Land macht Tempo beim Wiederaufbau: Brückenbau und Fahrbahnsanierungen in vollem Gange

Bad Münstereifel/Erftstadt(straßen. nrw). Gute Mobilität ist Standortfaktor und Lebensqualität. Damit die Menschen in den betroffenen Gebieten nach der Flutkatastrophe im Juli möglichst schnell wieder zu Normalität zurückkehren können, wird alles daran gesetzt, den Wiederaufbau so schnell wie möglich abzuschließen. Dr. Hendrik Schulte, Staatssekretär im Verkehrsministerium, hat sich bei einem Baustellenbesuch jetzt ein Bild vom Fortschritt mehrerer Baumaßnahmen in der Region Ville-Eifel gemacht.

„Nordrhein-Westfalen gibt Tempo bei Planung und Bau“, so Staatssekretär Dr. Schulte. „Dank des enormen Einsatzes und der starken Initiative der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Straßen.NRW, der Bauunternehmen und der Bauindustrie hat der Wiederaufbau der Verkehrsinfrastruktur unmittelbar nach der Hochwasserkatastrophe begonnen. Als Landesregierung haben wir die Voraussetzungen geschaffen, dass es schnell vorangehen kann.“

Von zunächst 220 Straßensperrungen in Zuständigkeit von Straßen.NRW nach der Unwetterkatastrophe vom 14./15. Juli 2021 sind 95 Prozent wieder aufgehoben, die Straßen befinden sich im Bau oder die Reparaturarbeiten wurden beauftragt. Bei den verbliebenen besonders komplizierten Fällen sind vor Baubeginn weitere Untersuchungen oder Planungen notwendig.

Um schnell voranzukommen, hat das Land dafür gesorgt, dass Neubauten ohne weitere Genehmigungsverfahren und Umweltverträglichkeitsprüfungen gebaut werden können, selbst dann, wenn Anpassungen an aktuelle Standards erforderlich sind. Bis zu einem Volumen von 5,3 Millionen Euro können Aufträge nach einer Wirtschaftlichkeitsprüfung ohne Ausschreibungsverfahren direkt vergeben werden.

„Wir wollen die Mobilität der Menschen schnellstmöglich wieder herstellen“, erklärt Straßen.NRW-Direktorin Dr. Petra Beckefeld und betont: „Ich bedanke mich ausdrücklich bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die beim Wiederaufbau zusätzlich zu ihrer regulären Arbeit wahrlich einen tollen Job leisten. Das beschleunigte Genehmigungsverfahren ist uns dabei eine große Hilfe. Das Ergebnis dieses Zusammenspiels sehen wir auch an dem Fortschritt der heute besichtigten, teils sehr komplexen, Baumaßnahmen.“

Bei seinem Baustellenbesuch verschaffte sich Staatssekretär Dr. Schulte einen Überblick über die folgenden Projekte:

  • B265 Erftstadt-Liblar/-Blessem

Die Flutkatastrophe hat ebenfalls die Bundesstraße 265 bei Erftstadt getroffen. Im Zuge der Sanierungsarbeiten an der wichtigen Verkehrsroute wurden rund 22.000 Quadratmeter Fahrbahn und 3.500 Meter Entwässerungsleitungen gereinigt, 3.400 Tonnen kontaminierter Boden entsorgt und sowie 1.000 Meter Schutzplanken erneuert. Derzeit werden die Fahrbahnen neu hergestellt. Außerdem werden neue Schilder und Lärmschutzwände errichtet. Zwei der drei gesperrten Teilstrecken konnten bereits Anfang September wieder aufgehoben werden. Die Freigabe der gesamten B265 für den Durchgangsverkehr ist für Ende Oktober vorgesehen.

  • L181 Lommersum

Durch das Hochwasser der Erft wurde die Fahrbahn der Landesstraße 181 im Bereich Weilerswist-Derkum unterspült und muss wieder hergerichtet werden. Zusätzlich muss das Brückenbauwerk über die Erft erneuert werden. Daran wird derzeit gearbeitet.

  • L194 Bad Münstereifel-Iversheim

Fahrbahn- und Bankette der Landesstraße 194 mussten aufgrund der Hochwasserkatastrophe neu gebaut werden. Dazu gehört auch die Erneuerung der Lärmschutzwände auf beiden Seiten. Die Brücke über die Erft, die bei der Flut unterspült worden ist, wurde schon ertüchtigt. Auch das Ufer der Erft wurde mit Wasserbausteinen befestigt.

  • L182 Neubau Swistbachbrücke in Heimerzheim

Die Swistbachbrücke an der Landesstraße 182 wurde durch den angestiegenen Swistbach unterspült und muss komplett neu errichtet werden. Nachdem das alte Brückenbauwerk beseitigt worden war, wurde am 20. September mit dem Neubau der Swistbachbrücke begonnen. Die Fertigstellung ist für Anfang des kommenden Jahres geplant.

Hintergrund

Um insgesamt mehr Tempo bei Planung und Bau von Infrastrukturprojekten zu machen, hat das Land das ‚Infrastrukturpaket II‘ in den Landtag eingebracht. Konkret geht es unter anderem um folgende Maßnahmen im neuen Infrastrukturpaket der Landesregierung:

  • Neubauten brauchen kein Planfeststellungsverfahren mehr, wenn die Änderungen an den Straßen und Brücken rein konstruktive Anpassungen an aktuelle Regelwerke (besonders Sicherheits- und Verkehrsbedürfnisse) betreffen. Der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen kann somit bei Neubauten künftig ohne vorherige Planfeststellung bauen. So kann deutlich Zeit bei der Planung und Umsetzung dringend benötigter Verkehrsinfrastruktur eingespart werden. In den von der Flutkatastrophe betroffenen Gebieten wird bereits jetzt diese Maßnahme derzeit noch als Ausnahme angewandt, um schnell zu helfen – künftig wird sie gesetzliche Regel.
  • Baustellen können schneller begonnen werden, weil vorbereitende Maßnahmen schon während des Planfeststellungsverfahrens erlaubt sind. Die einzige Voraussetzung ist, dass die Maßnahmen zurückgebaut werden können. Das heißt: Es geht künftig mit dem Bau von Straßen und Brücken schon los, obwohl formal noch kein Baurecht vorliegt.
Pressekontakt: Torsten Gaber, Straßen NRW, Telefon 0152-01594255; Leonie Molls, Verkehrsministerium NRW, Telefon 0211-3843-1046

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