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RS3 Radschnellweg OWL: Viele Hinweise im Livestream

Bielefeld (strassen.nrw). Premiere für die Regionalniederlassung Ostwestfalen-Lippe: Am Donnerstagabend, 17. März, präsentierte ein Team aus der Planungsabteilung mögliche Trassenführungen des Radschnellweg OWL zwischen Bad Oeynhausen und Porta Westfalica – erstmals pandemiebedingt als Livestream. Über 210 Menschen schalteten ein, es folgte eine rege Beteiligung über den Chat. Weitere Ideen können bis zum 3. April auf der interaktiven Karte eingetragen werden.

„Eigentlich war die Veranstaltung ganz anders geplant“, führte Niederlassungsleiter Andreas Meyer in das Beteiligungsformat ein. „Wir hätten Sie gern in Präsenz begrüßt und uns mit Ihnen persönlich ausgetauscht – pandemiebedingt sind wir auf den Livestream ausgewichen.“ Zum Auftakt führten Projektleiter Thomas Lange und Landschaftsarchitektin Sabine Meyer inhaltlich in das Thema ein: Der Radschnellweg OWL führt insgesamt auf einer Strecke von knapp 50 Kilometer von Herford bis nach Minden. Im Fokus dieses Abends stand dabei der 3. Abschnitt von Bad Oeynhausen bis Porta Westfalica bzw. dessen Linienführung. Erste Vorschläge führen die rund 11 Kilometer lange Trasse entweder durch die Weserauen oder an der Bahnstrecke entlang.

Die Linienfindung

Wie sind diese beiden möglichen Varianten entstanden? Sabine Meyer erklärte, dass letztendlich eine Abwägung aus drei Bestanteilen ausschlaggebend für die Linienfindung sei:

Die Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) – sie betrachtet die Umwelt und sogenannte Schutzgüter wie den Menschen, Tiere, Pflanzen, Boden, Landschaft und deren Wechselwirkungen miteinander. Alle Schutzgüter werden im Rahmen dieser Studie bewertet und anschließend auf einer Raumwiderstandskarte sichtbar gemacht. „Darin  sind konfliktarme Bereiche zu sehen, die aus Sicht von Natur und Landschaft für den Bau eines Radschnellwegs in Frage kämen“, erklärte Meyer.

Die Potenzialanalyse – sie ist vergleichbar mit der Verkehrsanalyse bei Straßenplanungen. Erhobene  Strukturdaten zeigen, welche Varianten eines Wegs wie genutzt werden.

Straßenplanerischer Variantenentwurf – für jede Variante werden entsprechende Querschnitte und Führungsformen ausgewählt, ein erster technischer Entwurf erstellt, erforderliche Bauwerke grob geplant und geschätzte Kosten ermittelt.

Zwei Büros erstellen zurzeit die UVS und die Potenzialanalyse, deren Ergebnisse Sabine Meyer im Sommer erwartet. Alle drei Bausteine werden dann zu gleichen Teilen gewichtet, am Ende entsteht dann die Empfehlung  für eine Variante. „Selbstverständlich fließen auch die Ergebnisse und Hinweise aus dieser Beteiligung mit ein“, ergänzte Meyer.

Hinweise der Zuschauer*innen

Die Chat-Funktion wurde während der kurzen Vorstellung zu den bisherigen Planungen des Radschnellwegs von vielen genutzt. Einige prognostizierten entlang der Varianten durch die Weserauen Probleme mit dem landwirtschaftlichen Verkehr. Planungsleiterin Manuela Rose entgegnete: „Wir können uns theoretisch vorstellen, dass der neben dem Radschnellweg entstehende Gehweg in der Breite eines Wirtschaftswegs gebaut wird und dann von den landwirtschaftlichen Fahrzeugen mit genutzt werden kann.“ Es werde definitiv eine Lösung für die Landwirtschaft geben, dabei gehe es ja auch um potenziell geringeren Flächenverbrauch, der vor allem in diesem Landschaftsschutzgebiet wünschenswert sei.

Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer sahen in der zweiten Variante entlang der Bahnstrecke den Kreuzungsverkehr mit Straßen kritisch – das Team versicherte jedoch, solche Kreuzungssituationen in der Planung entsprechend zu entschärfen.

Sabine Meyer ging anschließend noch auf die Frage ein, wie die Weser denn baulich gequert werden könnte: „Zurzeit gibt es dazu noch keine festgelegte Variante, eine Möglichkeit zur Querung der Weser bei Bad Oeynhausen wäre eine separate Brücke für den Radschnellweg parallel zur Bahntrasse zu errichten.  Im Bereich Porta Westfalica könnte für eine Lösung evtl. die vorhandene Portabrücke genutzt werden. Dabei sei aber noch zu prüfen, wie der restliche Verkehr dort geordnet werden kann, um Platz für den Radschnellweg zu schaffen.

Andreas Meyer erläuterte die mögliche Ausstattung des Radschnellwegs. Ausgangspunkt war die Frage, ob die Strecke beleuchtet werden wird. Das sei ein wichtiger Sicherheitsaspekt, allerdings sei nicht ausgeschlossen, dass eine Beleuchtung in Anbetracht der dort lebenden Tiere und damit verbundenen Störung durch das Licht nicht umgesetzt werden kann. „Denkbar ist stattdessen, dass der Weg nur beleuchtet wird, wenn dort Fahrräder unterwegs sind. Das muss aber insgesamt mit den Naturschutzbehörden abgestimmt werden.“ Innerorts werde der Radschnellweg aber definitiv durchgehend beleuchtet. Dazu wird es Servicepunkte mit Reparatur- und Unterstellmöglichkeiten entlang der Strecke geben.

Ausblick

Wenn im Sommer die noch fehlende UVS und Potenzialanalyse vorliegen, wird das Planungsteam voraussichtlich bis Ende des Jahres eine Variante favorisieren und diese zur Zustimmung an das Verkehrsministerium weitergeben. Anschließend folgt die Detailplanung. „Anwohnende und Interessierte haben im Verlauf dieser Entwurfsplanung dann erneut die Möglichkeit, sich zu beteiligen“, erklärte Andreas Meyer. Projektleiter Thomas Lange ergänzte: „Radschnellverbindungen sind Landesstraßen gleichgestellt – das heißt, dass wir dieselben aufwändigen Verfahrensschritte gehen müssen.“

Interaktive Karte bis 3. April freigeschaltet

Wer noch weitere Ideen und Anregungen hat, kann sie auf der interaktiven Karte bis zum 3. April eintragen. Dort werden die Kommentare gesammelt und ebenso in die weitere Planung einfließen.

Pressekontakt: Maximiliane Plöger, Telefon 0521-1082-129

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