Gesundheitsschutz für Arbeiter und Verkehrsteilnehmer

Asphalt wird auf kleiner Flamme gekocht

Foto: Einbau von Gussasphalt

Weniger Dämpfe - gesünderes Arbeiten für Straßenbauer: Gussasphalt für Autobahnen wird seit 2008 nur noch bei höchstens 230 statt 250 Grad Celsius eingebaut. Das kommt besonders den Arbeitern auf den Baustellen zugute, weil die Dämpfe während des Einbaus deutlich geringer sind.

Möglich wird die geringere Temperatur, weil der Asphalt neu zusammengesetzt ist. Ihm werden während der Produktion so genannte viskositätsverändernde organische Zusätze wie Wachse, Parafinne und mineralische Zusätze beigemischt, die die Zähflüssigkeit des Asphalts verringern. Und weil der Asphalt in der Herstellung nicht mehr so stark erhitzt werden muss, verringert sich auch der Kohlendioxidausstoß während der Produktion.

Asphalt besteht aus Gestein, das durch das Bindemittel Bitumen zusammengehalten wird. Die zugesetzten Wachse und Paraffine machen den Asphalt beim Einbau geschmeidiger, so dass er sich besser verarbeiten lässt. In der Erkaltungsphase kristallisiert das Wachs und macht den Asphalt standfester und verlängert die Lebensdauer der Fahrbahn. Autobahnen mit einer Gussasphaltdeckschicht halten je nach Verkehrsbelastung rund 20 Jahre, bevor sie saniert werden müssen. Gussasphalt wird wegen seiner guten Haltbarkeit vor allem auf stark belasteten Strecken eingesetzt. Die Mehrkosten des neuen Produktionsverfahrens sind nur gering.

Asbest: Neue Vorschriften beim Asphalt-Fräsen

Foto: Fräsarbeiten

Straßen.NRW: Straßenarbeiten und Gesundheitsschutz

Seit Sommer 2007 ergreift der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen zusätzliche Maßnahmen, um Arbeiter, Passanten und Anwohner bei Fräsarbeiten auf den Straßen besser zu schützen. Das Personal direkt an der Fräse muss Schutzkleidung und Atemschutz tragen. Beim Fräsen innerhalb von Ortschaften bleibt ein Bereich von 15 Metern um die Arbeitsstätte herum für Radfahrer und Fußgänger gesperrt. Die unmittelbaren Anwohner werden gebeten, während des Fräsens ihre Türen und Fenster zu schließen.

Tests der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft haben zu neuen Sicherheitsvorschriften geführt. Die Messungen zeigten, dass der Staub, der beim Fräsen entsteht, Asbestfasern enthalten kann. Das "natürliche Mineral" Asbest ist in einigen Gesteinsarten enthalten, die im Straßenbau eingesetzt werden.

Der aufgewirbelte Staub wird durch die Umgebungsluft verdünnt, so dass eine potentielle Gefahr nur unmittelbar neben der Fräse besteht. Mit Hilfe von Wasser wird die Staubentwicklung während der Fräsarbeiten vermindert. Nach dem Ende der Arbeiten wird die Baustelle gereinigt und damit eine Gefahr für die Gesundheit ausgeschlossen.