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L861: Kalletal - Ortsdurchfahrt Hohenhausen: fertig

Kalletal (Gemeinde Kalletal/straßen.nrw). Ab Samstag (19.12.) wird nach dreijähriger Bauzeit die L861, Hohenhauser Straße, wieder für den Verkehr freigegeben. Vor drei Jahren erfolgte der offizielle Spatenstich der Baumaßnahme in der Adventszeit, pünktlich zum Weihnachtsfest finden die Arbeiten jetzt ihren Abschluss. Das wird viele Betroffene aufatmen lassen, denn damit einher geht dann auch das Ende zahlreicher innerörtlicher und großräumiger Umleitungen.

„Drei Jahre Baustelle im Ort sind natürlich eine große Belastung für alle Betroffenen“, sagt Andreas Meyer, Niederlassungsleiter der Straßen.NRW Regionalniederlassung OWL, „aber es war auch eine besondere Baustelle. Nicht nur durch die Vielzahl der Gewerke wie Stützwände, Kanalbau und den Straßenbau. Der Bau der Stützwände war durchaus problembehaftet, die Einigkeit hierbei mit der Baufirma herzustellen hat leider einige Monate gedauert. Wir hatten aber versprochen diese Zeit beim Straßenbau wieder heraus zu holen. Das haben wir mit den schnellen Straßenbauern geschafft und nicht nur das. Wir sind fast ein halbes Jahr vorher fertig geworden als ursprünglich von der Bauzeit her vorgesehen war. Mein Dank geht an alle Beteiligten, die Bauschaffenden und insbesondere an die Gemeinde Kalletal, die immer ein verlässlicher Partner in diesem komplexen Gemeinschaftswerk war.“

„Sicherlich sind drei Jahre eine lange Bauzeit, die gerade den Anliegern, Betrieben, Busunternehmen Schulen, Kindertagesstätte und zahlreichen Pendlern viel Geduld abverlangt haben. Für das Verständnis bin ich dankbar.“, so Bürgermeister Mario Hecker, „Trotz allem sollte nicht vergessen werden, dass es sich bei der Hohenhauser Straße um ein sogenanntes Nadelöhr handelt und die notwendigen Umleitungen alles andere als der „Regelfall“ waren. Am Ende ist für mich entscheidend, dass die Hohenhauser Straße fertig gestellt ist - die Straße war über Jahrzehnte schlecht, jetzt ist sie wieder in Ordnung.“

Denn die Leidensgeschichte dieser Straße und deren Planung dauert nun schon gut dreißig Jahre. Anfang der neunziger Jahre gab es ein Förderprogramm für Ing.-Büros für die Planung von Ortsdurchfahrten. Gleich zwei Büros profitierten davon, denn zusätzlich zur Straßenplanung musste auch ein Städtebaulicher Fachbeitrag angefertigt werden. So auch für die Hohenhauser Straße. Bestandteil dessen war unter anderem eine großzügige Treppenanlage als Verbindung von Jacobis Hofe zu dem auf der Böschung oben gelegenen Fußweg. Die Planung war abgeschlossen, aber ein Förderprogramm zum Bau der Ortsdurchfahrten gab es leider nicht. So wanderte die Planung zunächst in die Schublade. Die Gemeinde Kalletal baute schon mal Mitte der Neunziger im Vorgriff auf den hoffentlich doch bald kommenden Gesamtausbau den Bereich rund um die Kirche aus. Der Ausbau kam aber noch nicht, weil aufgrund der begrenzt zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel und der Vielzahl der Projekte diese priorisiert werden mussten. In der Priorisierung durch den Regionalrat des Regierungsbezirkes Detmold konkurrierte die Ortsdurchfahrt Hohenhausen unter anderem in Nachbarschaft zu Lemgo-Kircheide und Lage-Heiden. 2004 baute derweil die Gemeinde Kalletal ein nächstes Stück aus: auf einer Länge von etwa 150 Metern von der B238 bis zur Einfahrt der Katholischen Kirchengemeinde. Dieser Ausbau setzte gestalterisch dann den Standard für den weiteren Ausbau. Nachdem die Hohenhauser Straße in der Rangliste des Regionalrates soweit hoch kletterte, dass die Planung wieder aufgenommen werden konnte, kam die nächste Verzögerung. Im Bereich der Böschung gegenüber Jacobis Hofe gab es massive Grunderwerbsschwierigkeiten, die Jahre andauerten. Der Grunderwerb dort war zwingend notwendig – auf der anderen Seite stand ein Haus. Das Projekt schien schon fast gescheitert, als sich die Gelegenheit bot das Haus zu erwerben. Dadurch konnte die Straße weiter in diese Richtung geschoben werden. Im Dezember 2017 war es dann soweit. Die Arbeiten begannen mit dem Bau der Stützmauern. Im Juni 2019 ging es dann mit dem eigentlichen Straßenbau los, der jetzt seinen Abschluss findet.

Fakten:

  • Ausbaulänge = rd. 1.000 m
  • Fahrbahnbreite = 6,00 m (Engstelle an der Kirche = 5,20 m)
  • Gehwegbreite = 1,50 m
  • Geh-/Radweg auf etwa 280 Meter Länge zwischen Diekbrede und Rafelder Straße
  • Ausführung in 6 Bauabschnitten mit Längen zwischen 70 und 370 m.
  • Im Zuge des Streckenbaus wurden durch die Gemeinde Kalletal die Gehwege erneuert und Kanalbauarbeiten (Schmutz- und Mischwasserhauptsammler, Regenwasserhauptkanäle und Hausanschlussleitungen für Schmutz- und Regenwasser) durchgeführt sowie im Vorfeld der Baumaßnahme, die jeweiligen Versorgungsleitungen umgelegt.
  • Zwei Bohrpfahlwände:
  • Pfarrscheune Länge = 159 m
  • Bohrpfahldurchmesser = 88 cm
  • Bohrpfahllänge bis 9,25 m
  • Katholische Kirche Länge = 33 m
  • Bohrpfahldurchmesser = 62 cm
  • Bohrpfahllänge = 5,50 m
  • Gesamtkosten: 5,3 Mio. Euro, davon 1,7 Mio. Gemeinde Kalletal und 3,6 Mio. Euro Land NRW
Pressekontakt: Sven Johanning, Telefon 0521-1082-130

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