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Minister Krischer besucht neue Sicherheitsschulung „Risikodrom“ in der Straßenmeisterei Herscheid

Herscheid (straßen.nrw). Wie sich Verhaltensweisen des Straßenbetriebsdienstes in gefährlichen Situationen realitätsnah abbilden, trainieren und wirksam entschärfen lassen, davon überzeugte sich Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, am 9. Juli in der Straßenmeisterei Herscheid. Anlass seines Besuchs war die neue praxisorientierte Schulungsreihe „Risikodrom“ von Straßen.NRW, die gezielt auf die besonderen Gefährdungen bei Arbeiten auf und an der Straße eingeht.

Im „Risikodrom“ tauschen sich die Teilnehmenden über typische Arbeits- und Gefahrensituationen im fließenden Verkehr aus und diskutieren unterschiedliche Handlungsoptionen.
Straßen.NRW nutzt dafür 360-Grad-Aufnahmen realer Verkehrssituationen, die auf einem Panoramabildschirm am Austragungsort dargestellt werden. Die Teilnehmenden verfolgen die Szenen aus unterschiedlichen Blickrichtungen und nehmen dabei die Perspektive eines Verkehrsteilnehmenden ein. Moderiert durch das Risikodrom-Team werden die Szenen schrittweise ausgewertet. Dabei analysieren die Teilnehmenden unter anderem, wo sich im Arbeitsalltag der konkrete Arbeitsraum rund um das Fahrzeug befindet, wie Absicherungen aufgebaut werden und welche Faktoren die Wahrnehmung von Gefahrensituationen beeinflussen.

Im Fokus steht außerdem, wie Routinen im Betriebsdienst die Einschätzung von Risiken prägen und welchen Einfluss beispielsweise Zeitdruck, Stress oder eingeschränkte Sicht auf Entscheidungen im Verkehrsraum haben. Auf dieser Grundlage diskutieren die Teilnehmenden, welche Verhaltensweisen sich im Arbeitsalltag bewährt haben und an welchen Stellen Anpassungsbedarf besteht.

Das Format knüpft an den früheren „Risiko-Parcours“ an und entwickelt ihn didaktisch und technologisch konsequent weiter – mit einem klaren Fokus auf Risikowahrnehmung, -einschätzung, Entscheidungsfindung und Teamkommunikation.

"Die Arbeit unserer Straßenwärterinnen und Straßenwärter ist unverzichtbar, aber birgt Risiken", betonte Minister Krischer. "Durch das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmender können sie in Gefahr geraten. Das „Risikodrom“ setzt mit seinen Trainingsformaten genau da an und schult die Kolleginnen und Kollegen für Situationen, die nah am Alltag und den Gefahren sind."

Rund 20 Mitarbeitende aus den Straßenmeistereien Herscheid, Iserlohn und Schwelm nahmen an der Veranstaltung teil. In praxisnahen Übungen simulierten sie unter anderem Arbeiten an Landesstraßen sowie komplexe Verkehrsführungen in Baustellenbereichen. Ein besonderer Fokus lag auf dem Perspektivwechsel: Auch der Minister übernahm die Rolle eines Verkehrsteilnehmenden und beurteilte die Wahrnehmbarkeit von Arbeitsstellen aus Fahrersicht.

Die Auswertung der Übungen verdeutlicht: Fachpersonal und Verkehrsteilnehmende nehmen Situationen oft unterschiedlich wahr. Ablenkung, eingeschränkte Sichtverhältnisse und Gewohnheitseffekte führen dazu, dass Gefahrenstellen häufig zu spät erkannt werden. „Risikodrom“ macht diese Unterschiede sichtbar und stößt gezielt Lernprozesse an.

"Es ist deshalb so wichtig, dass wir alle wachsam sind, an Baustellen vorsichtig fahren und auf die dort arbeitenden Menschen achten", so Krischer.

Straßen.NRW wird „Risikodrom“ im Laufe des Jahres in allen acht Regionalniederlassungen durchführen. Ziel ist es, die Sicherheit im Straßenbetriebsdienst nachhaltig zu verbessern, das Risikobewusstsein zu schärfen und den kollegialen Austausch weiter zu stärken.

Hintergrund:

Straßen.NRW entwickelte „Risikodrom“ gemeinsam mit externen Partnern. Das Schulungsformat setzt auf immersive Technologien, um komplexe Verkehrssituationen realitätsnah erlebbar zu machen und einen geschützten Raum für Lernen, Reflexion und Verhaltensentwicklung zu schaffen. Es ergänzt klassische Unterweisungen um einen erfahrungsbasierten Ansatz und leistet so einen nachhaltigen Beitrag zu mehr Sicherheit im Arbeitsalltag.

Pressekontakt

Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen
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