Länderübergreifende Zusammenarbeit: Straßen.NRW übernimmt Überwachung von drei Tunneln in Niedersachsen
Leverkusen (straßen.nrw). Seit Anfang dieses Jahres werden drei Tunnel in Niedersachsen rund um die Uhr von der Tunnelleitzentrale (TLZ) von Straßen.NRW in Leverkusen überwacht. Die Zusammenarbeit beider Länder ist eine effiziente Lösung, um technische Kapazitäten zu bündeln und Kosten zu reduzieren. Hintergrund ist die zunehmende Digitalisierung und Standardisierung bei der Tunnelüberwachung. Da Straßen.NRW für seine bislang 37 Straßentunnel im Jahr 2023 einen modernen Kontrollraum in Betrieb genommen hat und seine vorhandene Infrastruktur sowie langjährige Expertise effizient nutzen kann, übernimmt der Landesbetrieb die Überwachung als Auftrag.
„Wir begrüßen diese neue länderübergreifende Zusammenarbeit. Sie zeigt, wie Synergien genutzt werden können, um gemeinsam effizienter und sicherer zu arbeiten“, betont Christoph Jansen, technischer Direktor von Straßen.NRW. Die technische Verantwortung für den Wesertunnel, den Butterbergtunnel und den Tunnel Bovenden bleibt bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.
Deren Präsident Timo Quander erklärt: „Mit dieser Kooperation bündeln wir Fachkompetenz an der richtigen Stelle und nutzen Synergieeffekte nachhaltig. Statt eigens eine Leitzentrale für unsere Tunnel zu bauen, können wir mit der Zusammenarbeit Sicherheit, hohe Qualität und den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen ideal verbinden.“
Im vergangenen Jahr wurden die Tunnel schrittweise an die Tunnelleitzentrale Nordrhein-Westfalen (TLZ) in Leverkusen angeschlossen. Dort werden die Anlagen rund um die Uhr überwacht. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können bei Störungen oder besonderen Ereignissen sofort reagieren sowie die zuständigen Kolleginnen und Kollegen in Niedersachsen informieren. Die Betreuung vor Ort bleibt dabei weiterhin Aufgabe der niedersächsischen Straßenbauverwaltung.
Die TLZ NRW ist 24/7 im Einsatz
Dr. Jan Lohoff, Leiter der Landesverkehrszentrale NRW, erklärt die Vorteile der Zusammenarbeit für die Verkehrssicherheit: „Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmenden hat für uns oberste Priorität. Unsere Mitarbeitenden überwachen die Tunnel kontinuierlich und können im Notfall schnell handeln und die Einsatzkräfte vor Ort informieren.“
Mit Videoüberwachung, Sensoren und modernen Steuerungssystemen erkennen die Mitarbeitenden frühzeitig Störungen oder Gefahrensituationen wie Unfälle, Brände oder liegengebliebene Fahrzeuge. Im Ernstfall können sie den Tunnel sperren, den Verkehr regeln und Rettungskräfte alarmieren. Zusätzlich informieren sie Verkehrsteilnehmende über Lautsprecheransagen und Verkehrsfunk. Die TLZ arbeitet eng mit Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten zusammen, um schnelle Hilfe und hohe Sicherheit zu gewährleisten.
In Nordrhein-Westfalen gibt es 37 Straßentunnel, die vom Landesbetrieb Straßen.NRW betrieben werden. Zusammen haben sie eine Gesamtröhrenlänge von etwa 26,5 Kilometern. Weitere sieben Tunnel befinden sich in Planung oder im Bau. Dazu zählen auch Tunnel für Radwege.
Daten und Fakten zu den drei niedersächsischen Tunneln
- Butterbergtunnel: Dieser Tunnel befindet sich an der Bundesstraße 241 bei Osterode am Harz. Der einröhrige Straßentunnel hat eine Länge von 393 Metern und wurde 1979 fertiggestellt. Er liegt im Zuständigkeitsbereich des regionalen Geschäftsbereichs Goslar der der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV).
- Tunnel Bovenden: Der Tunnel liegt an der Bundesstraße 3 in Bovenden nördlich von Göttingen. Der einröhrige Straßentunnel verläuft parallel zum sogenannten Bovender Deckel (DB) und hat eine Länge von 400 Metern. Er wurde 1989 fertiggestellt und befindet sich im Zuständigkeitsbereich des Geschäftsbereichs Gandersheim.
- Wesertunnel: Der Wesertunnel befindet sich im Zuge der Bundesstraße 437 zwischen Esensham und Rode. Der zweiröhrige Straßentunnel ist 1.646 Meter lang und damit der längste Tunnel der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr an Bundesstraßen. Er verbindet die Landkreise Wesermarsch und Cuxhaven, wurde 2003 fertiggestellt und wird vom regionalen Geschäftsbereich Oldenburg betreut.
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