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Pressemitteilung vom 15.07.2019

B611: Leistungsstarke Verbindung zwischen A30 und A2

Vlotho/Löhne/Bielefeld (straßen.nrw). Mit der Freigabe der B611 zwischen Vlotho-Exter und Löhne-Wittel wird eine wichtige Verkehrsverbindung zwischen der A30 und der A2 eröffnet. Vor allem der Schwerverkehr kann nun die Industriegebiete von Löhne und Bad Oeynhausen direkt ansteuern, Wohngebiete werden entlastet. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst, der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Enak Ferlemann, und Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek haben den 5,2 Kilometer langen Straßenabschnitt am Montag, 15. Juli, feierlich freigegeben – gut ein halbes Jahr früher als geplant.

Vorteile für die Wirtschaft, Entlastung für Anwohner

Die ursprünglichen Planungen aus den 1970er Jahren sahen einen Weiterbau der A5 Bremen-Gießen vor. Ein Teilstück von der A30 in Löhne Richtung Wittel wurde gebaut, danach gab es jedoch ein Umdenken. Statt einer Autobahn sollte nun eine Bundesstraße die notwendige Entlastung der Ortschaften und die Anbindung an das Fernstraßennetz ermöglichen. Die Idee, die L773 zur B611 auszubauen, fand anders als die früheren Autobahn-Planungen die Unterstützung aller Beteiligten. Ein erster Bauabschnitt wurde 2016 für den Verkehr freigegeben, nun folgt der Lückenschluss Richtung A30. Gesamtbaukosten für beide Abschnitte: 23,8 Millionen Euro. Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, sagte: „Die neue
B611 ist ein echtes Plus für die Region! Sie bildet eine leistungsstarke Verbindung zwischen den Autobahnen A 2 und A 30 und schließt die Industriegebiete von Löhne und Bad Oeynhausen an den Fernverkehr an. Damit wird die Wirtschaft in der Region nachhaltig gestärkt. Es ist also nicht übertrieben, wenn ich sage: Heute beginnt ein neues Kapitel der Mobilität!“ Die B611 dient zudem als Umleitungsstrecke im Falle einer Sperrung der A30 im Knotenbereich mit der A2. Das hat vor allem für Bad Oeynhausen eine besondere Bedeutung.

Mehr Sicherheit auch für Radfahrer und Fußgänger

Auch NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst betonte, dass das Land mit dem Ausbau der Infrastruktur vorankomme. „Wir verbessern durch die Neubaustrecke nicht nur das Mobilitätsangebot in der Region, sondern erhöhen auch die Verkehrssicherheit und die Lebensqualität“, so der Minister. Die alte Landesstraße mit dem bezeichnenden Namen „Knickstraße“ wurde teilweise gestreckt und ausgebaut. „Früher war hier ein gefahrloses Überholen gerade des langsamen landwirtschaftlichen Verkehrs nicht möglich. Jetzt gibt es hier mehr Sicherheit auch für Radfahrer und Fußgänger: Für sie wurde ein separater Rad- und Fußweg geschaffen.“

Grünflächen insektenfreundlich gestaltet

Gut fünf Kilometer lang ist die Neubaustrecke der B611. Hinzu kommen 7,7 Kilometer so genannte Nebenstrecken, mit denen die vorhandenen Straßen und Wege an die Bundesstraße angeschlossen wurden. Für das Projekt wurden allein 5.500 LKW-Ladungen mit Schotter für den Unterbau der Fahrbahnen gebraucht. Knapp 600 Meter Lärmschutzwände und –wälle wurden gebaut, 3,1 Kilometer Schutzplanken installiert. Nicht mehr benötigte asphaltierte Strecken wurden entsiegelt und als Ausgleichsflächen hergerichtet. Und weil zum Straßenbau auch das Thema Naturschutz gehört, kommen acht Tunnel für Kleintiere, zwei Kilometer Wildschutzzäune, knapp acht Kilometer Entwässerungsrohre und nicht zuletzt 1,3 Kilometer Amphibienschutzanlagen hinzu. „Wer Straßen neu baut oder erweitert, nimmt zwangsläufig Flächen in Anspruch“, sagte Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek. „Die Anlage von Ausgleichsflächen und die entsprechenden Schutzeinrichtungen für Tiere rechts und links der Straße sind darum ein wichtiger Aspekt bei den Planungen. Zwischen Löhne und Vlotho haben wir allein 10 Hektar Ausgleichsflächen angelegt.“ Besonders in den Blick geraten beim Projekt B611 außerdem die Grünflächen rechts und links der Straße und auf dem Kreisverkehr in Löhne-Wittel. Dank der neuen Böschungen konnten sich spontan Arten ausbreiten, die Bienen anziehen. „Auf 64.000 Quadratmetern wachsen hier bald Blumen, Kräuter und Gräser, die Insekten Nahrung bieten“, so Sauerwein-Braksiek. Der Landesbetrieb setze verstärkt auf regionales Saatgut und eine extensive Pflege, um dem Insektensterben entgegen zu wirken. Dafür ist auch die B611 ein gutes Beispiel.

Straßen.NRW setzt sich bereits mit verschiedenen Projekten dafür ein, Lebensräume für Bienen und Co. zu gestalten, zum Beispiel mit der „Insektenfreundlichen Meisterei". „Wir haben begonnen, die Flächen des Landesbetriebs für Blühstreifen zu nutzen und werden das ausweiten“, so Minister Wüst. „So werden aus schnöden Randstreifen blühende Bienenboulevards.“

Pressekontakt: Sven Johanning, Telefon 0521-1082-130; Susanne Schlenga, Telefon 0209-3808-333

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