Mit Sicherheit: 19 neue Auditoren nehmen Straßenplanung unter die Lupe

Gelsenkirchen (straßen.nrw). Sie werfen einen zweiten Blick auf die Straßenplanung – unter dem Aspekt der Verkehrssicherheit. Insgesamt 116 Sicherheitsauditoren sorgen bei Straßen.NRW dafür, dass nicht nur beim Neubau von Straßen das Thema Sicherheit für Verkehrsteilnehmer noch einmal gesondert betrachtet wird. Und die erfahrenen Ingenieurinnen und Ingenieure sind auch dort unterwegs, wo der Verkehr längst rollt. 19 neue Auditoren haben in diesen Tagen ihren Lehrgang abgeschlossen.

Das Thema Verkehrssicherheit haben Straßenplaner natürlich immer auf der Agenda. Im Planungsalltag ist es aber eines von vielen und „auch am Planerschreibtisch passieren Fehler“, sagt Wolfgang Mattner, bei Straßen.NRW für die Ausbildung von Sicherheitsauditoren zuständig. Da hilft es, wenn speziell geschulte Kollegen die Planung noch einmal unter die Lupe nehmen. In Zweierteams bestehend aus einem Planer und einem Verkehrssicherheitsexperten wird dabei aus Sicht aller Verkehrsteilnehmer – also Fußgänger, Radfahrer, PKW- oder LKW-Lenker oder auch Busfahrerinnen und -fahrer – geschaut, ob die Planung sinnvoll und sicher ist. Zunächst am Schreibtisch, später dann auch auf der Straße.

Typische Fehlerquellen

Ein Beispiel: Eine Ampel wird am Ortseingang durch einen Kreisverkehr ersetzt. Der Verkehr läuft dadurch flüssiger, für Fußgänger in der Ortsmitte kann eine solche Lösung aber zum Problem werden. Denn die Fahrzeuge kommen nun in einem stetigen Strom und nicht mehr pulkweise. Die Lösung: Im Ort wird eine Querungshilfe gebaut. In den sechs Monaten Schulung, die die angehenden Sicherheitsauditoren absolvieren, lernen sie typische Fehlerquellen, die in komplexen Planungsprozessen auftreten können, kennen: eine falsche Querneigung einer Straße, eine fehlende Entwässerung oder eine Bepflanzung, die die Sicht einschränkt. „Dieses Wissen bringen die Kolleginnen und Kollegen natürlich auch in die eigene Planungsarbeit ein“, sagt Wolfgang Mattner. „Somit verbessern wir durch die kontinuierliche Ausbildung von Auditoren auch grundsätzlich unsere Planung.“

Das Sicherheitsaudit wurde Ende 2002 beim Landesbetrieb Straßenbau NRW eingeführt. Pro Jahr werden bei Straßen.NRW etwa 300 Audits in der Vorplanung, im Vorentwurf, im Ausführungsentwurf und vor der Verkehrsfreigabe durchgeführt. Seit gut 15 Jahren bildet der Landesbetrieb eigene Auditoren aus und ist seit 2011 bei der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) als eingetragener Ausbildungsbetrieb geführt. Auch in den kommenden Jahren ist mit einem enormen Bedarf an Auditoren zu rechnen, da auch im Bestand zunehmend Sicherheitsaudits durchgeführt werden.

Pressekontakt: Susanne Schlenga, Telefon 0209-3808-333

Zurück