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Pressemitteilung vom 02.07.2019

B51/B64: Mehrere Bürgerveranstaltungen zum Ausbau stehen an

Münster (straßen.nrw). NRW-Verkehrsminister Minister Hendrik Wüst hat sich Anfang Juni mehr als deutlich zum Projekt 4zu1, der Ostmünsterland-Verbindung zwischen Münster und Bielefeld, geäußert: Die Ob-Frage ist definitiv beantwortet. Die Maßnahme ist im Bundesfernstraßenausbaugesetz vom Deutschen Bundestag beschlossen worden. „Daran gibt es nichts zu rütteln. Das Land hat einen klaren Auftrag erhalten, und den gilt es nun umzusetzen“, so der Minister.

Die B 51 wird vierspurig ausgebaut, um die täglichen Staus zwischen Münster und Telgte abzufangen. Im weiteren Verlauf sollen die Ortsumfahrungen von Warendorf, Beelen und Herzebrock-Clarholz die Orte deutlich vom Verkehr entlasten. Insbesondere zu den Pendlerzeiten kommt es regelmäßig zu Staus an den Ampeln und Bahnübergängen. Um die 1.400 LKWs fahren täglich mitten durch die Orte. Viele PKWs nutzen zudem Ausweichstrecken z.B. über Freckenhorst oder auf Wirtschaftswegen, die nicht für eine solche Verkehrsbelastung ausgelegt sind.

„In den Orten und auf den Schleichwegen wird es eine deutliche Entlastung geben“ erwartet Dirk Griepenburg, Leiter der Region Münsterland-Ruhrgebiet. Die genauen Zahlen zur Verkehrsbelastung werden gerade in verschiedenen Gutachten aktualisiert. Für einige Abschnitte sind die Analysen schon erstellt. Diese Gutachten fallen sehr viel feinmaschiger aus, als noch für die Bundesverkehrswegeplanung. Sie belegen, welche Wegebeziehungen bestehen und wann wieviel Verkehr wo entsteht. Auch neue Entwicklungen werden aufgenommen, wie z.B. die Ansiedlung von neuen Gewerbegebieten oder neue große Arbeitgeber wie Amazon, die rund 2000 Mitarbeitende aus der Region erwarten.

Handlungsspielräume im Sinne der Bürger

Nun soll in mehreren Bürgerveranstaltungen zu den geplanten Bauabschnitten informiert werden. Auch die Verkehrsgutachter werden ihre Ergebnisse vorstellen, sobald diese vorliegen. Gleichzeitig soll die Öffentlichkeitsbeteiligung genutzt werden, um bestehende Handlungsspielräume noch im Sinne der Bürgerinnen und Bürger zu gestalten. Die Situation stellt sich dabei von Ort zu Ort sehr verschieden dar, weil die Planungsstände unterschiedlich sind. Für die Bürgerbeteiligung wird deshalb mit ortsbezogenen Formaten gearbeitet.

Das neutrale Büro DIALOG BASIS begleitet das Projekt und hat schon im Vorfeld der Veranstaltungen Gespräche mit fast 100 Personen durchgeführt. Ziel war es, in ersten Orientierungsgesprächen die zentralen Themen herauszuarbeiten, zu denen informiert werden soll oder wo die Bürgerinnen und Bürger noch Handlungsbedarf sehen. Gesprochen wurde mit Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, Fraktionen, Vertreterinnen und Vertretern der Landwirtschaft, überregionalen Akteuren aus Verbänden, der IHK Nordwestfalen, den Landkreisen Warendorf und Gütersloh sowie weiteren Personen aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Die Ergebnisse und Fragen der Vorgespräche wurden Straßen.NRW übermittelt. Wo immer die Antworten schon vorliegen, wird hierzu auf den Bürgerveranstaltungen informiert. Weitere Hinweise werden durch das Moderationsbüro an Thementischen in den Bürgerforen vor Ort aufgenommen. Das Büro verfolgt genau, was aus den Anregungen wird. „Fragen und Antworten finden sich im Anschluss auch auf der Projektseite im Internet, damit die Planung für alle transparenter wird“, erläutert Dr. Antje Grobe von DIALOG BASIS. Ein erster Veranstaltungsfahrplan liegt vor.

Münster – Handorf

In Münster wird am 27. Juni 2019 der Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen in öffentlicher Sitzung über den Stand der Planung und das Beteiligungsverfahren informiert. Straßen.NRW hatte bereits am 13. Juni die Bezirksvertretung in Münster-Handorf in nicht öffentlicher Sitzung informiert. Am 03. Juli ab 18:00 Uhr findet dann in Handorf im Handorfer Huus die erste große Bürgerbeteiligung statt. Michael Heinze vom Ministerium für Verkehr des Landes NRW konnte für die Auftaktveranstaltung gewonnen werden und wird auch die Ob-Frage aus Sicht des Ministeriums noch einmal aufgreifen.

