L937: Gauseköte zwischen Detmold und Schlangen wieder offen

Detmold/Schlangen (straßen.nrw). Am Dienstagmittag (24.11.) räumten Landrat Dr. Axel Lehmann und Straßen.NRW-Regionalniederlassungsleiter Andreas Meyer die Absperrung in Detmold-Berlebeck zur Seite: Die L937 zwischen Detmold und Schlangen - besser bekannt als "Gauseköte" - ist wieder offen. Nach fünf monatiger Bauzeit konnte die Landesstraße damit deutlich früher wieder freigegeben werden, als ursprünglich angekündigt.

„Wir sind von einer Fertigstellung im Frühjahr 2021 ausgegangen“, so Andreas Meyer, „denn wenn in Lippe der Winter ausbricht, dann als erstes auf der Gauseköte. Ein Wintereinbruch hätte eine womöglich lange Unterbrechung der Bauarbeiten zur Folge gehabt.“ Dass die Bauarbeiten vor dem Winter fertig wurden, lag zum einen am guten Bauwetter, zum anderen an der guten Arbeit der Baufirma, aber auch an der gründlichen Planung zur Bauweise. Für viele hat diese Phase viel zu lange gedauert, die kurze Bauzeit bestätigt aber das Vorgehen. „Wir freuen uns, dass diese so wichtige Verkehrsader nun wieder zur Verfügung steht“, so Landrat Dr. Lehmann, „die Gauseköte ist insbesondere für die Anbindung Schlangens an Detmold von großer Bedeutung. Mit dem Tempolimit wollen wir Menschen und Wildtiere bestmöglich schützen, damit die Freude über die Wiedereröffnung nicht gleich wieder durch Wildunfälle getrübt wird.“

Da die Gauseköte für einen längeren Zeitraum voll gesperrt war, hat sich in dieser Zeit das Verhalten des Wildbestandes verändert. Verkehrsteilnehmende müssen sowohl mit Tieren auf der Fahrbahn, als auch mit erhöhtem Wildwechsel rechnen. Um die Sicherheit des Wildes und des Straßenverkehrs zu gewährleisten, gilt für die gesamte Strecke in beiden Fahrtrichtungen ab sofort Tempo 50 und ein Überholverbot. Dies gilt insbesondere auf der neuen Fahrbahn, da neue Fahrbahnen zunächst noch nicht die notwendige Griffigkeit haben und bei höheren Geschwindigkeiten eine Rutschgefahr besteht. Diese Einschränkungen gelten für eine Übergangszeit. In regelmäßigen Abständen wird mit Experten die Situation neu bewertet, um die angeordneten Maßnahmen anzupassen. Große Warntafeln weisen auf die Vorschriften hin.

Hintergründe

  • Baubeginn 22. Juni 2020
  • Freigabe 24. November 2020
  • 60 Meter hohe Böschung von etwa 42 Grad auf standsichere 24 Grad abgeflacht
  • Sicherung vor Erosion durch Wind und Niederschlag durch Kokosmatte mit Ansaat

Hauptleistungen

  • etwa 7.000 Quadratmeter abgeholzte Waldflache roden
  • etwa 1.500 Kubikmeter Oberboden abtragen
  • etwa 22.500 Kubikmeter Boden lösen und verwerten
  • etwa 6.500 Quadratmeter Erosionsschutzmatte verlegen
  • etwa 5.000 Quadratmeter Asphaltdeckschicht (4 cm)
  • etwa 5.000 Quadratmeter Asphalttragschicht (8 cm)
  • etwa 350 Meter Bord- und Rinnenanlage (3-zeilig) erneuern
    etwa 180 Meter Rinne herstellen
  • Auf der gegenüberliegenden Böschung vorsorgliche Sicherung von Bereichen mit größeren Bewuchslücken durch bepflanzte Pilotwände auf einer Gesamtlänge von etwa 200 Metern. Diese schützen das locker gelagerte Erdmaterial temporär vor Erosion durch Wind und Regen und ermöglichen so lokal ein Anwachsen von Steckhölzern.

Gesamtkosten etwa eine Million Euro.

Pressekontakt: Sven Johanning, Telefon 0521-1082-130

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