wurde im Bundesverkehrswegeplan 2030 als „vordringlicher Bedarf“ eingestuft. Straßen.NRW ist, mit Unterstützung des Bündnisses für Mobilität, mit der Planung beauftragt.

Pressekontakt: Michael Schmitz, Telefon 0291-298129

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