Baustellenmanagement bei Straßen.NRW

Foto: Autobahnbaustelle

Gerade im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW ist die Verkehrsbelastung in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen. Wo gehobelt wird, da fallen Späne – und wo gefahren wird, da gibt es Verschleiß. Um verkehrssicher zu sein, müssen Autobahnen und Straßen ständig ausgebaut, repariert oder sogar erneuert werden.Wann und an welchen Stellen im Streckennetz Unterhaltungsarbeiten erledigt werden können, wo gebaut oder saniert wird, das wird im Straßen.NRW-Baustellenmanagement festgelegt.

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Abstimmung und Planung im Vorfeld der Baustelle
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Foto: Brückenbaustelle

Bevor die Bagger rollen, haben sich die Straßen.NRW-Planer mit der Deutschen Bahn, regionalen Verkehrsträgern, Polizei, Schulbusunternehmen, Energieversorgern oder Rettungsdiensten abgestimmt. Bei der Planung einer Baustelle spielen Bundesliga-Spieltage, Messetermine oder publikumsstarke Großereignisse eine Rolle. Das gilt auch für Ferientermine: Wenn NRW Schulferien hat, ist auf einer typischen Berufspendler-Autobahn bis zu 20 Prozent weniger los als außerhalb der Ferien. Diese Zeitfenster nutzen die Straßenbauer, wenn sich damit Mega-Staus vermeiden lassen. Bestes Beispiel: Die A40, eine Autobahn quer durchs Ruhrgebiet, wurde über die Sommerferien für drei Monate vollständig gesperrt. Das Arbeiten ohne Verkehr, unter Vollsperrung sparte Zeit und die Bauarbeiten dauerten nur drei Monate und nicht zwei Jahre.

YouTube-Video: Baustellologie - kleine Baustellenkunde von Straßen.NRW

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Koordinierung der Baustellen
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Foto: Arbeiten auf der Fahrbahn

Wann und an welchen Stellen im Streckennetz Unterhaltungsarbeiten erledigt werden können, wo gebaut oder saniert wird, das wird im Straßen.NRW-Baustellenmanagement festgelegt. Jeder Straßenplaner und -bauer bei Straßen.NRW meldet seine Pläne lange vor Beginn der Arbeiten an. Als Koordinationsstelle betrachtet das Baustellenmanagement die Art der Arbeiten, die Dauer und die zu erwartende Verkehrsbeeinträchtigung.

Bevor die Baustellenplanung ihr Okay bekommt, wird berücksichtigt:

  • Manche Arbeiten unter freiem Himmel sind witterungsabhängig und können nur in bestimmten Zeiten erledigt werden.
  • Arbeiten, die der Verkehrssicherheit dienen, wie zum Beispiel eine Unfall-Reparatur, können nicht aufgeschoben werden.
  • Einige Arbeiten lassen sich nicht verschieben, weil ansonsten der – auch mit anderen Verkehrsträgern abgestimmte Zeitplan - nicht eingehalten werden kann.
  • Andere Arbeiten müssen aufgeschoben werden, wenn eine Baustelle zum Beispiel den Anreiseverkehr zu einem Großereignis lahmlegen würde.
  • Tagesbaustellen dürfen nur außerhalb des Berufsverkehrs, also außerhalb der Sperrzeiten, eingerichtet werden
  • Auf der vorgesehenen Umleitungsstrecke darf nicht schon eine Großbaustelle sein.
  • Für eine schnelle Bauzeit braucht man Platz. Es muss ein guter Kompromiss zwischen möglichst geringer Verkehrsbeeinträchtigung und einem ausreichend großen Baufeld gefunden werden.
Foto: Nachtbaustelle

Um die Stau-Gefahr so gering wie möglich zu halten, werden viele Arbeiten in die „verkehrsärmeren Zeiten“, auf die Wochenenden oder in die Nacht gelegt. Nachtarbeit hat allerdings ihre Grenzen, weil Bauarbeiten laut sind und Licht brauchen, können viele Arbeiten nur am Tage erledigt werden – vor allem in dicht besiedelten Gebieten. Auch Bau- und Zulieferfirmen haben natürlich ein Wörtchen mitzureden. Schließlich haben die Firmen auch ihre speziellen Bedingungen und können nicht zu jeder Zeit und an jeden Ort zum Beispiel heißes Mischgut anliefern.

Um Baustellen-bedingte Staus möglichst gering zu halten, kommen teilweise auch unkonventionelle Lösungen zum Einsatz. Bei der Erneuerung der Fahrbahn auf der A1 zwischen dem Kreuz Köln-Nord und dem Dreieck Erfttal war aus bautechnischen Gründen nur Platz für drei verengte anstatt der sonst vier zur Verfügung stehenden Fahrtreifen. Als Lösung wurde eine so genannte Wechselverkehrsführung gewählt, bei der morgens zwei Fahrstreifen in Fahrtrichtung Köln und einer in Fahrtrichtung Koblenz/Euskirchen freigegeben wurden. Nachmittags wurde die Verkehrsführung geändert, so dass in Fahrtrichtung Koblenz/Euskirchen zwei Fahrstreifen freigegeben werden konnte. Auf diese Weise konnte die Verkehrsführung bedarfsgerecht auf den starken Berufspendlerverkehr – morgens nach Köln, nachmittags aus Köln heraus – angepasst werden. Die Verkehrsbeeinträchtigungen konnte dadurch gegenüber einer starren Fahrstreifenaufteilung deutlich reduziert werden.

Die Öffentlichkeit – der dritte Mann
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Foto: Baustellenschild

Schon in der Planungsphase einer Baumaßnahme und natürlich, wenn der Starttermin bevorsteht, informiert Straßen.NRW die Öffentlichkeit: Berufspendler, Spediteure, große Unternehmen, andere Verkehrsträger, Fußballclubs, Messestandorte oder Anwohner bekommen die Information, dass mit einer großen verkehrlichen Beeinträchtigung zu rechnen ist, so früh wie möglich. In „Regionalkonferenzen“ und im Internet gibt es, regelmäßig aktualisiert, einen Überblick über die Planungen für die nächsten Jahre. Informationen über die aktuellen Baustellen können Verkehrsteilnehmer über Verkehr.NRW erhalten. An vielen Baustellen stehen auch Webcams zur Verfügung, die die aktuelle Verkehrssituation zeigen.

Die Verkehrsteilnehmer sind unsere Kooperationspartner, quasi der dritte Mann im Baustellenmanagement. Wenn Straßennutzer früh und ausreichend informiert sind, können sie an der Lösung des Problems Stau mitarbeiten:

  • früher oder später zur Arbeit starten
  • ein anderes Verkehrsmittel wählen
  • Mitfahrgemeinschaften bilden oder sogar
  • Urlaub nehmen, wenn die Berufspendlerstrecke gesperrt werden muss . . .

Wenn Baustellen verantwortlich geplant und die Nutzer gut informiert sind, gewinnen alle. Denn der Verkehr muss fließen und dafür müssen alle an einem Strang ziehen.

Wir danken für Ihr Mitdenken und für Ihr Verständnis!