Schlaglöcher im Fokus: Heißgussasphalt als Mittel der Wahl
Herford (straßen.nrw). Die niedrigen Temperaturen und das hohe Verkehrsaufkommen haben in den vergangenen Wintermonaten deutliche Spuren auf den Straßen vom Landesbetrieb hinterlassen. Mit dem Temperaturanstieg seit Ende März sind die Straßenmeistereien der Regionalniederlassung Ostwestfalen-Lippe im Einsatz, um entstandene Schlaglöcher dauerhaft zu beseitigen und die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.
Allein die Straßenmeisterei Löhne betreut ein Straßennetz mit einer Länge von rund 300 Kilometern. Dort wurden in den vergangenen Wochen bereits rund 90 Schlaglöcher an verschiedenen Straßen saniert. Insgesamt kamen dabei etwa 5.550 Kilogramm Asphalt zum Einsatz. Zusätzlich lagert die Straßenmeisterei aktuell rund 20 Tonnen Schüttware ein, um kurzfristig auf weitere Fahrbahnschäden reagieren zu können.
Ausschlaggebend für die Entstehung von Schlaglöchern im Winter ist der ständige Wechsel zwischen Frost und Tauwetter. Wasser dringt in feine Risse der Fahrbahn ein, gefriert bei Minusgraden, dehnt sich aus und hebt den Asphalt an. Taut das Eis wieder auf, bleiben Hohlräume unter der Oberfläche zurück. Unter der Belastung des Verkehrs bricht die geschwächte Stelle schließlich auf – ein Schlagloch entsteht.
Für eine schnelle erste Schließung der Schadstellen kommt häufig zunächst Kaltasphalt zum Einsatz. Das Mischgut lässt sich ohne großen technischen Aufwand verarbeiten und ermöglicht somit eine rasche Ausbesserung. Gleichzeitig hat sich die Qualität von Kaltasphalt in den vergangenen 25 Jahren deutlich verbessert – insbesondere durch weiterentwickelte Bindemittel. Früher wurde meist loses Schüttgut, wie Schotter oder Kies, ohne Bindemittel verwendet, das deutlich weniger langlebig war. Dennoch bleibt die Kaltasphalt-Maßnahme eine temporäre Lösung: Denn je nach Witterung und Verkehrsbelastung hält er oft nur kurz, bei warmen und trockenen Bedingungen auch länger.
Für eine langfristige Instandsetzung setzen die Straßenmeistereien daher seit etwa drei Jahren auf Heißgussasphalt. Hierfür werden moderne Asphaltkocher mit einem Fassungsvermögen von bis zu 100 Kilogramm Mischgut angemietet. Der Asphalt wird im E-Kocher auf etwa 210 bis 220 Grad Celsius erhitzt und gleichmäßig aufbereitet. Nach rund 30 bis 60 Minuten steht ein homogenes Material zur Verfügung.
Der Auftragungsprozess
Vor dem Einbau des Heißgussasphalts wird das Schlagloch gründlich vorbereitet: Lose Materialien und Verschmutzungen werden entfernt. Bei Bedarf wird die Fläche anschließend mit einem Brenner getrocknet.
Daraufhin wird ein spezieller Bitumen-Primer aufgetragen, der die Haftung zwischen der bestehenden Fahrbahn und dem neuen Asphalt verbessert und so die Haltbarkeit erhöht.
Im nächsten Schritt wird der heiße Gussasphalt in das Schlagloch eingebracht und gleichmäßig verteilt. Abschließend wird Splitt gestreut, um die Griffigkeit der Oberfläche zu verbessern.
Bereits nach etwa 20 bis 30 Minuten ist der Asphalt ausgehärtet und die Fläche kann wieder für den Verkehr freigegeben werden. Bei fachgerechter Ausführung und geeigneten Witterungsbedingungen kann eine sanierte Schadstelle bis zu ein Jahr oder länger halten.
Hintergrund
Unabhängig von den Instandsetzungsmaßnahmen werden die betroffenen Strecken im Rahmen der regelmäßigen Streckenkontrollen wöchentlich überprüft. Dabei erfolgt eine sorgfältige Sichtprüfung, um Schäden wie Risse, Ausbrüche oder Schlaglöcher frühzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Festgestellte Mängel werden zeitnah instandgesetzt und fachgerecht geflickt, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und eine weitere Verschlechterung des Fahrbahnbelags zu verhindern. Falls es erforderlich wird, werden entsprechende Verkehrszeichen (VZ) aufgestellt, um die Autofahrer rechtzeitig zu warnen.