Die zentralen Themen vor Ort sind hier z.B. die Ersatzwege für die Landwirtschaft, attraktive Velorouten und schnelle Radverbindungen entlang der B51. Dabei ist von besonderer Bedeutung die Querungsmöglichkeiten über die Werse. Auch zu einer möglichen Verlegung des Prozessionswegs mit Allee werden Anregungen aufgenommen. Da für die Landwirtschaft Ersatzwege vor allem zum Raiffeisen-Stützpunkt sichergestellt werden müssen, wird nicht nur auf dem Bürgerforum gearbeitet, sondern zusätzlich ein Fachforum für den Abschnitt Münster-Telgte eingerichtet.

Handorf – Telgte

Für den Abschnitt von Handorf bis Telgte wird es ebenfalls eine Bürgerveranstaltung geben. Hier ist die Planung noch sehr viel weniger ausgearbeitet. Es können die Lage und Ausbildung der Knotenpunkte mitgestaltet werden. „Hierzu wollen wir frühzeitig die Anregungen der Bürgerinnen und Bürger aufnehmen“, erklärt Bernhard Epmann, Projektleiter von Straßen.NRW. So soll in Telgte vor allem gemeinsam an der Planung in Form von Thementischen gearbeitet werden. Das Konzept der Veranstaltung und der Stand der Planung wird am 09. Juli in öffentlicher Sitzung im Rat vorgestellt. Am 10. Juli findet dann die Bürgerbeteiligung im Bürgerhaus ab 18:00 Uhr statt, die eher Werkstatt-Charakter hat. An den Thementischen können natürlich auch direkte Fragen an die Planerinnen und Planer oder den Verkehrsgutachter gestellt werden.

Warendorf

In Warendorf ist die Entwurfsplanung abgeschlossen und liegt den Ministerien zur Genehmigung vor. Hier wurde die Planung bereits den Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt. Jetzt gilt es, zum aktuellen Stand der Überarbeitungen zu informieren, sich erste Visualisierungen anzuschauen und weitere Details festzulegen. Für Warendorf wird in der DEULA am 05. Juli um 18:00 Uhr eine Info-Messe stattfinden, in der sich interessierte Bürgerinnen und Bürger an den Ständen mit den Expertinnen und Experten direkt austauschen können. Neben der interaktiven Visualisierung werden hier Fragen zur Ökologie und Ausgleichsflächen, das Ersatzwegenetz, Radverkehr, Fußgänger und ÖPNV im Vordergrund stehen. Sicher ist, dass auch in Warendorf zusätzlich zum Bürgerforum gesonderte Formate für die Landwirtschaft und die Anlieger aufgebaut werden. Für den weiteren Planungsprozess wird außerdem ein Begleitkreis vorgeschlagen, an dem Befürworter und Gegner teilnehmen können.

Beelen

In Beelen ist die Planung noch in einem sehr frühen Stadium. Hier liegt erst eine grobe Linie fest. Die Planung kann noch in vielen Punkten gemeinsam mit den Mandatsträgern, den Verbänden, Anliegern, der Landwirtschaft und den Bürgerinnen und Bürgern gestaltet werden. So liegt hier z.B. die genaue Form der Knotenpunkte noch nicht fest und es besteht Spielraum für die detaillierte Streckenführung. Ein Veranstaltungsdatum für eine größere öffentliche Veranstaltung steht noch nicht fest. Derzeit wird angeregt, zunächst einen Begleitkreis mit den zentralen Schlüsselakteuren vor Ort aufzubauen und dann ein Bürgerforum durchzuführen.

Herzebrock-Clarholz

Hier ist die Planung wiederrum recht weit fortgeschritten, lag aber jahrelang auf Eis. Nun müssen Gutachten und der Landschaftspflegerische Begleitplan aktualisiert werden. „Wir werden hier direkt nach der Sommerpause am 12. September eine Infomesse durchführen, auf der wir zum aktuellen Planungsstand berichten“, erläutert Manuela Rose, die Projektleiterin für diesen Abschnitt. Auch hier soll das Wissen vor Ort in einer Art Infomesse an Thementischen aufgenommen werden, um zu prüfen, was sich zwischenzeitlich möglicherweise geändert hat. Themen sind hier u.a. Arten- und Naturschutz mit ökologischen Ausgleichsflächen, die Höhe der Überführung und entsprechende Visualisierungen, die Hochwasserräume rund um den Axtbach, Über- oder Unterführungen sowie das Thema Lärmschutz. Für die Landwirtschaft ist ebenfalls ein zusätzliches Forum geplant, damit die bisher ausgearbeiteten Lösungen für das Ersatzwegenetz noch einmal überprüft werden können.

Pressekontakt: Sandra Beermann, Telefon 0251-1444-763

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