Lossprechung: 100 Auszubildende erhalten ihre Abschlusszeugnisse

Gelsenkirchen (straßen.nrw). Nach bestandener Prüfung erhielten jetzt insgesamt 100 frisch gebackene Straßenwärterinnen und Straßenwärter aus ganz Nordrhein-Westfalen ihre Zeugnisse. Trotz Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie war die Abschlussprüfung zu Ende gebracht worden – nach mehreren Terminverschiebungen und vor allem dank des ehrenamtlichen Einsatzes der Prüfer.

Insgesamt waren 122 Kandidaten zur Prüfung angetreten. 42 davon absolvierten ihre Ausbildung unmittelbar bei Straßen.NRW, 80 lernten bei Gemeinden, Kreisen und Städten. Die Note „sehr gut“ vergab der Prüfungsausschuss zweimal, zwölf Prüflinge schnitten mit „gut“ ab, 60 Mal gab es „befriedigend“, 26 Mal „ausreichend“. 22 Prüflinge bestanden oder beendeten die Prüfung nicht. Auf eine Lossprechungsfeier wie in den Vorjahren üblich verzichtete Straßen.NRW aufgrund der aktuellen Pandemie-Einschränkungen. Die Abschlusszeugnisse wurden mit der Post verschickt - inklusive eines Glückwunsch-Schreibens von Straßen.NRW-Direktor Dr. Sascha Kaiser.

Der Jahrgangsbeste kommt in diesem Jahr aus dem Kreis Heinsberg, ihm folgen ein Kollege aus dem Landesbetrieb Straßenbau NRW (Autobahnniederlassung Hamm) und ein Azubi aus dem Hochsauerlandkreis

  • Frederic Lowis (Kreis Heinsberg; 92,6 von 100 Punkten)
  • Max Stahl (Straßen.NRW-Autobahnniederlassung Hamm, Autobahnmeisterei Lüdenscheid; 92,0 von 100 Punkten)
  • Christian Niggemann (Hochsauerlandkreis; 90,0 von 100 Punkten).

Die Ausbildung zum Straßenwärter dauert in der Regel drei Jahre. Straßen.NRW ist die nach dem Berufsbildungsgesetz zuständige Stelle für den Ausbildungsberuf des Straßenwärters und der Straßenwärterin und zudem für die Besetzung der Prüfungsausschüsse verantwortlich. Neben der Ausbildung im Betrieb ist nach der Ausbildungsverordnung eine überbetriebliche Ausbildung von insgesamt 22 Wochen vorgesehen. Sie wird in Ausbildungszentren der Bauindustrie und des Bauhandwerks sowie in zwei Ausbildungszentren der Deutschen Lehranstalt für Agrartechnik (DEULA) durchgeführt.

„Straßenwärter sorgen dafür, dass unsere Verkehrswege sicher sind“, so Straßen.NRW-Direktor Dr. Sascha Kaiser. „Gerade bei widrigen Witterungsbedingungen wie Nebel, Regen oder Schnee ist der Beruf des Straßenwärters sehr gefährlich. Ich persönlich habe große Achtung vor der Leistung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die unmittelbar auf den Straßen in NRW im Einsatz sind.“

Straßen.NRW übernimmt in diesem Sommer insgesamt 44 Auszubildende: Neben 37 jungen Menschen, die als Straßenwärter und Straßenwärterinnen für den Landesbetrieb tätig sein werden, sind dies drei Fachkräfte für Straßen- und Verkehrstechnik, zwei Vermessungstechniker sowie jeweils ein Baustoffprüfer und ein Geomatiker.

Im Einsatz für die Verkehrssicherheit

Sie sind die Männer und Frauen in Orange: die Straßenwärter und Straßenwärterinnen von Straßen.NRW. Ihr Auftrag: die Instandhaltung von Autobahnen und Landesstraßen. Klingt wichtig – ist es auch, denn ohne regelmäßige Streckenwartung und Gehölzpflege, ohne einwandfrei einsehbare Verkehrszeichen, ohne gesicherte Baustellen, gut befestigte Gehwege oder Parkplätze geht wenig bis nichts auf den Straßen des Landes. Straßenwärter sind Fachkräfte mit Verantwortung, denn im Straßenverkehr geht es täglich um die Sicherheit von unzähligen Menschen.

Dem entsprechend abwechslungsreich gestaltet sich auch die Ausbildung: Neben den Grundfertigkeiten im Mauern, Pflastern, Beton- und Stahlbetonbau werden den Auszubildenden auch Kenntnisse in der Vermessung, im Verlegen von Entwässerungsleitungen sowie im Umgang mit Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen vermittelt. Darüber hinaus erwerben Straßenwärter-Auszubildende Kenntnisse und Fertigkeiten in der Grünpflege und im Winterdienst. Selbstverständlich werden auch die in diesem Zusammenhang notwendigen Scheine und Zertifikate erworben.

So verfügen Straßenwärter und Straßenwärterinnen nach ihrer erfolgreichen Ausbildung über

  • den LKW-Führerschein der Fahrerlaubnisklasse CE,
  • den RSA-Schein (Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen),
  • den Befähigungsnachweis zum Führen von Erdbaumaschinen,
  • den Befähigungsnachweis für Flurförderzeuge (Gabelstapler),
  • den Motorkettensägenschein,
  • den Befähigungsnachweis zum Führen von Teleskopladern,
  • den Befähigungsnachweis zum Bedienen von Hubarbeitsbühnen sowie
  • den Befähigungsnachweis zum Bedienen von Ladekränen.

Die Vermittlung praktischer Fähigkeiten wird ergänzt durch die theoretische Unterweisung an Berufsschulen. In Nordrhein-Westfalen wird der Berufsschulunterricht für den Ausbildungsberuf „Straßenwärter/Straßenwärterin“ in Fachklassen angeboten, und zwar an insgesamt sechs Berufsschulstandorten:

  • Carl-Severing-Berufskolleg für Handwerk und Technik in Bielefeld,
  • Rhein-Maas-Berufskolleg in Kempen,
  • Berufskolleg Ulrepforte in Köln,
  • Wilhelm-Emanuel-von Ketteler Berufskolleg in Münster,
  • Berufskolleg für Technik in Siegen und
  • Hellweg-Berufskolleg in Unna.

Hintergrund

Straßen.NRW ist "Zuständige Stelle" für den Ausbildungsberuf Straßenwärter / Straßenwärterin in Nordrhein-Westfalen laut §6 der Verordnung über die Zuständigkeiten nach dem Berufsbildungsgesetz und die Angelegenheiten der Berufsbildung im Rahmen der Handwerksordnung (BBiGZustVO) im Sinne von §73 Abs.2 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG).

Pressekontakt: Bernd A. Löchter / Susanne Schlenga, Telefon 0209-3808-333

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